Obama verbietet Bau eines Todessterns
Mitte November hatte ein gewisser John D. auf der Webseite "We the people" eine Online-Petition eingereicht, in der er den Bau eines Todessterns fordert. Auf Petitionen, die innerhalb eines Monats mehr als 25.000 Unterstützer finden, muss die US-Regierung reagieren und sie an die entsprechende Abteilung weiterleiten. Am Ende der Frist hatten 34.435 Personen die "Todesstern"-Petition unterzeichnet.
Die Forderung der Befürworter lautet: "Indem wir unsere Verteidigungsressourcen auf eine überlegene Weltraum-Plattform und ein Waffensystem wie den Todesstern konzentrieren, kann die Regierung Stellen in den Bereichen Bau, Ingenieurswesen und Erforschung des Weltalls schaffen und zudem unsere nationalen Abwehrkräfte verstärken."
Doch die US-Regierung hat vorerst anderes im Sinn: Die Ziele, neue Arbeitsplätze zu schaffen und für eine leistungsstarke nationale Verteidigung zu sorgen, unterstütze die US-Regierung zwar. "Ein Todesstern ist jedoch nicht in Sicht", erklärte Paul Shawcross, der im US-Präsidialamt für das Wissenschafts- und Raumfahrt-Budget verantwortlich ist, in der offiziellen Antwort auf die Petition.
Bau des Todesstern einfach zu teuer
In den legendären Star-Wars-Filmen bauen die Bösewichte um Darth Vader und das Imperium eine als "Todesstern" benannte riesige Raumstationen, die ganze Planeten zerstören kann. Die USA wollen aber anscheinend nichts mit der dunklen Seite der Macht zu tun haben: "Die Regierung leistet keine Unterstützung für die Zerstörung von Planeten", erklärte Shawcross, der sich mit seinen weiteren Ausführungen als Star-Wars-Kenner outet: "Warum sollten wir unzählige Dollars aus Steuereinnahmen für einen Todesstern ausgeben, dessen fundamentale Schwachstelle von einem Ein-Mann-Raumflieger ausgenutzt werden kann?", fragt er mit Anspielung auf das Finale des Films "Star Wars - Episode IV - A New Hope".
Zudem seien die anzunehmenden Kosten für den Bau eines Todessterns viel zu hoch. "Wir arbeiten hart daran, das Defizit zu reduzieren, und nicht daran, es auszuweiten", sagte Shawcross weiter. Anfang des vergangenen Jahres hatten Studenten der Lehigh University in Pennsylavania ausgerechnet, wie teuer der Nachbau wohl wäre und kamen auf 852 Billiarden Dollar. Das entspricht etwa dem 13-fachen Wert des weltweiten Bruttoinlandprodukts.
In diesen Preis sind aber lediglich die Rohstoffkosten für den notwendigen Stahl eingerechnet. Bei einem Durchmesser von 140 Kilometern würden 1,08 Billiarden Tonnen benötigt. Allein die Produktion dieser Menge Metall würde bei der aktuellen, jährlichen Stahlproduktion von 1,3 Milliarden Tonnen über 800.000 Jahre dauern.
"Die Macht wird mit uns sein"
Die Fertigstellung des Todessterns würde damit ohnehin keiner der Unterstützer der Online-Petition erleben. Zum Trost für die nun dennoch enttäuschten Star-Wars-Fans verweist Shawcross dann noch auf eine andere, längst Realität gewordene Errungenschaft der Nasa, die mit einem Blick in den nächtlichen Himmel auch zu sehen sei: die ISS.
"Das ist kein Mond, sondern eine Raumstation! Ja, wir haben bereits eine riesige internationale Raumstation so groß wie ein Fußballfeld in der Umlaufbahn der Erde, die uns hilft zu lernen, wie Menschen über einen langen Zeitraum im All leben und gedeihen können", heißt es in der Antwort auf die Petition.
Zu guter Letzt ruft der Mitarbeiter Obamas alle Unterzeichner dazu auf, sich in der Wissenschaft selbst zu engagieren: Dann werde "die Macht mit uns sein".
49 Meinungen zu "USA bauen keinen Todesstern"
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Sirdanc
Montag, 14.01.2013, 15:01 Uhr Ein Glück, dass diese Petition nicht an die Landesregierungen von Berlin & Brandenburg gingen, ansonsten wäre eine Vollendung wohl undenkbar ... -
Laurenato
Montag, 14.01.2013, 13:01 Uhr Zumindest leiden 34-tausend Petitionsunterzeichner an narzisstischer Einbildung über die Wichtigkeit ihrer Weltraumsaga. Sie sollten sich mal mit der Realität auseinander setzen und nicht glauben, dass ein Kassenschlager über eine science-fiktive absurde Geschichte ihnen etwas über das Leben sagen kann. Der Sinn des Lebens kann uns nicht Hollywood geben, indem sie uns an unsere schmerzliche Sehnsucht nach dem wahren Leben erinnert, sondern nur wir selbst, indem wir die Realität so sehen, wie sie ist und nicht, wie sie sein sollte in den Augen einige abstruser Gehirne, die die Zukunft ausmalen und Milliarden zu verdienen. Alles Träumer und Schläfer. -
Guenni999
Montag, 14.01.2013, 12:37 Uhr Selbst wenn die USA so etwas bauen wollten, das wäre technisch überhaupt nicht machbar: So viel Mengen Stahl gibt es weltweit gar nicht und wären Computer und Software installiert, könnte man diese sofort wieder abbauen, weil sie technisch um Jahrhunderte veraltet wäre. -
Wahlviech
Sonntag, 13.01.2013, 17:37 Uhr AdInfinitum, wenn ein Volk einen religiösen Eiferer gewählt hat, um es über schlechte Zeiten zu bringen kann man daraus nicht automatisch ableiten, dass die Amiwähler die Atombombe gewählt hätten. Das ist schmalspurig. Bist du schmalspurig? -
Wahlviech
Sonntag, 13.01.2013, 17:35 Uhr Schwachköpfe sind auch im Intenet nicht zu vermeiden. Da hülfe nicht mal ein "Todesstern". Da aber gleich das Volk der Amis als das "Reich des Bösen" zu bezeichnen halte ich für Humbug. -
2xstudent
Sonntag, 13.01.2013, 17:04 Uhr "...Errungenschaft der NASA..." ??? So genannte ISS ist eigentlich russische Mir2, an die paar westliche Module angeschlossen sind. Die Amis hatten nur kurzlebige SkyLab. -
pacman1986
Sonntag, 13.01.2013, 16:31 Uhr ja, ja, die lieben vorurteile - und was der deutsche so alles an wirklich dämlichen vorurteilen gegen die usa hat, ist hier täglich zu lesen und auch dein beitrag ist voller vorurteile :-) :-) :-) :-) :-) :-) übrigens, ich bin deutschamerikanerin und stolz darauf. wenn du mal ein wenig deine vorurteile beiseite legen würdest, würdest du nämlich sehen, wie die usa wirklich sind und sie sind beiweiten nicht nur schlecht und böse. _______________________________________________________________________ @feralkitten: Gut, ich gebe zu, das war jetzt wohl falsch formuliert. Ich wollte weder dich beleidigen noch behaupten, das Amerikaner nur böse und schlecht sind. Aber dieses Vorurteil, das sie nicht viel im Schädel haben und vom Rest der Welt nichts wissen wollen, ist fast genauso beständig wie, das alle Deutschen Trachten tragende, Bier saufende, rassistische Krautfresser und Nazi-Schluchtenscheißer sind. Ich behaupte nicht, das du so denkst, da du beide Seiten kennst. Aber wegen begangener Fehler, mit denen wir persönlich nichts zu tun haben, kommen beide Völker nicht besonders gut weg. Nicht alle Amis sind Bush-Liebhaber und nicht alle Deutsche sind Nazis, ich denke, darauf können wir uns einigen, oder?
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