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24.04.2013, 16:06 Uhr

Seehofer bügelt Vorwurf der Spezlwirtschaft ab

München (dpa) - In der Steueraffäre um FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß hat Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) den Vorwurf des Klüngels von Wirtschaft und CSU zurückgewiesen.

"Steuersünder werden in Bayern genauso nachhaltig verfolgt wie anderswo", sagte der CSU-Chef am Rande einer Landtagssitzung in München. Der Fall Hoeneß sei "schwerwiegend" und müsse von Justiz und Finanzbehörden mit den Mitteln des Rechtsstaats bewertet, aufgeklärt und entschieden werden.

"Ich pflege Partnerschaften, aber bei mir gibt es keine Kumpanei", sagte Seehofer. Hoeneß gilt als CSU-nah, er war gelegentlich auch bei CSU-Veranstaltungen zu Gast.

Hoeneß sieht Imageschaden

Steueraffäre: Für 63 Prozent ist der Bayern-Boss nicht mehr tragbar. >

Spitzenpolitiker wie Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) und SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück fordern volle Aufklärung. Hoeneß selbst rechnet wegen seiner Verfehlungen mit einem persönlichen Imageschaden. "Mir ist klar, dass meine Glaubwürdigkeit darunter leidet. Aber da muss ich jetzt durch", sagte der Unternehmer und Aufsichtsratschef des deutschen Fußball-Rekordmeisters aus München der "Sport Bild". Einen Rücktritt von seinen Ämtern hatte er zuletzt ausgeschlossen.

Innenminister Friedrich hob die Verdienste von Hoeneß um den deutschen Fußball hervor - ungeachtet dessen erwartet der CSU-Politiker volle Aufklärung nach Recht und Gesetz. "Wir akzeptieren keine Steuerhinterziehung." Falls sich die Vorwürfe gegen Hoeneß als richtig herausstellten, "ist es nicht in Ordnung. Und da muss er auch so behandelt werden wie jeder Bürger. Nicht schlechter, nicht besser. Dafür haben wir Gesetze und die Gesetze gelten."

Auch Steinbrück forderte eine Untersuchung "wie bei jedem anderen auch". Auf die Frage, ob Hoeneß zurücktreten oder seine Ämter ruhen lassen solle, sagte der frühere Finanzminister im ARD- "Morgenmagazin": "Das muss er selber entscheiden, das muss er abwägen mit Blick auf die Verfehlungen, eventuell sogar die Straftaten, die er begangen hat."

Die "Süddeutsche Zeitung" und die "Bild" hatten berichtet, dass in die Affäre um Hoeneß auch der frühere Adidas-Vorstandsvorsitzende Robert Louis Dreyfus verwickelt gewesen sein soll.

Welche Rolle spielte Ex-Adidas-Chef?

"Etwaige private Geschäfte zwischen Robert Louis-Dreyfus und Uli Hoeneß kann der adidas Konzern nicht kommentieren", teilte der Sportartikelhersteller und Bayern-Hauptsponsor der dpa auf Anfrage mit. Der ehemalige Konzern-Chef sei nicht in Verhandlungen über die "strategische Partnerschaft" mit dem Club involviert gewesen, hieß es zudem. Herbert Hainer hatte das Amt des Vorstandsvorsitzenden am 8. März 2001 von Dreyfus übernommen, die Partnerschaft zwischen Adidas und den Münchnern wurde am 18. September 2001 bekanntgegeben.

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