Bundesanwaltschaft ermittelt im Fall der Bonner Bombe
Die Situation sei noch wesentlich gefährlicher gewesen als bisher angenommen, berichtet der Westdeutsche Rundfunk (WDR) unter Berufung auf Ermittlerkreise. Die Polizei teilte dazu mit, dies sei nur "eine von mehreren Ermittlungsthesen". Die Bundesanwaltschaft hat inzwischen die Ermittlungen übernommen.
Der WDR berichtete in seinem Radioprogramm von neuen Erkenntnissen der Ermittler. Die Untersuchungen zeigten, dass der Bonner Hauptbahnhof am Montagmittag nur knapp einer Katastrophe entgangen sei. Demnach sei die Bombe offenbar aus sicherer Entfernung gezündet worden. Dass sie dann nicht explodiert sei, habe wohl nur daran gelegen, dass sie falsch zusammengebaut gewesen sei.
Die Leiterin der Kölner Polizeipressestelle, Martina Kaiser, sagte dazu: "Das kann ich nicht bestätigen, weil die Spezialisten vom Landeskriminalamt uns noch nichts dazu gesagt haben." Kaiser wollte auch nicht bestätigen, dass mittlerweile noch ein dritter Tatverdächtiger gesucht werde. "Wir sprechen nur von zwei Tatverdächtigen", sagte sie. Bei der Polizei seien seit der Pressekonferenz am Mittwochabend rund 300 Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen. Darüber hinaus werde auch viel Videomaterial ausgewertet. "Wir haben hier eine hohe Datenmenge", sagte Kaiser. Den Spuren nachzugehen, erfordere Zeit. Erst wenn man Gewissheit habe, werde man damit an die Öffentlichkeit gehen.
Die Bundesanwaltschaft hat inzwischen die Ermittlungen zum Sprengstofffund am Bonner Hauptbahnhof an sich gezogen. Es lägen nunmehr zureichende tatsächliche Anhaltspunkte dafür vor, dass es sich um einen versuchten Sprengstoffanschlag einer terroristischen Vereinigung radikal-islamistischer Prägung handelt, teilte die Behörde am Freitag mit.
Der WDR berichtete auch über "Pannen bei den Ermittlungen". So suche die Polizei erst seit Donnerstag einen Zeugen, der das Abstellen der Bombentasche offenbar als erster gemeldet habe. Kaiser bestritt, dass es Pannen gegeben habe. Es stimme zwar, dass man auf den Zeugen erst relativ spät aufmerksam geworden sei, dies liege aber daran, dass sich eine Mitarbeiterin des Bahn-Service-Points, an die sich der Zeuge gewandt hatte, unmittelbar nach dem Bombenalarm krank gemeldet habe.
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