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14.11.2012, 07:02 Uhr

Analyse: Verbotene Liebe versetzt Washington in Aufruhr

Washington (dpa) - So hat sich US-Präsident Barack Obama die erste Woche nach seiner Wiederwahl garantiert nicht vorgestellt. Statt sich erstmal ein wenig auf seinem großen Triumph ausruhen zu können, bereiten ihm Fehltritte seiner Top-Leute im Anti-Terror-Kampf immense Sorgen.

Doch nicht nur der Präsident, die gesamte US-Hauptstadt verfolgt nervös die immer neuen Enthüllungen: Was kommt noch alles ans Licht?

Erst tritt CIA-Chef David Petraeus völlig überraschend wegen einer außerehelichen Affäre mit seiner Biographin zurück. Dann gerät auch noch Obamas Top-General John Allen ins Visier von Ermittlern - und der Boulevard-Medien. Der verheiratete Chef der internationalen Schutztruppen Isaf soll "unangemessene" E-Mails an eine ebenfalls verheiratete Frau in Florida geschickt haben.

Schon der Petraeus-Skandal ließ den Mächtigen in Washington die Kinnlade herunterklappen. Doch dass sich das Netz aus FBI-Ermittlungen, Eifersuchtsdramen und schlüpfrigen E-Mails nun auch um den international respektierten Vier-Sterne-General Allen zusammenzieht, bringt das Bild vom wie geschmiert laufenden Verteidigungsapparat der USA vollends ins Wanken. Selbst die Nato ist betroffen: Allen soll eigentlich ihr Oberkommandeur in Europa werden.

Der Obama-Korrespondent des TV-Senders NBC, Chuck Todd, spricht kopfschüttelnd von einer "unglaublichen Seifenoper". Die Rede war am Dienstag von 20 000 bis 30 000 Nachrichten "mit potenziell unangebrachtem Inhalt", die Allen an Jill Kelley geschickt habe - jene Frau aus Petraeus' Freundeskreis, die die Ermittlungen wegen dessen Liebesaffäre ins Rollen gebracht haben soll. Details ließen sich bisher weder das FBI noch das Pentagon entlocken, das die Ermittlungen übernommen hat. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Es wird lange dauern, bis alle Enden der pikanten Geschichte entwirrt sind. Stimmen bisherige Medienberichte, dann ist Kelley die Frau im Mittelpunkt des Skandals. Die Freundin der Petraeus-Familie schaltete das FBI ein, weil sie sich von E-Mails belästigt fühlte. Diese kamen von Paula Broadwell, der mutmaßlichen Geliebten von Petraeus. Offenbar war sie eifersüchtig auf Kelley. Die Bundespolizei fand aber nicht nur Hinweise auf die Affäre des CIA-Chefs mit seiner Biografin - sondern auch massenhaft Mails von Allen an Kelley.

Der weist alle Anschuldigungen von sich und verbarrikadiert sich nach Medienberichten erstmal hinter Top-Anwälten. Auch US-Verteidigungsminister Leon Panetta will keine voreiligen Schlüsse zulassen. Doch Allens Nominierung als Nato-Oberkommandeur durch den US-Senat wollen Obama und er trotzdem erstmal auf Eis legen. Die Erfahrungen der letzten Tage zeigen: Niemand weiß, was als nächstes passieren kann.

Obama, der Oberbefehlshaber des US-Militärs, muss sich fragen, ob er seinen amtierenden und pensionierten Vier-Sterne-Generälen wie Petraeus und Allen eigentlich vertrauen kann. Schon ihr Vorgänger als Isaf-Oberkommandeur in Afghanistan, Stanley McChrystal, fiel in Ungnade, als er sich unflätig über den Präsidenten und andere Regierungsmitglieder äußerte. Davor war es David McKiernan, den das Pentagon unsanft von seinem Posten entfernte.

Eigentlich wollte sich Obama nach der Wahl als erstes um eine Lösung für die US-Haushaltsprobleme kümmern. Nun muss er vor allem den Schaden für seine Verteidigungspolitik begrenzen. Fachleute schließen nicht aus, dass der Skandal noch weitere Kreise zieht.

Alle News vom: 14. November 2012 Zur Übersicht: Nachrichten

88 Meinungen zu "Washington ist in Aufruhr"

  • MacLir
    Donnerstag, 15.11.2012, 15:57 Uhr
    Seine Aufgabe für diesen Posten scheint er wirklich nicht sehr ernst genommen zu haben. Klar, was die zu regeln haben, wird ohnehin von Israel vorgegeben.
  • Kasperltheater
    Donnerstag, 15.11.2012, 09:48 Uhr
    Was soll der Zirkus? Wenn alle zurück treten müßten weil sie fremd bumsen, dann würden auf der Welt eine Menge Positionen frei
  • tunkelrot
    Donnerstag, 15.11.2012, 09:19 Uhr
    20.000 bis 30.000 e-mails geschrieben von dem Herrn Allen. Ab jetzt Runterstufung zum Tippser aber zack, zack.
  • ENTFLUTER
    Mittwoch, 14.11.2012, 17:50 Uhr
    Die WELLE nimmt Fahrt auf: http://www.amazon.com/Financial-Tsunami-Will-Drown-Wave/dp/1452039097
  • ENTFLUTER
    Mittwoch, 14.11.2012, 17:48 Uhr
    Bis jetzt wollen über 500.000 Menschen aus über 40 US-Bundesstaaten sich von Washington lossagen (Secession), weil sie von WAHLBETRUG ausgehen! Siehe auch www.wnd.com: Laufband lesen sowie den folgenden Artikel: http://www.wnd.com/2012/11/the-big-list-of-vote-fraud-reports/ Die FEMA ist da sicherlich auch nicht die richtige Institution, da diese ebenso wie DHS möchten, dass durch einen Ausnahmezustand die VERFASSUNG ausgehebelt wird, damit sie mit dem Knüppel dreinschlagen und Andersdenkende umbringen (lassen) können!
  • TestDept
    Mittwoch, 14.11.2012, 17:06 Uhr
    Laut Fox News hätte die Geliebte von David Petraeus am 26. Oktober geheime Berichte durchsickern lassen, die im Zusammenhang mit dem Angriff auf das US-Konsulat in Bengasi stehen. Paula Broadwell enthüllte, dass der Anhang des Konsulats die wichtigste Basis der CIA in Nordafrika war und als geheimes Gefängnis diente. Der neokonservative TV-Sender stellt eine Verknüpfung zwischen dem Durchsickern dieser vertraulichen Informationen und dem erzwungenen Rücktritt des Exekutivdirektors der CIA, David Petraeus aufgrund seiner außerehelichen Affäre her. Diese Interpretation der Vorgänge ist unzureichend, da der Sender die potentielle Erpressung von David Petraeus nicht erwähnt hat. Es ist viel wahrscheinlicher, dass diese Neuigkeit veröffentlicht wurde, um aus dem Verlierer einen Sündenbock zu machen. Auf jeden Fall ist die zitierte Information von erstrangiger Bedeutung. Am 22. Januar 2009 hat Präsident Obama offiziell die geheimen Folter-Gefängnisse durch Erlass mit der Executive Order 13491 – Ensuring Lawful Interrogations beendet. Dennoch ist weithin bekannt, dass sich im Grund nichts geändert hat. Die vertraulichen Mitteilungen von Paula Broadwell sind die erste Bestätigung dafür. http://www.voltairenet.org/article176575.html
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