Der Herbst ist da. Und es lässt sich nicht leugnen: Weniger Tageslicht und kühlere Temperaturen drücken unsere Stimmung. Zum Glück gibt es einige Strategien, mit denen man dem sogenannten Herbstblues entgegensteuern kann.

Folgt aus dem gleichen Geburtstag ein ähnliches Schicksal?

Weniger Licht und trübes Grau im Herbst können die Laune vermiesen. In der Medizin wird der umgangssprachliche Herbstblues "Saisonabhängige Depression" (SAD) genannt.

Die typischen Symptome sind das Gefühl von Energielosigkeit, Müdigkeit am Tag, Heißhunger auf kohlenhydratreiche Nahrungsmittel und Gewichtszunahme, erläutert Christa Roth-Sackenheim vom Berufsverband Deutscher Psychiater (BVDP). Auch Angstzustände und Niedergeschlagenheit können auf eine SAD hinweisen. Eine nicht-saisonale Depression unterscheidet sich zum Beispiel dadurch, dass statt Heißhunger und Müdigkeit eher Appetitlosigkeit und Schlafstörungen auftreten.

Hormonproduktion verändert sich

Durch das fehlende Licht im Herbst produziert der Körper weniger stimmungsaufhellende Endorphine und schüttet weniger von dem Glückshormon Serotonin aus. Stattdessen erzeugt er nachts mehr Melatonin, das den Schlaf steuert und müde macht. Die Zeitumstellung am 25.10.2015 macht es nicht besser - abends wird es dadurch noch früher dunkel. Doch Psychologen warnen davor, beim "Herbstblues" gleich chemische Stimmungsaufheller zu nehmen.

Welchen Einfluss der Erdtrabant wirklich auf unser Leben hat.

Oft reichten Spaziergänge bei frischer Luft und hellem Licht. Selbst bei trübem Wetter wirkt Tageslicht wie eine Therapielampe. Außerdem hilft der Aufenthalt im Freien, über das UV-Licht Vitamin D in der Haut zu bilden und zusätzlich verbessert er den Schlaf.

Gesund essen - also Obst und Gemüse - ist natürlich ebenfalls wichtig. Im Winter nimmt man die Ernährung am besten noch einmal bewusster in Augenschein. Gut ist, sich am mediterranen Stil zu orientieren - wenig Fleisch, gute Öle. "Schädlich ist viel Alkohol", warnt Peter Walger, Infektionsexperte des Berufsverbands Deutscher Internisten (BDI). Denn durch ihn verliert man Flüssigkeit. Das heißt: Auch wenn es bald wieder Glühwein gibt, sollte man es damit nicht übertreiben.

Prof. Dr. Ulrich Hegerl, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe, rät, regelmäßig Sport zu treiben und soziale Kontakte zu pflegen: "Auf sich zu achten, auch angenehme Dinge in den Tagesablauf einzubauen sowie nicht zu lange zu schlafen, das ist sicher ein probates 'Rezept', um gut gelaunt durch die dunklere Jahreshälfte zu kommen." (sag/dpa)

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Tiere im Laub bereiten sich auf den Winter vor

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