Am heutigen Mittwoch stehen viele wichtige nationale und internationale Themen an - und einen zehnjährigen Geburtstag gibt es auch noch zu "feiern". Nach den Anschlägen der vergangenen Woche in Frankreich erscheint die erste Ausgabe des Satiremagazins "Charlie Hebdo". Außerdem soll der italienische Staatspräsident Giorgio Napoletano von seinem Amt zurücktreten. Die deutsche Bundesregierung berät derweil über die Möglichkeit, verdächtigen Islamisten den Personalausweis zu entziehen. Das Berliner Sozialgericht blickt auf zehn Jahre Hartz IV zurück.

"Charlie Hebdo" erscheint mit Mohammed-Karikatur und in Rekordauflage

Eine Woche nach dem mörderischen Terrorangriff auf die Redaktion des Satiremagazins "Charlie Hebdo" erscheint heute die neue Ausgabe der Zeitschrift in einer Rekordauflage. Die noch lebenden Macher des Blattes wollen international insgesamt drei Millionen Exemplare vertreiben. Der Inhalt wird dafür auch ins Englische, Arabische und weitere Sprachen übersetzt. An Kiosken in Deutschland wird das Blatt spätestens am Wochenende erhältlich sein.

Ägyptische Islamgelehrte kritisierten bereits die angekündigte neue Ausgabe des Magazins. Frühere, zum Teil sehr derbe Mohammed-Karikaturen von "Charlie Hebdo" gelten als Hintergrund des Terrorangriffs auf die Redaktion am vergangenen Mittwoch.

Italien erwartet Rücktritt von Präsident Napolitano

Mit Napolitano tritt Europas ältester Staatspräsident zurück.

In Italien wird der Rücktritt von Staatspräsident Giorgio Napolitano erwartet. Der 89-Jährige hat angekündigt, aus Altersgründen nach fast neun Jahren sein Amt niederzulegen. Regierungschef Matteo Renzi steht nun unter Druck, einen Nachfolger zu präsentieren. Der wird in einem komplizierten Verfahren gewählt. Befürchtet wird, dass ein zäher Wahlprozess das sowieso schon krisengeplagte Land weiter lähmt. Napolitano war in den letzten Jahren eine zentrale Figur in der italienischen Politik und hatte in Krisenzeiten zwischen den zerstrittenen Parteien vermittelt.

Kabinett berät über Personalausweis-Entzug für Islamisten

Die Bundesregierung will den Reisestrom deutscher Islamisten in Kampfgebiete wie Syrien und Irak eindämmen - das Bundeskabinett berät über eine Gesetzesänderung. Die Behörden sollen verdächtigen Terroranhängern demnach in Zukunft für bis zu drei Jahre den Personalausweis abnehmen können. In einem ersten Entwurf war hierfür noch eine Dauer von maximal 18 Monaten vorgesehen gewesen. Anstelle des Personalausweises sollen die Betroffenen ein Ersatzdokument bekommen, mit dem sie Deutschland nicht verlassen dürfen.

Bislang ist es bereits möglich, Terroranhängern den Reisepass zu entziehen - nicht aber den Personalausweis. Viele radikale Islamisten reisen bisher mit dem Personalausweis in die Türkei und ziehen von dort aus weiter nach Syrien und in den Irak. Die deutschen Sicherheitsbehörden haben bislang mindestens 550 Ausreisen in diese Region gezählt.

Zehn Jahre Hartz IV: Berliner Sozialgericht zieht Bilanz

Das deutschlandweit größte Sozialgericht legt in Berlin seine Bilanz zur Arbeitsmarktreform Hartz IV vor. Es muss seit langem eine Flut von Klagen bearbeiten, auch wenn diese nun etwas abnehmen. Vor zehn Jahren war die Grundsicherung für Arbeitslose eingeführt worden. Gerichtspräsidentin Sabine Schudoma spricht von der größten Herausforderung in der Geschichte des Sozialgerichts. Insgesamt betreffen 62 Prozent aller Streitigkeiten am Sozialgericht in der Bundeshauptstadt Hartz IV.

Tarifverhandlungen bei der Bahn laufen wieder an

Die über Weihnachten unterbrochenen Tarifverhandlungen bei der Deutschen Bahn werden wieder aufgenommen. In Frankfurt sitzen sich zunächst die Vertreter des Unternehmens sowie der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) gegenüber. In der mittlerweile fünften Runde wird es zunächst um die Einmalzahlung von 510 Euro gehen, welche die Bahn im Dezember mit der konkurrierenden Lokführergewerkschaft GDL für das Tarifjahr 2014 vereinbart hatte.

Die mitgliederstärkere EVG hat das Angebot der Einmalzahlung bislang als nicht ausreichend abgelehnt, weil es nicht für Service- und Reinigungskräfte sowie das Wachpersonal gegolten habe. Die Deutsche Bahn geht mit dem Ziel in die weiteren Verhandlungen, mit den konkurrierenden Gewerkschaften jeweils deckungsgleiche Abschlüsse auch für die Folgezeit hinzubekommen. Mit der streikfreudigen GDL soll das nächste Mal am 19. Januar in Berlin verhandelt werden.

(dpa/sag)