Nürnberg (dpa/tmn) - Rentner haben niemals Zeit. Das Sprichwort ist tatsächlich wahr. Für Ältere verfliegen die Minuten und Stunden. Wissenschaftler haben nun untersucht, woran das liegt - und eine erfreuliche Begründung gefunden.

Für fast alle Älteren vergeht die Zeit schneller als früher. Lange Zeit erklärte man sich das damit, dass Senioren im Denken und Lernen langsamer sind, und deshalb alles um sich herum schneller wahrnehmen. Das ist aber nur ein Teil der Erklärung. Studien haben mittlerweile gezeigt, dass für Ältere vor allem die Dinge schnell vergehen, die sie gerne tun. Darauf weist Frieder Lang hin, Professor für Alternsforschung an der Universität Erlangen-Nürnberg. Wer also gerne im Garten werkelt oder Kuchen backt, für den werden diese Tätigkeiten vorbeifliegen. Routinetätigkeiten vergehen dagegen normal oder langsam.

Um liebgewonnene Tätigkeiten dennoch bewusst zu erleben, ist es wichtig, den Tag zu strukturieren. Dazu planen Senioren jeden Tag ein Erlebnis ein, auf das sie sich freuen. Jeder Tag sollte einen Höhepunkt haben, an den man abends gerne zurückdenkt. Das können auch kleine Dinge sein wie ein selbst gekochtes Essen oder der Kinoabend mit Freunden.© dpa