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28.01.2012, 15:17 Uhr

"Costa": Fünftes deutsches Todesopfer bestätigt

Giglio/Rom/Berlin (dpa) - Die Zahl der deutschen Toten nach dem Schiffsunglück in Italien ist auf fünf gestiegen. Das Auswärtige Amt in Berlin bestätigte am Samstag ein weiteres Todesopfer.

Gleichzeitig bargen Taucher vor der Insel Giglio aus dem Wrack der "Costa Concordia" als 17. Opfer die Leiche einer Frau. Nach einer Liste der Präfektur Grosseto werden nun noch 17 Menschen vermisst, darunter sieben Deutsche. Details zum fünften deutschen Opfer gab das Außenamt nicht bekannt.

Schlechtes Wetter und raue See machten dem Ölbergungskommando an dem havarierten Schiff einen Strich durch die Rechnung: Das Abpumpen, das eigentlich für Samstag vorgesehen war, musste verschoben werden. Die niederländische Firma Smit stellte die letzten Vorbereitungen auf das Abpumpen von 2300 Tonnen Treibstoff aus dem Kreuzfahrtschiff aus Sicherheitsgründen ein, teilte der Krisenstab auf Giglio mit. Voraussichtlich bis Mittwoch werde man warten müssen, ehe das Abpumpen des gefährlichen Schweröls beginnen könne. Das Wetter soll voraussichtlich bis Dienstag schlecht bleiben. Sollte es sich vorher bessern, stehe man sofort bereit, sagte ein Sprecher der Ölbergungsfirma.

Zwei Wochen nach der Havarie kommen auch die juristischen Aktivitäten wegen einer Entschädigung der Passagiere voran. Die große italienische Verbraucherorganisation Codacons teilte am Samstag mit, in Miami gemeinsam mit zwei amerikanischen Kanzleien eine Sammelklage eingebracht zu haben. Für die ersten sechs dort vertretenen Passagiere gehe es um Entschädigungsforderungen von insgesamt 460 Millionen US-Dollar. Auch ausländische Passagiere der "Costa Concordia" könnten sich der Sammelklage anschließen. Codacons hatte die von der Reederei Costa Crociere angebotene Basisentschädigung von 11 000 Euro als "Almosen" abgetan.

Taucher fanden die 17. Leiche im überfluteten Bereich des sechsten Decks, teilte der Krisenstab mit. Die Frau habe keine Schwimmweste getragen, heißt es. Unklar war in Italien noch, ob Berichte über ein sechstes deutsches Opfer zutrafen. Das Auswärtige Amt bestätigte dies nicht. Bei der Suche nach weiteren Opfern sollte auch ein ferngesteuerter Unterwasser-Roboter eingesetzt werden.

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  • Donautaler
    Sonntag, 29.01.2012, 17:26 Uhr
    @GrizzlyAdams Gestern17.37Uhr "...Ihr habt alle Recht. Es ist völlig egal ob indisches, philipinisches oder deutsches Opfer, Opfer ist Opfer und es ist ganz furchtbar, egal welche Nationalität. Da bekanntlich allerdings die Dramatik mit zunehmender Entfernung abnimmt, ist es das schmierige Handwerkszeug der Medien um ihr heimisches Clientel mit neuer Dramatik zu versorgen. 25 Tote bei Zugunglück in Indien, interessiert bei uns kaum jemand aber 25 tote Deutsche bei Hauseinsturz zum Beispiel, das klickt dann jeder an. Medien neigen dazu alles zu dramatisieren, da sich nur gute "Einschaltquoten" oder "Clickquoten" verkaufen lassen...." Das sehe ich genau so. Dazu angemerkt bin ich mir sicher, daß es auch in Indien niemanden interessiert, wenn hier in Deutschland ein Unglück geschieht, das viele Todesopfer fordert, solange eben keine Inder betroffen sind. Es ist doch auch ganz normal, daß einen das Schiksal eines näherstehenden Menschen tiefer berührt. Das muß auch so sein; wir müßten ja alle durchdrehen, wenn uns jedes Unglück, egal wo und egal wem es passiert, so nahe ginge, als passierte es z.B. unserem Partner/Kinder/Eltern.
  • nano01
    Sonntag, 29.01.2012, 12:24 Uhr
    Kleine Anmerkung für all diejenigen, die es hier stört, dass immer wieder von den "deutschen" Opfern die Rede ist und der Meinung sind, man solle mehr die Gesamtheit als "Menschen" hervorheben: In einem anderen Artikel bei WEB/GMX geht es um den Einsturz von drei Gebäuden im Zentrum von Rio de Janeiro. "Da ist bei den vielen Opfern in der Schlagzeile nicht von Brasilianern die Rede". Meinungen dazu, dass also ganz neutral gesehen "Menschen" ums Leben kamen = Null.
  • viribusunitis
    Sonntag, 29.01.2012, 09:02 Uhr
    Sicher ist es richtig, dass unser Mitleid allen Toten dieser Havarie uneingeschränkt gilt. Auch ich habe damit kein Problem. Nur, das hier in der deutschen Presse auch und explizit von deutschen Opfern gschrieben wird, halte ich für durchaus in Ordnung. Ich hatte und habe die Möglichkeit in der Presse anderer Nation von dem Unglück zu lesen und dort hat man vollkommen emotionslos von den Toten ihrer Nationalität geschrieben. Ich denke mal, dass das der nationalen Berichterstattung auch zugestanden werden kann und muss. Mich interessiert das sehr wohl, wie viele deutsche Staatsangehörige bei diesem Ereignis ums Leben kamen. Mein Beileid gilt allen Verunglückten, auch denen mit deutscher Staatsangehörigkeit.
  • hermannjosef
    Sonntag, 29.01.2012, 08:30 Uhr
    Ganz einfach. Wenn man nicht mehr mit abfallprodukten wie schweröl fährt, dann kann halt nicht mehr " jeder " eine kreuzfahrt machen, weil sie zu teuer wird. Wenn dann noch das personal vernünftig bezahlt und ausgebildet wird ( z.B. per gesetz) verschwinden auch automatisch die überdimensionierten kreuzfahrtschleudern. Gleichzeitig würden billigprodukte aus china teurer, und die krebsrate entlang des nordostseekanals würde wieder sinken. Na klar, jetzt kommt wieder die arbeitsplatzdebatte. O.K. dann eben weiter so.- Nach uns die sintflut.
  • Luxlord
    Samstag, 28.01.2012, 17:53 Uhr
    MENSCH IST MENSCH , egal welche Nationalität .. Nächstes Thema Schweröl , heisst Abfallprodukt , wie soll denn das dem Preis / Leistungsverhältnis noch gerecht werden , ich selber hab 2 Kreuzfahrten gemacht , wir wollen alles geboten bekommen , perfekten Service , Essen feudal , einfach Luxus pur , das alles möchte man erleben .. ich kann von mir behaupten , dass ich mir oft die Frage gestellt habe , wie davon alle leben können .. Fazit , tolle Manschaft , tolle Crew , tolles Essen , super Angebote .. Egal von der Putzfrau bis zum Käptn .. meinen Respekt ..
  • hAinrike
    Samstag, 28.01.2012, 17:43 Uhr
    @gmx und @nano01: blablabla-sülzSÜLZ WE NEED NO FLAGS!!! Immer dieses Nationalitätenjesülze, ditt is ja schlimmer als bei uns in the Kleinjartenanlage, @nano01 nochma´: TROTZALLEDEM: Deutsche sind doch auch nur Menschen, auch wenn es die wenigsten überhaupt für möglich halten. So! Und jetzt ooch wat ritterlich sein und mir nicht anhaten, ja? Ditte jehört sich nich. Henrike aus´m Spreewald Nordwest

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