Egal ob mit Pro-Retinol A oder Coenzym Q10, egal ob billig oder teuer - bei Stiftung Warentest haben alle neun Antifaltencremes versagt. Die Prüfer hatten 270 Frauen vier Wochen lang cremen lassen.

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Jede zweite Frau glaubt, Cremes können Falten im Gesicht sichtbar verringern oder sogar ganz verschwinden lassen. Ein aktueller Test zeigt, wie sehr sie sich irren. Bei der Überprüfung von neun Antifaltencremes erzielte keine die versprochene Wirkung, berichtet Stiftung Warentest. Alle Cremes erhielten die Note "Mangelhaft".

Werbesprüche wie "sichtbar reduzierte Falten in 14 Tagen" oder "tiefe Falten werden gemildert und die Haut wird sichtbar straffer" hätten sich bei allen Produkten nicht als haltbar erwiesen, erklärten die Prüfer. Dabei war es egal, ob die Creme 2 Euro oder 87 Euro kostete oder ob sie auf Pro-Retinol A oder Coenzym Q10 setzte.

270 Frauen testeten vier Wochen lang

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Für den Test rieben 270 Frauen morgens und abends die eine Hälfte ihres Gesichts mit einer der Antifaltencremes ein, auf der anderen Seite trugen sie eine Feuchtigkeitscreme auf. Der Versuch dauerte insgesamt vier Wochen, nach dieser Zeit sollten sich laut den meisten Herstellern die ersten Effekte zeigen. Um dies zu überprüfen, machten die Prüfer von Stiftung Warentest jeweils vor und nach dem Cremen ein Foto des Gesichts der Frauen.

Anschließend legten sie die Aufnahmen Experten vor, die sich die Augenpartien der Frauen angucken sollten. Dabei wussten sie weder, auf welche Seite des Gesichts die Frauen welche Creme aufgetragen hatten, noch welches Foto vor und welches nach der Probe-Zeit aufgenommen wurde. Das Ergebnis: Bei keiner der Cremes konnten die Prüfer einen Einfluss auf die Falten erkennen. Zum Teil bewerteten sie die Aufnahmen aus der Zeit nach der vierwöchigen Phase sogar schlechter als die früheren.

Frauen bewerteten ihre Haut selbst besser

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Befragten die Prüfer hingegen die Frauen nach ihrem Gefühl, fiel das Ergebnis anders aus. Viele hatten den Eindruck, dass das Cremen feine Fältchen rund um die Augen gelindert hatte. Das erklärt auch, wie die Hersteller zum Teil zu ihren Werbeversprechen kommen: In Studien lassen sie Frauen das Produkt häufig selbst testen und ihre Einschätzung abgeben. Dann verschönert die Psychologie das Ergebnis. Wer sich um etwas bemüht, hat häufig das Gefühl, dass es etwas gebracht hat. Im Prinzip ist das Phänomen ein Teil des Placebo-Effekts.

Eine gute Creme soll laut Stiftung Warentest die Haut mit Feuchtigkeit versorgen. Doch die teuerste Antifaltencreme im Test habe nicht einmal das geschafft, so die Tester. Für die fehlende Wirkung der Stoffe in den Cremes gibt es übrigens eine einfache Erklärung: Um Falten lindern zu können, müssen die Wirkstoffe erst mal in ausreichender Menge in die Haut eindringen. Daran hapert es oft schon.

Den kompletten Text finden Sie hier kostenfrei auf der Homepage von Stiftung Warentest.© SPIEGEL ONLINE