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17.07.2013, 14:06 Uhr

Schettinos Anwälte wollen Deal zu Strafmaß

in Kooperation mit Spiegel Online

Eine milde Strafe im Gegenzug für ein Geständnis: Francesco Schettinos Anwälte wollen im "Costa Concordia"-Prozess einen Deal aushandeln. Besonders optimistisch sind die Verteidiger allerdings nicht - mit einem ähnlichen Ansinnen sind sie schon einmal gescheitert.

Grosseto - Francesco Schettinos Anwälte werden erneut versuchen, für den Angeklagten im Prozess um die Havarie der "Costa Concordia" eine ausgehandelte Strafe von drei Jahren und fünf Monaten zu beantragen. Das kündigten die Verteidiger bei der Fortsetzung der Verhandlung in Grosseto an. Mit einem Antrag auf eine Einigung ohne Prozess waren sie im Vorverfahren gescheitert.

Schettinos Anwalt Donato Laino sagte allerdings, er habe wenig Hoffnung, dass das Gericht dieses Strafmaß im Gegenzug für ein Geständnis akzeptieren werde. Schettino selbst hat sich in dem Fall als unschuldiger Sündenbock bezeichnet. Schettino drohen nach Angaben der Staatsanwaltschaft mehrere Jahre Haft. Die Ermittler sehen in ihm den Hauptverantwortlichen für die Katastrophe um das Kreuzfahrtschiff. Schettino werden mehrfache fahrlässige Tötung sowie Körperverletzung und Verlassen des Schiffes noch während der Evakuierung vorgeworfen.

Schettino erschien braungebrannt und in dunklem Anzug vor Gericht. Die Aufmerksamkeit vieler Beobachter richtete sich auch auf Domnica Cemortan. Die Nähe der Frau zu Schettino in der Unglücksnacht hatte zu Spekulationen geführt, er sei abgelenkt worden. Das 290 Meter lange Kreuzfahrschiff war im Januar 2012 zu nahe an die toskanische Insel Giglio herangefahren, hatte einen Felsen gerammt und war havariert. 32 Menschen starben.

Der Prozess war in der vergangenen Woche sofort nach Beginn wegen eines Streiks der Anwälte in Italien vertagt worden.

Fünf weitere Beschuldigte und die italienische Reederei Costa Crociere hatten sich in den Voranhörungen mit der Staatsanwaltschaft bereits auf ein Strafmaß beziehungsweise eine Geldstrafe verständigt. Sie entgehen damit voraussichtlich einem Prozess. In den USA steht ein weiteres Verfahren mit Schadensersatzforderungen an die Costa-Muttergesellschaft Carnival Corporation bevor. Es soll nach Angaben aus Justizkreisen am 23. Juli in Kalifornien beginnen.

© SPIEGEL ONLINE

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