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29.12.2010, 07:28 Uhr

Ramsauer schaut dem Volk aufs Maul

(cfl) - Verkehrsminister Peter Ramsauer hat eine Mission: Der CSU-Politiker ruft zum Kampf gegen englische Begriffe auf. Dass Tickets Fahrscheine sind, ist ja ok. Aber wer will schon einen "Klapprechner" mit sich herumtragen?

Normalerweise bezeichnen Deutsche ihre "Klapprechner" als Laptops, und auch der ramsauersche "Tafelschreibblock" läuft normalerweise unter dem Begriff Flipchart. Die Umwandlung will der Minister jetzt als Erfolg verkaufen, wie er dem "Tagesspiegel" verriet. Er habe dem Volk einfach aufs Maul geschaut.

Seit Monaten werden englische Begriffe im Verkehrsministerium auf deutsch getrimmt. So gibt es den "Second Level Support für die Hotline" nicht mehr. Er hört ab sofort auf den Namen "ergänzende Hilfsstelle für telefonische Notrufe". Das "Travel Management" machte Ramsauer zur "Reisestelle" und ein "Kickoffmeeting" schimpft sich nun "Auftaktveranstaltung".

Mutige Aktive im Straßenverkehr waren früher im Verkehrsministerium als "Highway Heroes" bekannt. Seit einiger Zeit bezeichnet der Bayer sie als "Helden der Straße".

"100 Prozent Zustimmung" habe es für seine Kampagne gegeben, so Ramsauer im "Tagesspiegel" weiter. Die "Tausenden Zuschriften und Anrufe" seien alle in eine Richtung gegangen. Jetzt solle die deutsche Sprache auch auf die Bahn AG Auswirkungen haben. Schließlich sei Bahnchef Rüdiger Grube ein "pragmatischer und handfester Mann", der in seinem Unternehmen in jeder Hinsicht aufräumen werde. Nötig wäre es, denn auch dort gibt es beispielsweise schon längst keine Informationsschalter mehr, sondern nur noch "Service Points".

Doch eigentlich gibt es bei der Bahn schon längst eine Initiative gegen Anglizismen. "Counter" heißen mittlerweile wieder "Schalter" und der "Flyer" schlicht "Broschüre. Ziel war es vor einem knappen Jahr "eine maximale Verständlichkeit gegenüber unseren Kunden zu erreichen", wie damals ein Sprecher dem "Stern" sagte. Eingeführte Bezeichnungen wie "Bahncard" oder "Call a bike" sollten jedoch beibehalten werden.

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1602 Meinungen zu "Kampf gegen englische Begriffe"

  • Heinz181
    Dienstag, 31.05.2011, 16:12 Uhr
    Das ist ja meines Erachtens ein begrüßenswertes Ansinnen, was aber nur hausintern umzusetzen möglich ist. Im anerkannten Geschäftsverkehr würde man doch eher als Vollpfosten abgestempelt werden, weil das Gegenüber einen einfach nicht mehr versteht, weil deutsche Sprache. Jeder kann es doch selbst (in weniger kritischen Situationen natürlich) austesten. Den Kollegen nach dem "Klapprechner" z.B. fragen :-) Oder teilen Sie eine "Handreichung" aus. Zu guter Letzt verdienen viele Unternehmensberater und Coacher ihr Geld mit - ich würde sogar sagen - Binsenweisheiten, die aber auf englisch ganz doll professionell wirken.
  • Nightfly
    Dienstag, 31.05.2011, 14:50 Uhr
    @Lombard I understand only train station...
  • Nightfly
    Dienstag, 31.05.2011, 14:49 Uhr
    Finde ich gut. Im IT-Bereich gibt es aber immer noch viele Begriffe, die aus dem Englischen stammen und daher nicht sinnvoll (d.h. ohne das Verständnis zu erschweren) eingedeutscht werden können.
  • Lombard
    Dienstag, 31.05.2011, 14:37 Uhr
    It sounds most awful terrible ghastly when a German throws in English words in his speech for effect and to be "cool". Are there no more Germans who knows German? It is such a beautiful language. Why raping it in the cruelest fashion?
  • burner
    Dienstag, 25.01.2011, 10:16 Uhr
    @sunnyhsv "dann hat man sich gerade an die englischen begriffe gewöhnt und dann kommt schon wieder so einer und kommt wieder mit seinen altmodischen wörtern, die eh nur er selbst kennt" die englischen begriffe mögen für Dich neu sein. in England sind es meist auch "altmodische wörter"...
  • sunnyHSV
    Montag, 24.01.2011, 17:27 Uhr
    auf dem schild hinter ihm steht stop -- das kommt ursprünglich auch aus dem englischen ich finde es ziemlich dumm, das abzuschaffen dann hat man sich gerade an die englischen begriffe gewöhnt und dann kommt schon wieder so einer und kommt wieder mit seinen altmodischen wörtern, die eh nur er selbst kennt meiner meinung nach ist er einfach zu doof um die englischen begriffe zu lernen und will es sich jetzt ein bisschen leichter machen
  • woitschy
    Montag, 10.01.2011, 16:09 Uhr
    Fundevil Ihre Antwort bestätigt meinen"Anfangsverdacht", wie Sie"ticken...." Wenn man die ganz normale Bevölkerung nach den englischen Begriffen, die hierzulande so kursieren, befragt, stellt sich immer wieder heraus, daß die meisten Leute quer durch alle Altersschichten keine Ahnung haben, was die Worte bzw. Slogans eigentlich bedeuten - viele sind auch Begriffe aus der Werbung wie die viel zitierten "Come in and find out" oder das noch öfter strapazierte "handy", das es so im Englischen gar nicht gibt! Es wäre nun wirklich nicht zu früh, so zu agieren wie die Engländer und Amerikaner dies selbstverständlich tun: i.e. Wörter in der eigenen Sprache für neue Begriffe bzw, Gegenstände zu kreieren - aber vermutlich sind so Leute wie Sie dafür der eigenen Sprache nicht genügend mächtig, ausser Schmähungen und Beleidigung bringen Sie ja nichts zustande, das ist ja auch viel einfacher! Einfach nur traurig! Armes Deutschland!
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