Köln (dpa/tmn) - Der Tod eines Angehörigen oder eines Freundes ist oft sehr schmerzlich. Gerade Senioren erleiden solche Verluste häufiger. Rituale können helfen, die Trauer erträglicher zu machen.

Auch können Betroffene ihre Selbstheilungskräfte gezielt stärken, um den Schmerz zu lindern. Darauf weist Trauerbegleiterin Susanne Hövelmann in der Fachzeitschrift "Pro Alter" (Ausgabe März/April 2015) des Kuratoriums Deutsche Altershilfe (KDA) hin. Religionszugehörigkeit oder Weltanschauungen spielen für die Rituale keine Rolle. Ein Ritual, das Trost spenden kann, ist das der schönen Momente.

Dafür steckt man sich zehn trockene weiße Bohnen oder zehn Kaffeebohnen in die linke Hosentasche und nimmt sie überall mit hin. Bei jedem schönen Moment stecken Betroffene eine Bohne von der linken in die rechten Hosentasche, erklärt Hövelmann. Bevor man schlafen geht, nimmt man die Bohnen aus der rechten Hosentasche und ruft sich die dazugehörigen Momente ins Gedächtnis. So machen sich Trauernde bewusst, das es trotz allem auch schöne Momente gibt. Wer möchte, kann sich die Momente auch notieren und immer wieder lesen. Manchen Trauernden hilft es, einen Brief an den Verstorbenen zu schreiben. Diesen können Betroffene mit zum Friedhof nehmen oder mit einem Heliumballon in den Himmel steigen lassen.

Außerdem kann es helfen, die Selbstheilungskräfte zu stärken. Ein Trauertagebuch macht einem zum Beispiel die eigenen Gefühle bewusst und kann helfen, sie auch zu zeigen, erklärt Hövelmann. Bewegung, vor allem an der frischen Luft, aktiviert Glückshormone - Spazierengehen, Schwimmen, Walken kann helfen, den Schmerz der Trauer etwas zu lindern. Auch Musik kann guttun: Ob man im Chor selbst singt oder im Konzert oder auf der Straße anderen Musikern lauscht - gemeinsam mit Freunden tut Musik doppelt gut.© dpa