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21.02.2013, 13:52 Uhr

Oscar Pistorius beschreibt Reeva Steenkamps Tod

Oscar Pistorius steht weiter unter dem Verdacht, seine Freundin Reeva Steenkamp in ihrem gemeinsamen Haus ermordet zu haben. Der südafrikanische Spitzensportler bestreitet die Tat in einer Stellungnahme vor Gericht allerdings vehement. Pistorius versichert, Steenkamp mit einem Einbrecher verwechselt zu haben.

VonWEB.DE Redakteur Marcel Engels

Das Statement von Oscar Pistorius zur Tatnacht beschreibt bis ins kleinste Detail, wie sich das Drama um seine Freundin Reeva Steenkamp abgespielt haben soll. Wir fassen für Sie die wichtigsten Passagen aus der Stellungnahme des Paralympics-Idols zusammen.

Laut Pistorius habe Steenkamp am Abend des 13. Februar vorgehabt, mit Freundinnen auszugehen. Auch Pistorius selbst wollte sich mit Freunden treffen. Allerdings habe Steenkamp ihn angerufen und gebeten, den Abend doch gemeinsam zuhause zu verbringen. Pistorius habe nichts dagegen gehabt. Nach einem ruhigen Abendessen legte sich das Paar um kurz nach 22 Uhr schlafen.

"Wir waren schwer verliebt."

Zum allgemeinen Zustand ihrer Beziehung sagt Pistorius: "Wir waren schwer verliebt. Ich hätte nicht glücklicher sein können. Ich weiß, dass es bei ihr genauso war." Auf den Valentinstag am nächsten Morgen hätten sich beide sehr gefreut.

Für die Lebensumstände in Südafrika hat Pistorius allerdings weniger positive Worte übrig. Er habe schon seit längerer Zeit Angst vor Einbrechern gehabt. Solche Taten seien sehr häufig mit gewaltsamen Auseinandersetzungen verbunden. Auch Morddrohungen gegen ihn seien bereits eingegangen. Darum schlafe er zuhause grundsätzlich mit einer Neun-Millimeter-Pistole unter dem Bett.

In den frühen Morgenstunden des folgenden Tages sei Pistorius aufgewacht und auf den Balkon gegangen, um einen Ventilator ins Schlafzimmer zu holen. Nachdem er Rollläden und Vorhänge zugezogen hatte, habe er im Dunkeln Geräusche aus dem Badezimmer gehört.

Oscar Pistorius

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Das folgende Geschehen beschreibt er so: "Am Badezimmerfenster sind keine Gitter gegen Einbrecher installiert. Ich wusste, dass von laufenden Bauarbeiten gerade Leitern vor dem Fenster standen. Daher war ich fest davon überzeugt, dass ein Fremder ins Haus eingedrungen war, und schaltete aus Angst kein Licht an. Ich holte meine Pistole unter dem Bett hervor und bewegte mich ohne meine Beinprothesen auf meinen Knien in Richtung Badezimmer."

Stand das Badezimmerfenster offen?

Dabei will er laut gerufen haben, der Einbrecher solle sein Haus verlassen. Seine Freundin, die er im Bett vermutete, will Pistorius aufgefordert haben, die Polizei zu rufen. Das Fenster des Badezimmers sei offen gestanden, die Türe zur abgetrennten Toilette aber verschlossen.

"Ohne meine Beinprothesen fühlte ich mich extrem verletzbar, wollte aber Reeva und mich verteidigen. Ich hatte große Angst davor, dass der oder die Einbrecher aus der Toilette in das Zimmer kommen könnten. Ich schoss mehrmals auf die Türe und bewegte mich langsam zurück ins immer noch völlig finstere Schlafzimmer. Als ich das Bett erreichte, bemerkte ich, dass Reeva nicht darin lag."

Daraufhin habe er zum ersten Mal daran gedacht, dass seine Freundin die Person im Badezimmer sein könnte. Er sei zurück ins Bad geeilt und habe versucht, die Toilettentüre zu öffnen, was ihm nicht gelang. Danach habe er seine Prothesen angelegt und sich vergeblich bemüht, die Türe einzutreten. Erst mit einem Cricketschläger sei es ihm gelungen, die Türe zu öffnen.

"Ich sah Reeva noch lebend am Boden liegen, zog sie ins Badezimmer und rief per Telefon Hilfe. Da man mir sagte, nicht auf den Krankenwagen zu warten, sondern Reeva direkt in eine Klinik zu bringen, trug ich sie ins Erdgeschoß." Währenddessen sei ein Arzt eingetroffen, alle Erste-Hilfe-Maßnahmen seien aber erfolglos geblieben: "Sie starb in meinen Armen."

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