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17.03.2013, 11:49 Uhr

Festnahmen nach Vergewaltigung von Schweizerin in Indien

Nach der Gruppenvergewaltigung einer Schweizer Touristin in Indien haben laut Polizei fünf Männer die Tat gestanden. Die Dorfbewohner hätten ihre Beteiligung an dem Verbrechen zugegeben, sagte ein Polizeisprecher. Die Tat warf erneut ein Schlaglicht auf die weitverbreitete Gewalt gegen Frauen in Indien.

Die Frau war nach Angaben der Ermittler im zentralindischen Bundesstaat Madhya Pradesh in der Nacht zum Samstag von mehreren Männern vergewaltigt worden. Ihr von den Tätern gefesselter Ehemann, der sich mit seiner Frau auf einer Fahrradtour befand, musste die Tat mitansehen. Die Täter raubten dem Paar zudem 10.000 Rupien (142 Euro) und ein Handy. Die beiden Schweizer waren auf dem Weg nach Agra, wo sich das berühmte Taj Mahal befindet.

"Wir haben fünf Männer festgenommen, und sie haben die Gruppenvergewaltigung und den Angriff auf den Ehemann zugegeben", sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Die Kleinbauern hätten beobachtet, wie "das Paar sein Zelt aufstellte" und die "Gelegenheit erkannt, die Frau anzugreifen und zu vergewaltigen". Nach einem sechsten Verdächtigen werde gesucht, sagte der Polizeisprecher.

Ein anderer Polizeisprecher sagte der Nachrichtenagentur Press Trust of India, rund 20 Menschen seien im Zusammenhang mit der Tat festgenommen und verhört worden. Indische Medien berichteten, die Vergewaltiger seien mit Stöcken bewaffnet gewesen.

Das Touristenpaar ist laut Polizei mittlerweile nach Neu Delhi abgereist. Es sei "nicht erforderlich", dass die Frau länger im Krankenhaus bleibe. Das Schweizer Außenministerium erklärte am Wochenende, es stehe mit den örtlichen Behörden im Kontakt und hoffe, dass die Täter schnell gefunden und vor Gericht gestellt würden. "Wir sind zutiefst schockiert über diesen tragischen Vorfall", hieß es in einer Erklärung.

Die Tat ereignete sich nur wenige Wochen, nachdem die brutale Gruppenvergewaltigung einer indischen Studentin weltweit für Empörung gesorgt hatte. Im Dezember hatten sechs Männer die 23-Jährige in einem Bus in Neu Delhi vergewaltigt, mit einer Eisenstange gequält und schließlich aus dem fahrenden Bus geworfen. Ihr Freund musste die Gewalttat mitansehen. Die Frau wurde so schwer verletzt, dass sie Tage später starb.

Die Tat löste in Indien Massenproteste und eine Debatte über die weit verbreitete Gewalt gegen Frauen aus. Ein neues Gesetz sieht nun vor, dass Vergewaltiger mit mindestens 20 Jahren Haft bestraft werden. In Fällen, in denen das Opfer infolge des Angriffs stirbt oder ins Wachkoma fällt, ist die Todesstrafe vorgesehen.

Einer der Verdächtigen im Fall der Vergewaltigung in Neu Delhi war kürzlich erhängt in seiner Gefängniszelle gefunden worden. Eine Untersuchung des Vorfalles durch die Behörden ergab einem Bericht der Zeitung "Hindustan Times" zufolge, dass Gefängniswächter ihre Pflichten vernachlässigt hätten. Einer der Justizbeamten sei gar nicht erst zur Arbeit erschienen, ein anderer habe die vorgeschriebenen Rundgänge nicht vorgenommen. Angehörige hatten den Behörden vorgeworfen worden, der Verdächtige sei ermordet worden.

© AFP

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