Gelatine in Frühstücksflocken, Tierhaar-Substanzen in Brötchen: Organisationen wie Foodwatch kritisieren des Öfteren Produkte, in denen sich tierische Bestandteile verstecken. Manche Hersteller haben darauf reagiert, doch bei noch immer heißt es bei vielen vermeintlich vegetarischen Lebensmitteln aus dem Supermarkt: Vorsicht, hier ist Tier drin.

Die gute Nachricht vorneweg: Ein paar Unternehmen haben auf die Kritik der Verbraucherorganisation "Foodwatch" reagiert. Das Vitamin-Frühstück von Valensina enthält keine Gelantine mehr. Auch der Hersteller von hohes C setzt inzwischen eine vegane Substanz statt Fischgelantine ein. Der "Milram Frühlingsquark leicht" ist nach Angaben von Foodwatch jetzt ebenfalls frei von Gelatine. Von diesen Vorreitern könnten sich einige Lebensmittelhersteller eine Scheibe abschneiden.
Nicht alle vermeintlich vegetarischen oder veganen Produkte wurden ohne tierische Zusätze hergestellt. Die Laugenbreze zum Beispiel ist nicht so unschuldig, wie sie aussieht. Bei der Herstellung wird häufig Schweineschmalz verwendet.
Gelatine oder Hausenblase (getrocknete Fischblase) werden häufig eingesetzt, um Wein zu klären und zu filtern. Mittlerweile werden hierfür aber oft auch Gesteine verwendet. In Spanien filtert man jedoch noch immer vereinzelt mit Stierblut. Für die Herstellung veganer Weine hingegen werden keine tierischen Klärstoffe verwendet.
Ein leckeres Marmeladenbrot gehört zum Frühstück einfach dazu? Als Vegetarier sollten Sie genau hinschauen. Denn um die ansprechende rote Farbe zu erzielen, wird in vielen Produkten der Farbstoff Karmin verwendet - und der wird aus weiblichen Schildläusen gewonnen.
Auf der Liste der Inhaltsstoffe taucht Karmin oft nicht einmal auf. Dort ist es als Lebensmittelfarbstoff E 120 vermerkt. Neben Marmeladen werden auch Fruchtgummis oder rote Limonaden damit eingefärbt.
Viele Säfte werden mit Gelatine geklärt, warnt die Jugendkampagne der Tierrechtsorganisation Peta, Peta2. Sie führt online eine Liste mit unbedenklichen Marken auf.
Auch mit Zucker überzogene Frühstücksflocken können Gelatine enthalten.
Lab ist ein Gemisch aus den Enzymen Chymosin und Pepsin, die aus dem Magen junger Wiederkäuer gewonnen werden. Es dient zur Käseherstellung, unter anderem auch von Parmesan. In der Folge sind damit auch einige Pestosorten nicht mehr vegetarisch.
In vielen Backwaren ist die Aminosäure L-Cystein oder E 920 enthalten ist. Sie kann aus tierischen Bestandteilen wie Horn oder Haaren hergestellt sein. Trotzdem wird das Mehlbehandlungsmittel teilweise für das künstliche Fleischaroma bei veganen Produkten eingesetzt, heißt es online beim "Lebensmittellexikon".
Für das Aroma in Kartoffelchips sorgen unter anderem Aromen aus Rind, Schwein, Fisch oder Geflügel. Der Vegetarierbund empfiehlt Veganern und Vegetariern zur Orientierung das sogenannte V-Label als verlässliches Gütesiegel. Sein Aufdruck zeigt an, ob das betreffende Produkt vegetarisch oder vegan, also zu 100 Prozent pflanzlich, ist.