In den letzten Tagen häufen sich Lebensmittelwarnungen über kontaminiertes Rindfleisch. Möglicherweise sind Produkte wie Roastbeef, Rinderbraten und Corned Beef mit dem Bacillus Anthracis verunreinigt, der Milzbrand verursachen kann. Wie gefährlich ist das Bakterium?

Bereits seit letzter Woche werden Rindfleischprodukte verschiedener Hersteller zurückgerufen. Die Waren wurden an unterschiedliche Supermärkte geliefert. Ein Großteil der Ware ist nach Auskunft der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen im Zeitraum von Ende September bis Anfang Oktober verkauft worden.

Welche Produkte betroffen sind, wird auf dem Portal "Lebensmittelwarnung.de" aufgelistet. Kunden, die eine dieser Waren zu Hause haben, sollten diese nicht verzehren und ins Geschäft zurückbringen, warnt die Verbraucherzentrale. Käufer erhalten - auch ohne Kaufbeleg - ihr Geld zurück.

Warnung für alle Bundesländer

Betroffen sind vor allem Hersteller in Nordrhein-Westfalen, die verschiedene Supermärkte beliefern. Vorsorglich wurde eine Lebensmittelwarnung für alle Bundesländer herausgegeben.

Achtung Ekelalarm! So schnell verderben Lebensmittel wirklich.

Das verdächtige Fleisch stammt von Rindern aus der Slowakei, die zum Schlachtzeitpunkt jedoch unauffällig waren. "Experten halten eine Infektion der Tiere mit dem Erreger für wenig wahrscheinlich, können sie aber nicht mit letzter Sicherheit ausschließen", heißt es auf der Webseite der Verbraucherzentrale.

Milzbrand beim Menschen sehr selten

Milzbrand oder Anthrax ist eine bakterielle Infektionserkrankung, die meist Tierbestände in Afrika, Asien und Teilen Europas befällt. Gefährdet sind vor allem Paarhufer wie Schafe oder Rinder. Dass Menschen betroffen sind, kommt in Industrieländern äußerst selten vor. Meist infizieren sich Menschen aus Risikogruppen wie Bauern oder Tiermediziner.

Der Erreger breitet sich in der Regel auf der Haut aus, kann aber auch Lunge oder Darm befallen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es weltweit etwa 2.000 Fälle von Hautmilzbrand jährlich. Die Infektion wird mit Antibiotika behandelt. Ohne Therapie kann sie tödlich verlaufen. (dpa/sist)