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16.03.2013, 10:16 Uhr

Justiz verbreitete versehentlich Kinderpornografie

in Kooperation mitSpiegel Online

Ein tragischer Fall menschlichen Versagens erschüttert die niederländische Justiz. Zusammen mit Urteilen von Kinderpornografie-Fällen hat eine Behörde einschlägige Dateinamen im Internet veröffentlicht. Die entsprechenden Bilder und Filme ließen sich so über Suchmaschinen finden.

Den Haag/Hilversum - Ein staatliches Internetportal steht im Zentrum des Skandals: Die niederländische Justiz hat über Jahre hinweg versehentlich zur Verbreitung von Kinderpornografie beigetragen. Zahlreiche Urteile auf der Internetseite einer Behörde hätten die Namen entsprechender Bilder und Filme enthalten, die sich dadurch über Suchmaschinen finden ließen, bestätigte ein Justizsprecher am Freitag einen Bericht des Senders NOS.

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Der Sender hatte die Justizverwaltung vor Ausstrahlung des Berichts über die Panne informiert. Die Justiz prüfte daher alle 250.000 veröffentlichten Urteile - und entdeckten in rund 80 Fällen die genannten Hinweise.

Wie die Tageszeitung "De Telegraaf" berichtet, handele es sich bei dem Portal um die Seite "Rechtspraak.nl.". Die Namen der Bilder und Filme seien inzwischen aus den Urteilen entfernt worden, heißt es in dem Bericht.

Eine entsprechende Überarbeitung der Urteile war eigentlich schon seit dem Jahr 2008 Pflicht. "Das sind strafbare Akte. Es ist also denkbar, dass die Polizei oder die Staatsanwaltschaft Klage gegen das Portal wegen Verbreitung von Kinderpornografie einreicht", sagte Theo Noten vom niederländischen Zweig der Kinderrechte-Organisation Defence for Children. Der Justizsprecher betonte, die Urteile hätten keine direkten Links auf die Kinderpornografie enthalten. Es habe sich um "menschliche Fehler" gehandelt.

© SPIEGEL ONLINE

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