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21.02.2013, 17:26 Uhr

Erstmals seit Juli wieder deutscher Soldat verwundet

Kundus/Berlin (dpa) - Erstmals seit mehr als sieben Monaten ist in Afghanistan wieder ein deutscher Soldat verwundet worden. Beim Sturm eines Taliban-Verstecks am Rande der Stadt Kundus wurden nach Polizeiangaben außerdem vier Aufständische und zwei Polizisten einer Sondereinheit getötet.

Der Sprecher der Polizei in der Provinz Kundus, Sayed Sarwar Hussaini, sagte, drei Aufständische seien gefangen genommen worden. "Ein Soldat der deutschen Spezialkräfte wurde verwundet." In Afghanistan operieren Soldaten des Kommandos Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr.

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Die Bundeswehr teilte am Nachmittag mit, der bei einem Einsatz nahe Kundus am frühen Donnerstagmorgen verletzte deutsche Soldat sei außer Lebensgefahr. Deutsche Soldaten der Nato-geführten Internationalen Afghanistan-Schutztruppe Isaf hätten eine afghanische Operation begleitet. Dabei sei die Gruppe von Aufständischen angegriffen worden. Im Gefecht seien zwei afghanische Polizisten tödlich verletzt, vermutlich vier Aufständische getötet und der Bundeswehrsoldat verletzt worden. Er werde im Einsatzlazarett in Masar-i-Scharif behandelt.

Der Grünen-Verteidigungsexperte Omid Nouripour sagte: "Meldungen über getötete zivile Opfer stehen im eklatanten Widerspruch zu den Angaben des Verteidigungsministeriums. (Minister Thomas) de Maizière muss hier schleunigst Klarheit schaffen. Eine Lehre aus dem Bombardement vom 4. September 2009 am Kundus-Fluss ist, dass ein Herumlavieren bei der Informationspolitik verheerende Konsequenzen hat."

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Der Polizeisprecher in der Provinz Kundus sagte, die afghanischen Polizisten seien von "Spezialkräften der deutschen Armee" unterstützt worden. Unter den getöteten Taliban seien zwei kürzlich aus Pakistan eingetroffene Anführer und ein örtlicher Kommandeur. Die Gefechte hätten vier Stunden gedauert. Vier Schnellfeuergewehre seien beschlagnahmt worden. Zivilisten seien nicht zu Schaden gekommen.

Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid teilte mit, vier Zivilisten seien bei dem Einsatz getötet worden. Angaben der Taliban sind notorisch unzuverlässig. Bei einer weiteren Operation im angrenzenden Distrikt Kala-i-Sal wurden nach Isaf-Angaben bereits am Mittwoch zwei Aufständische mit einem Luftschlag getötet.

Zuletzt waren am 4. Juli 2012 bei einem Angriff auf eine Patrouille südlich von Kundus-Stadt zwei deutsche Soldaten verwundet worden. Gefallene hat Deutschland am Hindukusch seit mehr als 20 Monaten nicht mehr zu beklagen. Am 2. Juni 2011 war in der an Kundus angrenzenden Provinz Baghlan ein Bundeswehr-Soldat bei einem Sprengstoffanschlag getötet worden.

Kundus gehört zum deutsch geführten Regionalkommando Nord der Isaf mit Sitz in Masar-i-Scharif. Dort gab Bundeswehr-General Erich Pfeffer das Regionalkommando an General Jörg Vollmer ab. Vollmer führt auch das deutsche Kontingent der Schutztruppe.

Pfeffer sagte der Nachrichtenagentur dpa, die Sicherheitslage in der Region habe sich im vergangenen Jahr insgesamt verbessert. "In sechs von neun Provinzen war die Lage zuletzt ausgesprochen ruhig. Hier hat bereits die afghanische Polizei die Führungsrolle. Die Sicherheitsoperationen unter Führung des afghanischen Militärs konzentrieren sich auf drei Provinzen, und auch hier auf wenige Distrikte." Der Isaf-Einsatz läuft Ende 2014 aus.

Knapp zwei Jahre vor dem Ende des Einsatzes hätten afghanische Sicherheitskräfte bereits weitgehend die Verantwortung von der Bundeswehr in Nordafghanistan übernommen, sagte der General. "Die Rolle der Isaf beschränkt sich jetzt auf die Beratung und Unterstützung mit beispielsweise Informationen oder durch Sprengfallenräumung. Aber eine Vielzahl von Operationen führen unsere Partner bereits völlig eigenständig durch."

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