Berlin (dpa/tmn) - Weihnachten birgt viel Konfliktpotenzial. Ein Grund dafür sei, dass das Zusammensein mit der Familie oft sehr geballt ist, sagt die Psychologin und Familientherapeutin Dörte Foertsch.

Manche Verwandte sieht man das ganze Jahr nicht - an Weihnachten ist man dann aber gleich mehrere Tage mit ihnen auf engem Raum zusammen. Alle anderen Menschen, mit denen man sich im Alltag oft und gern umgibt, sind dagegen quasi ausgeschlossen. Um die klassischen Konflikt-Auslöser zu vermeiden, lassen sich einige Tipps beachten:

Konfliktthemen vertagen: Man hat sich monatelang nicht gesehen, aber das peinliche Geschenk zur Kommunion ärgert den einen noch immer. Solche Konflikte sollte man aber nicht an den Weihnachtstagen lösen. "Das sollte man außen vor lassen, es hat wann anders Zeit", sagt Foertsch. Damit man sich innerlich nicht die ganze Zeit ärgert, kann es helfen, schon mal einen Termin zur Aussprache zu vereinbaren - mehrere Wochen später.

Freiräume schaffen: Draußen ist es kalt, die Geschäfte haben zu, und irgendwie ist es ein Muss, die ganze Zeit mit der Familie zu verbringen. Das kann man normalerweise mehr genießen, wenn man sich kleine Auszeiten nimmt. "Man sollte sich auch an Weihnachten ruhig mal den Freiraum gönnen, etwas anderes zu machen", sagt Foertsch. Das kann ein Kaffeetrinken mit einer guten Freundin sein. Oder man legt sich einfach eine Weile mit einem guten Buch aufs Sofa.

Sich öffnen: Nicht für jede Familie ist es das Richtige, die ganze Zeit aufeinanderzuhocken. Manchmal wird die Situation schon entspannter, wenn die alten Traditionen ein bisschen aufgelockert werden. "Man kann ruhig mal Freunde einladen", schlägt die Expertin. So wird die Runde etwas aufgelockert, und es kommen wieder ganz neue Gesprächsthemen auf. © dpa