Brüderle lehnt Entschuldigung bei "Stern"-Reporterin ab
"Ich habe mich bisher nicht zu dem Thema geäußert und werde das auch nicht tun. Ich bitte einfach, meine persönliche Entscheidung zur Kenntnis zu nehmen", sagte Brüderle am Mittwoch bei einem Pressetermin in Berlin, an dem auch Himmelreich teilnahm. Es war die von Medien mit Spannung erwartete erste Begegnung der beiden, seit die Reporterin in einem Artikel über anzügliche Äußerungen des Politikers ihr gegenüber berichtet hatte.
Der 67-jährige Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion nahm aber erstmals zur heftig geführten gesellschaftlichen Diskussion zu dem Thema Stellung. "Sexismus ist eine Debatte, die läuft, die eine gesellschaftliche Relevanz hat", sagte Brüderle. In einer Demokratie sei das ein "objektives, legitimes Phänomen". Mehr als 80 Journalisten, mehrere Kamerateams und Fotografen verfolgten den Auftritt von Brüderle und Himmelreich. Die 29-Jährige, die unter anderem in Begleitung eines "Stern"-Kollegen erschien, saß während des üblichen Pressefrühstücks des Politikers auf einem Stuhl im Hintergrund, machte sich Notizen und stellte keine Fragen.
Die SPD, die sich im Fall Brüderle bisher zurückhielt, erhöhte nun den Druck und verlangte eine öffentliche Erklärung. "Herr Brüderle muss die Vorwürfe klarstellen, er muss sich endlich erklären", sagte SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles "Spiegel Online". "Wenn alles wirklich so passiert ist, wie beschrieben, hat Herr Brüderle eine deutliche Grenze überschritten."
Die FDP habe massive Defizite in Sachen Gleichstellung und die wenigsten weiblichen Abgeordneten im Bundestag. "Die FDP hat ein Frauenproblem", sagte Nahles. Der parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Thomas Oppermann, meinte: "Ich glaube, dass Herr Brüderle gut beraten wäre, wenn er sich zu dem Thema äußern würde."
In den eigenen Reihen wird Brüderle rückhaltlos unterstützt. FDP-Chef Philipp Rösler bewertete die Sexismus-Vorwürfe gegen den Spitzenkandidaten Brüderle als Kampagne gegen die gesamte Partei. Im "Stern" war in der Vorwoche ein Porträt erschienen, in dem Himmelreich eine Begegnung mit Brüderle vor über einem Jahr an einer Hotelbar schildert. Brüderle sei dabei mit anzüglichen Bemerkungen aufgefallen.
Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen begrüßte die aktuelle Debatte über Sexismus. "Die starke Reaktion in der Öffentlichkeit zeigt, dass ein Nerv getroffen wurde", sagte die CDU-Politikerin der "Welt". Viele Frauen hätten Belästigungen erlebt und äußerten dies nun auch. "Besonders schlimm sind Übergriffe, die in einem Abhängigkeitsverhältnis stattfinden", so von der Leyen. "Das Gute an dieser Debatte ist doch, dass das Bewusstsein für die roten Linien geschärft wird."
1037 Meinungen zu "Brüderle: Keine Entschuldigung"
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robirobi
Donnerstag, 21.02.2013, 09:26 Uhr So lange sich massenweise Frauen nicht entblöden, die Sexistenclubs, sprich die monotheistischen, patriarchalischen Sekten, zu unterstützen, wird sich am Sexismus nichts ändern. -
Omakathi
Mittwoch, 20.02.2013, 14:41 Uhr Fängt das schon wieder an, es ist kaum zu glauben, in welchem Jahrhundert leben wir ? Es ist das Klügste, was man in dieser Situation machen kann , für was entschuldigen????? damit weiter diskutiert werden kann, es gibt interessantere Themen.... -
S2pid0
Samstag, 09.02.2013, 11:47 Uhr Als ich neulich aus einer mehrstündigen nervenaufreibenden Besprechung in meinen Arbeitsbereich zurückkehrte, fragte mich eine freundliche Mitarbeiterin: „Na, hatten Sie heute schon Spaß?“ Ich ahne, was Sie mir im Grunde sagen wollte, mittlerweile überlege ich aber, ob das nicht eine anzügliche Suggestivfrage gewesen sein könnte. Ich bin seitdem ernsthaft in Gewissensnot, kann seit Nächten nicht schlafen und werde auf jeden Fall einen entsprechenden Vermerk anfertigen und notariell beglaubigen lassen. Vielleicht kann ich ihn in einem Jahr ja wieder gebrauchen. -
Sandsack
Freitag, 08.02.2013, 15:55 Uhr Weshalb soll sich Brüderle entschuldigen? -
Kasperltheater
Freitag, 08.02.2013, 15:34 Uhr die Partei mit vielen Vollpfosten, Brüderle, Westerwelle, Hahn und ..... und endlich. Das kommt davon wenn Politiker meinen zu akllen etwas sagen zu müssen. Es ist eben mal so. Gegen Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens. Die Partei welche endlich verschwinden muss. Sie ist überfällig. Unverständlich wie sie in Niedersachsen soviel Stimmen bekommen konnte. -
heike1969
Dienstag, 05.02.2013, 14:14 Uhr Klasse, dass Herr Brüderle sich nicht entschuldigt hat und schon ist das wieder Schnee von Gestern.
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