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05.02.2013, 15:50 Uhr

Verliebte: Guter Geschmack im Keller

Frisch Verliebte befinden sich in einer Art Ausnahmezustand, sie hocken auf Wolke sieben. Wie dieses emotionale Chaos das Geschmacksempfinden beeinflusst, wollten Forscher des ttz Bremerhaven wissen. Ein Ergebnis: Langzeitpaare können besser schmecken als Verliebte und Singles.

Hormone und Geschmack im Visier

An der Studie nahmen insgesamt 46 Probanden im Alter von 20 bis 40 Jahren teil - davon 19 Männer und 27 Frauen. In einem Auswahlverfahren wurden die frisch Verliebten identifiziert. Als Kontrollgruppen dienten Menschen in längeren Paarbeziehungen sowie Singles. In einem Sensoriklabor fand ein so genannter Schwellentest statt. Die Testpersonen sollten verschiedene Konzentrationen der Grundgeschmacksarten süß, sauer, bitter und salzig verkosten und angeben, ab welcher Konzentration sie den Geschmack erkennen. Die Forscher analysierten die Geschmackseindrücke der Probanden anhand eines Fragenbogens. Außerdem bestimmten sie die Hormone Testosteron und Oxytocin in Speichelproben.

Langzeitpaare schmecken besser

Die Geschmackstests ergaben, dass die Gruppe der frisch Verliebten eine eher hohe Salzschwelle im Vergleich zu den Singles und den Personen, die schon länger in einer Beziehung leben, besaßen („der verliebte Koch…“). Auffällig war, dass Männer und Frauen, die schon länger in einer Partnerschaft leben, die Grundgeschmacksarten süß, sauer, bitter und salzig sehr gut erkennen konnten. Offensichtlich wirkten sich stabile Partnerschaften günstig auf das Riech- und Schmecksystem des Menschen aus, schlussfolgern die Forscher.

Viel Testosteron, wenig Geschmack

Bei verliebten Männern war der Testosteronspiegel signifikant herunter gefahren im Vergleich zu den Singles und den Beziehungsmännern. Dadurch steigt die Bindungsgfähigheit der verliebten Männer, vermuten die Forscher.

Bei den Frauen hingegen war auffällig, dass diejenigen, die in Beziehungen leben, einen niedrigeren Testosteronwert im Speichel aufweisen als Singles und frisch Verliebte. Das könne ein Indiz für eine ruhige und ausgeglichene Lebenssituation sein, so die Forscher.

Anders beim Oxytocin, dem sogenannten Bindungshormon: Bei Verliebten war der Oxytocinspiegel generell erhöht, auch bei Männern. Erste Ergebnisse lassen vermuten, dass echte Testosteron-Bolzen eine schlechtere Geschmackswahrnehmung haben.

„Hormone steuern sämtliche Stoffwechselwege unseres Körpers und somit auch unser Verhalten. Daher ist eine Korrelation der Hormone, die bei einem Ausnahmezustand wie Liebe ausgeschüttet werden, ein wichtiges Instrument zur Bewertung des Geschmacksempfindens“, sagt Prof. Carsten Harms, Leiter des ttz-Instituts BIBIS.  (im)

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Alle News vom: 5. Februar 2013 Zur Übersicht: Gesundheit

1 Meinungen zu "Liebe schlägt auf Geschmack"

  • Wahlviech
    Mittwoch, 20.02.2013, 09:25 Uhr
    Verliebte entarten zu mehr oder minder hemmungslosen hormonverseuchten Ersatzjunkies und das schlägt auch auf die Geschmacksnerven.

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