Bei Husten, Schnupfen und Heiserkeit müssen Patienten nicht immer sofort zu Tabletten greifen. Oft tut es auch ein Hausmittel, wie Expertin Hanni Reichenvater erklärt.

Der bisherige Winter zeichnet sich vor allem durch Wetterumschwünge aus. Sonne, Regen und Schnee wechseln sich fast täglich ab, hinzu kommen enorme Temperaturschwankungen. Das bedeutet leider einen guten Nährboden für Erkältungen und Grippen.

Wenn einen Schnupfen, Husten, Kopfschmerzen und Heiserkeit erwischen, braucht es aber nicht immer gleich starke Medikamente. Freilich soll ein Arzt abklären, ob es sich bloß um eine Erkältung oder um eine echte Grippe handelt - Mutter Natur und Großmutters Hausmittelschrank bieten trotzdem eine Reihe gut verträglicher Möglichkeiten, um hartnäckige Erkältungen in die Flucht zu jagen.

Vorbeugen ist sinnvoll

"Am besten wäre es, wenn man schon vorbeugend etwas gegen Erkältung unternimmt", erklärt Hanni Reichenvater, Autorin des Buches "Hausmittel und Heilkräuter im Jahreslauf". Sie empfiehlt Kneippkuren. Kein Becken im Garten vorhanden? Mit Hilfe der Dusche geht es auch.

Nicht zu unterschätzen seien auch kalte Füße. Während der nasskalten Zeit würden viele auf warme Kleidung setzen, dabei aber oft auf warmes Schuhwerk vergessen. Wer kalte Füße hat, sollte sie in heißem Salzwasser baden. "Ein hervorragendes Vorbeugemittel sind auch Wacholderbeeren. Nierenpatienten dürfen sie nicht verwenden, alle anderen können täglich zwei Beeren zerkauen und schlucken", sagt die Hausmittel-Expertin.

Inhalieren und Umschläge

Wen dennoch eine Verkühlung erwischt, dem empfiehlt Reichenvater, mit Kamille oder Salz zu inhalieren. Das erleichtert das Atmen. Einfach Wasser zum Kochen bringen, dazu eine Handvoll Kamillenblüten oder mehrere Esslöffel Salz mischen. Gesicht über die Schüssel halten und mit einem Handtuch über Kopf und Gefäß etwa zehn Minuten inhalieren.

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Salz wirkt besonders schleimlösend, während die Kamille Entzündungen hemmt. Zum Inhalieren lassen sich auch ätherische Öle verwenden. Pfefferminze, Thymian und Eukalyptus sind besonders gut geeignet.
Kratzt der Hals und die Stimme wird rau, hilft ein Dunstwickel. Einfach ein Geschirrtuch in lauwarmes Wasser legen, auswringen und um den Hals legen. Darüber ein Handtuch wickeln und im Bett ausruhen. Einen entzündungs- und schmerzlindernden Effekt bietet ein Kartoffelwickel um den Hals. Hat man zudem Husten und damit einhergehende Brustschmerzen kann ein "Zwiebelfleck" helfen: ein Wickel mit Zwiebelstücken und Badetuch auf der Brust.

Als wirksames Hausmittel - besonders für Kinder - sind "Essigpatscherl" legendär. Sie werden bei Fieber eingesetzt. Ein kräftiger Schuss Essig wird lauwarmem Wasser zugegeben. Alte Socken oder Wickeltücher darin eintauchen und anschließend über die Füße ziehen. Darüber gestülpt werden trockene Socken oder Tücher. Hanni Reichenvater empfiehlt, naturbelassenen Apfelessig zu verwenden.

Hühnersuppe? Ja, aber gewusst wie!

Als Hausmittel gegen Husten, auch für Kinder, eignet sich schwarzer Rettich, der ausgehöhlt und mit Zucker gefüllt wird. Seine scharfen Inhaltsstoffe werden beim Aufschneiden freigesetzt und regen das Immunsystem an. Der sich bildende süß-scharfe Sirup kann löffelweise eingenommen werden.

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Ein sehr beliebtes Hausmittel gegen Erkältungen ist auch wärmende Hühnersuppe. "Diesbezüglich muss ich ganz ehrlich sagen, dass die Hühner die üblicherweise gekauft werden, nicht gut für die Gesundheitspflege sind", betont Hanni Reichenvater. "Ein Kilo Hühnerfleisch, das billiger als ein Kilo Brot ist, kann nicht zielführend sein. In der Suppe zu empfehlen wäre jedenfalls ein gesundes Bio-Hendl, dass dann auch etwas mehr kosten darf."

Tees und Salbei

Holunderblütentee und Lindenblütentee sollten der Expertin zufolge ganz heiß getrunken werden, wenn es gilt, Fieber zu senken. Reichenvater schwört auf Salbeitee und seine bakterientötende Wirkung. Er kann bei Erkältung aber auch bei Übelkeit und Entzündungen eingesetzt werden.
In Sachen Volksmedizin ist Österreich ein guter Nährboden, der zahlreiche heilende Pflanzen hervorbringt. Unterschiede zwischen den Bundesländern gibt es kaum, wobei Hanni Reichenvater darauf hinweist, dass Echter Speik, der viel Baldrianöl enthält, vorwiegend in Regionen über 1.700 Meter Seehöhe vorkommt. Baldrianöl wird überwiegend als Entspannungs- und Beruhigungsmittel verwendet. Ebenso in der Höhe zu finden sei Gelber Enzian, der gegen Fieber, Gicht und Darmparasiten eingesetzt werden kann.