Dreimal? Fünfmal? Siebenmal? Die Frage, wie viele Mahlzeiten wir uns pro Tag einverleiben sollten, ist von Wissenschaftlern lange nicht eindeutig beantwortet worden. Jetzt gibt es aber eine klare Tendenz – zumindest für alle, die abnehmen wollen.

Morgens wie ein Kaiser, mittags wie ein König, abends wie ein Bettelmann: So lautet seit Jahrzehnten die Antwort des Volksmunds – zumindest wenn es um die Menge geht, die bei den Mahlzeiten zu sich genommen werden soll.

Wenige große Mahlzeiten sparen Kalorien

Wissenschaftler wiederum vertraten lange den Standpunkt, dass es völlig egal sei, wann im Laufe des Tages man eine Kalorie zu sich nimmt – relevant sei allein die tatsächliche Zahl der verkonsumierten Kalorien. Inzwischen ist die Wissenschaft da aber einen Schritt weiter. Denn ausgelöst durch neue Diätforschungen und Trends aus den USA gelten die folgenden Ernährungsregeln unter führenden Experten inzwischen als einigermaßen unstrittig.

• Wenige "große" Mahlzeiten sind zumindest für Abnehmwillige besser als mehrere kleine über den Tag verteilt.

• Abends ist es für Abnehmwillige schlau, zum einen nicht zu spät zu essen (im Idealfall nicht nach 18 Uhr) und zum anderen möglichst eiweißreiche Speisen zu sich zu nehmen, weil die der körpereigenen Fettverbrennung am wenigsten im Wege stehen.

Grund für diese neuen Ansagen sind aktuelle Forschungen, die sich mit dem Insulinhaushalt des Körpers beschäftigen. Ein hoher Insulinwert des Körpers behindert die körpereigene Fettverbrennung – insofern war es naheliegend, zu erforschen, welche Auswirkungen häufiges und weniger häufiges Essen auf den Körper hat. Die Faustformel dazu lautet: Häufigeres Essen hält den Insulinspiegel eher hoch, die Fettverbrennung wird dadurch öfter lahmgelegt – selteneres Essen am Tag mit im Idealfall fünfstündiger Pause zwischen den Mahlzeiten lässt den Insulinspiegel zwischendurch wieder absinken, die Fettverbrennung kann besser arbeiten.

Die "Lean Habits Study" der Hamburger Hochschule für angewandte Wissenschaften zeigt: Menschen, die regelmäßig drei Mahlzeiten essen, bis sie satt sind, und dafür auf Zwischenmahlzeiten verzichten, sparen ohne Hungergefühl bis zu 250 Kalorien am Tag gegenüber den Öfter-Essern.

Abendbrot entscheidet über Abnehmerfolg

Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang Ihr Abendbrot – die wichtigste Abnehm-Mahlzeit des Tages! Hier ist es für Abnehmwillige nach neuester Forschung wichtig, möglichst eiweißreiche Nahrung zu sich zu nehmen und weniger Kohlenhydrate, wie sie etwa in Nudeln oder hellem Brot stecken. Denn jedes Lebensmittel hat noch einmal seine eigene Auswirkung auf die Fettverbrennung im Körper – durch einen individuellen Wert, den so genannten GLYX (glykämischer Index). Ist der hoch, so wie bei kohlenhydratreichen Lebensmitteln, schnellt der Insulinwert des Körpers nach dem Essen rasch wieder hoch und bleibt auch oben.

Anders ist das bei eiweißreichen Lebensmitteln wie magerem Geflügelfleisch oder fettarmen Milchprodukten – sie halten zum einen lange satt, unterstützen zudem den Körper beim Muskelaufbau (viele Muskeln verbrennen selbst im Ruhezustand mehr Körperfett als wenige Muskeln) und halten den Insulinspiegel relativ niedrig. Das wiederum ist gerade abends wichtig, weil der Körper dann in die Ruhephase der Nacht hinüberwechselt und dort gerne in den Fettverbrennungsmodus schalten will – hat der Körper ein nur leichtes Abendessen zu verdauen und/oder eines mit viel Eiweiß, wird dieser Zustand schneller erreicht: Die Fettverbrennung des Körpers funktioniert effektiver.

Noch eins drauf setzen Abnehmwillige mit dem so genannten Dinner cancelling! Dabei lässt man das Abendessen ein- bis zweimal pro Woche tatsächlich ganz weg, nach 17 Uhr wird nichts Kalorienhaltiges mehr gegessen, erlaubt sind dann nur noch kalorienfreie Getränke wie Mineralwasser oder ungesüßte Tees. Das bedeutet zum einen noch weniger Kalorienaufnahme – und zusätzlich zur idealen nächtlichen Fettverbrennung gibt's dann noch die Ausschüttung der Hormone Somatropin und Melatonin: Beide sollen laut Expertenmeinung den biologischen Altersprozess des Körpers verlangsamen. Anreiz genug also, sich zumindest abends nicht länger den Bauch ungeniert vollzuschlagen!

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