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06.08.2012, 16:56 Uhr

Erst Sex, dann Gold? Forscher rätseln weiter

Sydney (dpa) - Australiens Schwimmdamen sind bei Olympia mit dem erotischen Roman "Geheimes Verlangen" ins Bett gegangen, wie Goldfrau Alicia Coutts ausplauderte.

Ihr Landsmann, der Schütze Russell Mark, beschwerte sich, dass er mit einem Kollegen und nicht mit Mannschaftskameradin - und Ehefrau - Lauryn Mark das Zimmer teilen sollte. Auch das deutsche Schwimm-Traumpaar Britta Steffen und Paul Biedermann schlief in London in getrennten Unterkünften. Die ewige Frage bleibt: Ist Sex vor dem Wettkampf gut oder nicht?

"Wenn Sex für Sportler zur normalen Vorbereitung gehört, würde ich keine Abstinenz verordnen", sagt Physiotherapeut Mark Brown vom Sportmedizinrat in Australien, der an drei Olympischen Spielen teilgenommen hat. "Viele Athleten folgen in der Vorbereitung festen Ritualen. Die sollte man nicht stören." So manche Trainer meinen, dass eine Sexsperre Spieler aggressiver und damit besser macht. Andere glauben dagegen, dass Sportler bei zu viel Aggression den Blick fürs Wesentliche verlieren und schlechter werden.

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Glaubt man Stars wie US-Schwimmer Ryan Lochte, gibt die Mehrheit der Olympioniken nur wenig auf die Meinung von Experten. "70 bis 75 Prozent" der Bewohner des olympisches Dorfes würden auch während der Spiele keineswegs enthaltsam sein, ließ Lochte wissen. Andere berichten sogar von einem wahren Lotterleben vieler Athleten.

Aus Sicht von Sportwissenschaftler David Bishop von der Victoria University schmälert das die Medaillenchancen aber nicht zwangsläufig. "Sex und dann ein guter Schlaf - das kann sich sicher positiv auswirken", sagt er. "Wenn Sportler das nicht so gewohnt sind, sollten sie es natürlich in der Wettkampfvorbereitung auch lassen."

Eine wissenschaftliche Antwort sei schwierig, sagen beide Experten. Einfach, weil eine kontrollierte Studie unmöglich sei. Kaum einer mache ehrliche Angaben zu seinem Sexleben, sagt er. Vier Studien, in denen ausschließlich Männer befragt wurden, fand Bishop in der Literatur und keine davon kam zu einem eindeutig positiven oder negativen Ergebnis.

Viel hänge davon ab, was die Athleten selbst vor dem Start für wichtig halten, meint Brown. Manche folgen bizarren Ritualen, stehen etwa mit demselben Bein auf wie beim letzten Triumph, oder bandagieren sich ein Körperteil, weil sie damit mal siegten und dies seitdem als Talisman betrachten. "Man darf sie nicht psychisch belasten, indem man ihnen sagt: Junge, dass ist doch alles Quatsch." Mit der Frage nach Sex oder Abstinenz sei es ähnlich. Und die Sache sei bei jedem vermutlich anders. "So, wie lange Flüge oder Schlafen in fremden Betten und das Leben im Olympia-Dorf jeden anders belasten", sagt Bishop.

Erotischer Roman oder Ehefrau - die Sportler sollten nach Meinung dieser Experten am besten selbst entscheiden, wie sie die Nächte vor einem wichtigen Wettkampf verbringen. Das olympische Sex-Rätsel bleibt wohl vorerst ungelöst.

Alle News vom: 6. August 2012 Zur Übersicht: Lifestyle

67 Meinungen zu "Erst Sex, dann Gold?"

  • NumeratorPisorum
    Dienstag, 07.08.2012, 15:34 Uhr
    @ pretzel S.9 man hätte frau drygalla wohl auch mehr sex zugestehen sollen. aber mit einer art " sippenhaft" wird diese frau um alle chancen gebracht.das ist richtig schön demokratisch! +++ Die Chancen hatten sie und die anderen Ruderinnen doch längst vertan, sie waren nichteinmal im Finale. Das ganze kam doch erst hoch, nachdem der Frauen-Achter schon "eingegangen" war. Durch ihre "freiwillige Abreise" hatte sie nur keine Chance mehr auf "Sex nach Kein-Gold" in London, dafür konnte sie sich um so schneller wieder in Rostock vergnügen!
  • NumeratorPisorum
    Dienstag, 07.08.2012, 15:18 Uhr
    @ Puppa1 S.9 "... Dann hätten sicher auch unsere Reiter Medaillen geholt!" +++ Haben sie doch, sogar 2 Goldene an einem Tag! Aber es fragt sich dann, wer Sex haben sollte, das Pferd oder der/die Reiter/in!? - Doch nicht etwa beide miteinander, das wäre ja abartig! *hahaha*
  • Freigeistheit
    Dienstag, 07.08.2012, 15:18 Uhr
    Die sollen Gold nach hause bringen.. und sich dort nich gegenseitig das Hirn rauspimpern -.- Ehrlich..gibts echt nix wichtigeres zu berichten?
  • ironikus
    Dienstag, 07.08.2012, 15:04 Uhr
    Ja was ist denn da in den Kämmerlein der Chinesen und vorallem der puritanischen Amis los? Dass die Tommys diesbezüglich keine Klosterbrüder sind ist hinlänglich bekannt. Dass aber ausgerechnet die Deutschen sexuell "ungedopt" zu Werke gehen wird höchstens den Pabst freuen.
  • zaytgayst
    Dienstag, 07.08.2012, 14:47 Uhr
    Erst Sex, dann Arbeit? Gilt bestimmt nicht für die WEB/GMX-Redaktionsmitarbeiter.
  • Puppa1
    Dienstag, 07.08.2012, 12:56 Uhr
    Ich wäre dafür: erst Sex, dann Gold! Nur wer absolut entspannt ist, kann sich entsprechend konzentrieren und dann Höchstleistung bringen! Dann hätten sicher auch unsere Reiter Medaillen geholt!
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