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17.01.2012, 10:22 Uhr

"Döner-Morde" ist das Unwort des Jahres

(mom/cze) - "Döner-Morde" ist das Unwort des Jahres 2011. Das gab die Jury des Preises an der Universität Darmstadt bekannt.

In der Begründung heißt es, der Begriff stehe "prototypisch dafür, dass die politische Dimension der Mordserie jahrelang verkannt oder willentlich ignoriert wurde". Dadurch sei von dem tatsächlichen Hintergrund abgelenkt und der Verdacht auf Schutzgeld- oder Drogengeschäfte verschoben worden.

Weiter heißt es: "Mit der sachlich unangemessenen, folkloristisch-stereotypen Etikettierung einer rechtsterroristischen Mordserie werden ganze Bevölkerungsgruppen ausgegrenzt und die Opfer selbst in höchstem Maße diskriminiert, indem sie aufgrund ihrer Herkunft auf ein Imbissgericht reduziert werden."

Hinter den "Döner-Morden" kamen die Begriffe "Gutmensch" und "marktkonforme Demokratie" auf die weiteren Plätze der Abstimmung.

Bei "Gutmensch" kritisiert die Jury, dass "insbesondere in Internet-Foren das ethische Ideal des 'guten Menschen' in hämischer Weise aufgegriffen" werde, um "Andersdenkende pauschal und ohne Ansehung ihrer Argumente zu diffamieren und als naiv abzuqualifizieren". Zwar merkt die Jury an, dass der Begriff bereits seit 20 Jahren in dieser Weise benutzt werde, im Jahr 2011 sei er aber verstärkt als "Kampfbegriff" verwendet worden.

Die "marktkonforme Demokratie" geht zurück auf ein Zitat von Bundeskanzlerin Angela Merkel und stehe "für eine höchst unzulässige Relativierung des Prinzips, demzufolge Demokratie eine absolute Norm ist, die mit dem Anspruch von Konformität mit welcher Instanz auch immer unvereinbar ist".

Insgesamt wurden bei der Jury 923 verschiedene Wörter eingereicht, nach den "Döner-Morden" wurden die Begriffe "Stresstest", "Rettungsschirm" und "Tagesrandzeit" am häufigsten vorgeschlagen.

Alle News vom: 17. Januar 2012 Zur Übersicht: Lifestyle

940 Meinungen zu ""Döner-Morde" ist Unwort 2011"

  • ricoschatzlebt
    Dienstag, 01.05.2012, 11:45 Uhr
    Stimme zu!!!!!!!
  • ascona77
    Sonntag, 22.01.2012, 10:17 Uhr
    Mein Unwort: Politik machen
  • Fairplay
    Freitag, 20.01.2012, 15:36 Uhr
    Wo ihr g'rad neue "Unworte" sucht ist mir auch eines eingefallen, das vor einigen Jahren auch in aller Munde war nämlich "Minuswachstum". Wie so viele andere auch eigentlich ein Widerspruch in sich.
  • Nika11
    Freitag, 20.01.2012, 15:04 Uhr
    Amonasro | 1135 Beiträge Heute kam im Radio auch noch mehrfach so ein "Unwort": Erneuerbare Energie "Erneuerbar" bedeutet, daß man das Bezeichnete erneuern kann. Gestern war viel Wind. Windenergie also..." ____________ Nein, erneuerbar heißt, dass es sich hier um Energie handelt, deren Quellen wie Wind und Sonne nicht versiegen (wie z.B. Erdöl) oder Rohstoffe wieder nachwachsen.
  • Fairplay
    Freitag, 20.01.2012, 13:30 Uhr
    Roadrunner Zum Abschluss noch ein paar andere, gängige, Bezeichnungen: Spaghettifresser, Zitronenschüttler, Bananenbieger, Schlawacken, Polacken, Koksbröckel etc etc., wobei dies bei ersterem gerne mit feige oder hinterhältig etc. "veredelt" wird. Jeder versucht dem Angehörigen einer anderen Nation ein möglichst negatives Attribut anzuhängen. So wurde auch in früheren Zeiten die Syphilis von den Franzosen als englische Krankheit, von diesen wiederum als französische bezeichnet. Auch manches Ungeziefer wurde mit dem Namen der Nachbarnation tituliert, obwohl es im eigenen Land genauso daheim war. Du kannst mich ruhig einen Nasty Kraut nennen. I'm proud to be a nasty Kraut.
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