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23.05.2013, 12:36 Uhr

Terror in London: Ist das Champions-League-Finale gefährdet?

Kurz vor dem mit Spannung erwarteten Champions-League-Endspiel zwischen Borussia Dortmund und Bayern München in London herrscht an der Themse Terrorangst. Am Mittwoch brachten zwei Männer im Stadtteil Woolwich einen Mann auf offener Straße und am helllichten Tag um. Die beiden Verdächtigen wurden festgenommen. Wie prekär die Sicherheitslage in London zwei Tage vor dem Champions-League-Finale tatsächlich ist, ist noch unklar. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich beruhigt die deutschen Fans.

Die zwei Angreifer in London töteten ihr Opfer wohl mit einem Fleischerbeil und Messer, wenige Meter von einer Militärbasis entfernt. Die Behörden bestätigten Augenzeugenberichte zunächst nicht, wonach es sich bei dem Opfer um einen Soldaten der britischen Armee aus der nahe gelegenen Kaserne handelt. Die Angreifer wurden nach der Tat von der Polizei angeschossen. Einer der mutmaßlichen Täter soll dabei lebensgefährlich verletzt worden sein.

Der britische Sender ITV veröffentlichte ein Video, das den mutmaßlichen Angreifer zeigen soll. Der dunkelhäutige Mann hält ein Fleischerbeil und ein Messer in seinen blutverschmierten Händen. Der Gefilmte gibt sich in dem Video als Angreifer aus.

Cameron: "Starke Anzeichen" für Terrorakt

"Wir schwören beim allmächtigen Allah, wir hören nie auf, Euch zu bekämpfen, bis Ihr uns in Ruhe lasst", sagte er in die Kamera. "Auge um Auge, und Zahn um Zahn. Es tut mit leid, dass Frauen das mit ansehen mussten. Aber in unserem Land müssen Frauen dasselbe mitansehen. Ihr werdet nie sicher sein. Setzt Eure Regierung ab. Sie kümmert sich nicht um Euch!"

Die mutmaßlichen Täter sollen auch "Allahu Akbar" ("Gott ist groß") gerufen haben, berichtete die BBC unter Berufung auf Regierungskreise. Nach Angaben eines Polizeisprechers werden in unterschiedlichen Krankenhäusern ihre Schussverletzungen behandelt. Sie werden dort von bewaffneten Polizisten bewacht. Der britische Muslimrat verurteilte das Verbrechen. "Nichts rechtfertigt diesen Mord. Barbarische Akte können in keiner Weise mit dem Islam entschuldigt werden", hieß es in einem Statement.     

Premierminister David Cameron hatte noch am Abend eine Sondersitzung des Nationalen Sicherheitskabinetts einberufen und machte sich umgehend auf den Rückweg von einem Besuch in Paris. Es gebe "starke Anzeichen", dass es sich um einen terroristischen Anschlag handele, sagte er. Großbritannien werde vor Terroristen "niemals einknicken". Cameron wird am Donnerstag eine zweite Sitzung des Sicherheitskabinetts leiten.

Innenminister Friedrich beruhigt deutsche Fans

Die Sicherheitsvorkehrungen im Umfeld der Kaserne in Woolwich sowie an anderen britischen Militäreinrichtungen wurden verstärkt. Die Terrorwarnstufe in Großbritannien wurde zunächst aber nicht angehoben. Unklar ist derzeit, inwiefern zwei Tage vor dem deutschen Champions-League-Finale die allgemeine Sicherheitslage in London beeinträchtigt ist. Am Wochenende werden Zehntausende Fußballfans von Bayern München und Borussia Dortmund, die im Wembley-Stadion aufeinandertreffen, in London erwartet.

In der "Bild"-Zeitung verurteilt Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich die Anschläge, beruhigt aber die deutschen Fans: "Der Mordanschlag ist furchtbar und ich begrüße die eingeleiteten Maßnahmen der britischen Sicherheitsbehörden. Einen Zusammenhang zum Champions-League-Finale gibt es aber wohl nicht, die Fans brauchen nicht beunruhigt sein."

Sollte sich der Terrorverdacht erhärten, wäre es der erste nennenswerte Terrorakt auf britischem Boden, seit 2005 bei Anschlägen auf U-Bahnen und Busse 52 Menschen ums Leben gekommen waren. (cai/dpa)

Alle News vom: 23. Mai 2013 Zur Übersicht: Nachrichten
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