Berlin (dpa/tmn) - Eltern sollten die Faszination ihres Kindes für Computerspiele ernst nehmen und Interesse daran zeigen. Beruhen Einschränkungen und Verbote auf Vorurteilen, fühlen sich Kinder schnell missverstanden, warnt die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK).

"Kinder können sich beim Spielen ausleben, in eine Rolle schlüpfen, die sie im Alltag nicht einnehmen können", erklärt Felix Falk, Geschäftsführer der USK. Eltern lassen Kinder am besten diesen Spaß. Allerdings sollten sich die Kinder dabei an gewisse Zeiten halten.

Welches Spiel für Kinder in einem bestimmten Alter geeignet ist, erkennen Eltern am USK-Kennzeichen auf der Verpackung des Spiels. Diese Altersfreigaben müssen seit 2003 auf jedem im Handel erhältlichen und für Kinder und Jugendliche zugänglichen Spiel abgedruckt sein. Spiele werden in fünf verschiedene Freigabestufen gegliedert - von weiß für Spiele ohne Altersbeschränkung bis rot für Spiele ohne Jugendfreigabe. Ein Spiel ohne USK-Kennzeichen gilt automatisch als "Ab 18".

"Bei einem Spiel, das ab sechs Jahren freigeben ist, können zum Beispiel gruselige Atmosphäre oder Handlungsdruck wichtige Kriterien sein", erklärt Falk. Je realistischer ein Spiel und je drastischer die Darstellung von Gewalt, desto höher ist die Altersfreigabe. Falk appelliert an Eltern, keine Berührungsängste mit dem Medium zu haben. "Die Diskussion, was für welches Alter angemessen ist, gab es früher auch beim Fernsehen", sagt er.

Die USK empfiehlt für Kinder bis sieben Jahre etwa 20 bis 30 Minuten Spielzeit unter Aufsicht am Tag als Richtwert. Acht- bis Zehnjährige können etwa 60 Minuten spielen, Zehn- bis Zwölfjährige 75 Minuten. Ab einem Alter von 12 Jahren gibt die USK einen Richtwert von 90 bis 120 Minuten.

Pro Spielstunde sollten Kinder etwa 15 Minuten Pause machen. Kopfschmerzen, Gereiztheit oder die Vernachlässigung sozialer Kontakte sind ein Hinweis, dass das Kind zu viel spielt. Überschreitet ein Kind die verabredete Spieldauer, sollten Eltern das nicht als böse Absicht abwerten. Stattdessen sollten sie rechtzeitig auf das Ende der Spielzeit hinweisen. Auch eine Art Medien-Stundenplan kann helfen.© dpa