(am) - Computer, Smartphones, Tablet-PCs und Konsolen – moderne Technologien verbinden und unterhalten Menschen und sind aus unserer Zeit nicht mehr wegzudenken. Jedoch können iPhone, Xbox und Co. auch daran schuld sein, wenn ihre Benutzer plötzlich mit körperlichen Erkrankungen wie Gelenkschmerzen oder Sehnenentzündungen zu kämpfen haben. Mit dem Erscheinen neuer Technologien entstanden auch neue Krankheitsbilder.

Wenn sich eine untrainierte Person dazu entschließt, nach Jahren der sportlichen Abstinenz wieder in ein Fitnessstudio zu gehen, dann könnte der nächste Tag folgende Beschwerden mit sich bringen: Muskelkater, Nacken- oder Schulterschmerzen. Heutzutage muss man sich nicht sportlich betätigen, ja man muss nicht einmal seine Wohnung verlassen, um sich solche körperlichen Beeinträchtigungen zuzuziehen. Moderne Technologien machen es möglich.

Der Urvater von körperlichen Erkrankungen durch Technik ist das so genannte "Space Invaders Handgelenk". Im Jahr 1981 widmete sich ein Bericht des Medizin-Studenten Timothy McCowan im Fachmagazin "New England Journal of Medicine" dem Phänomen. Er beobachtete an sich selbst eine "schmerzhafte Steifheit des Handgelenks" ausgelöst durch das wiederholte und schnelle Beugen und Strecken seiner Hand, während er den heutigen Spieleklassiker "Space Invaders" zockte. Das "Space Invaders Handgelenk" war geboren und rief weitere Wissenschaftler auf den Plan, die wiederum neue Krankheitsbilder erkannten, welche durch moderne Technologien entstanden. Wir stellen Ihnen fünf davon vor:

Handy- oder Gameboy-Nacken:

Symptome: Kopf-, Schulter- und Nackenschmerzen.

Ursachen: Die Nackenmuskulatur wird durch den nach unten geneigten Blickwinkel beim Lesen auf dem Smartphone oder beim Spielen auf einer so genannten "Handheld-Konsole" wie dem Gameboy verstärkt belastet.

Vorbeugung: Immer wieder die Schultern kreisen, danach hochziehen und wieder fallen lassen. Das lockert die Muskulatur und entspannt.

Smartphone-Akne:

Symptome: Pickel, Ausschlag sowie Hautreizungen im Gesicht.

Ursachen: Auf den Touchscreen-Display eines Smartphones verbreiten sich wegen der Bedienung mit den Fingern gerne Bakterien. Beim Telefonieren wird das Handy an die Wange gehalten, die Bakterien verteilen sich dann auf der Gesichtshaut.

Vorbeugung: Das Touchscreen-Display mit Desinfektions-Tüchern oder Sprays (bei Bedarf mehrmals) täglich reinigen. Bei besonders sensiblen Hauttypen beruhigen austrocknende Salben mit Zink die Haut.

Wiiitis:

Symptome: Sehnen- und Muskelschmerzen in Schultern und Rücken, Muskelkater.

Ursache: Einseitige, teils ungelenke und sich wiederholende Bewegungen des Armes beim Spielen mit der Nintendo Wii strapazieren die Muskeln.

Vorbeugung: Vor dem Spielen dehnen und zwischendurch auch einmal Pausen machen. Äußerst einsatzbereite Spieler können sich sogar Verstauchungen, Prellungen, Risswunden oder Knochenbrüche zuziehen. Auch unabsichtliche Schläge ins Gesicht des Mitspielers sind bei umkämpften Partien auf der Wii keine Seltenheit. Am besten schaffen Sie einfach Platz um sich herum, indem Sie Ihre Möbel verrücken. Sie könnten natürlich auch einen Gang zurück schalten und auf Ihre Mitstreiter Rücksicht nehmen.

Mausarm (RSI-Syndrom):

Symptome: Schmerzen im Arm, oft verbunden mit Taubheitsgefühl und steifen Gelenken. Missempfindungen und Kraftverlust im Arm. Die Schmerzen verschlimmern sich meist rasch, wenn die Arbeit wieder aufgenommen wird.

Ursache: Intensives Arbeiten und/oder Spielen am Computer. Durch die ständigen Mausklicks werden die Sehnen, Nerven, Muskeln oder Gelenke im Arm überbelastet. Persönliche Faktoren wie Stress oder hohe Arbeitsbelastungen verstärken die Auswirkungen des RSI-Syndroms ("repetitive strain injury"). Es handelt sich dabei um eine Verletzung durch wiederholte Beanspruchung oder Belastung.

Vorbeugung: Regelmäßige Pausen beim Arbeiten und Spielen am Computer einlegen. Zwischendurch die belasteten Gelenke dehnen. Den Arbeitsplatz so ergonomisch wie möglich gestalten und eine bequeme Körperhaltung einnehmen.

Schulterschmerzen durch Tablet-PCs:

Symptome: Verspannungen in Nacken- und Schultermuskulatur.

Ursachen: Falsche Haltung von Kopf und Nacken beim Lesen auf den Tablet-PCs, deren Bildschirme stärker geneigt sind als bei Laptops oder Desktop-PCs. Vor allem wenn der Tablet-PC im Schoß liegt, ist die Haltung der Kopf- und Nackenmuskulatur zu weit nach unten ausgerichtet.

Vorbeugung: Einer Studie der Harvard School of Public Health in Cambridge und des Brigham and Women's Hospital in Boston zufolge sollte der Tablet-PC hoch positioniert werden. Idealerweise sollte dieser auf einem Tisch bedient werden. Dadurch verringere sich die Beugung der Kopf- und Nackenmuskulatur. Dabei werde aber auch die Bedienung des Geräts erschwert und es könnte zu Problemen mit Handmuskulatur und Gelenken führen.