Das waren die größten Flops des Sportjahres 2015.

FUSSBALLVERBÄNDE und -FUNKTIONÄRE: Das Ansehen der Fußballverbände FIFA und DFB ist nach diesem Jahr im Eimer. Bitter wurde es vor allem für zahlreiche Funktionäre. FIFA-Präsident Sepp Blatter und UEFA-Chef Michel Platini wurden wegen Korruptionsverdachts für acht Jahre gesperrt.
Mit einem Bericht im Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" nahm die Affäre um unlautere und womöglich illegale Machenschaften rund um die WM 2006 in Deutschland ihren Anfang. DFB-Präsident Wolfgang Niersbach übernahm die "politische Verantwortung" und trat zurück. Auch Fußball-Lichtgestalt Franz Beckenbauer geriet arg in den Fokus.
BASKETBALL-NATIONALMANNSCHAFT: Mit viel Euphorie und Zuversicht starteten die Korbjäger in die EM-Vorrunde. Erstens durften sie alle fünf Spiele in Berlin bestreiten, zweitens waren mit Dirk Nowitzki und Dennis Schröder zwei Stars aus der nordamerikanischen Profiliga NBA am Start. Doch es wurde ein unglücklicher Auftritt, nach dem mühevollen Auftaktsieg gegen Island folgten vier Niederlagen. Dem Team fehlten Ruhe, Klasse und Kaltschnäuzigkeit.
LUCIEN FAVRE: Erst führte der Schweizer Borussia Mönchengladbach auf Platz drei der Fußball-Bundesliga und damit zum ersten Mal direkt in die Champions League. Doch nach der Sommerpause verlor der Taktik-Guru aus unbekannten Gründen die Kontrolle über das Team. Nach fünf Bundesliga-Pleiten in Folge trat Favre medienwirksam zurück.
FORMEL 1 IN DEUTSCHLAND: Sowas hat man lange nicht gesehen - genauer gesagt seit 1960 nicht mehr: kein Formel-1-Rennen im Land der Autonarren und -bauer. Der klamme Nürburgring konnte sich nicht mit Formel-1-Chef Bernie Ecclestone über die Ausrichtungsgebühr für den Grand-Prix einigen. Auch der Hockenheimring sagte ab. Daraufhin wurde das Rennen ersatzlos gestrichen. 2016 soll die Formel 1 aber nach Deutschland zurückkehren.
AUDI: Das unsportliche Verhalten des Autobauers wurde bestraft: Wegen des Funkspruch-Skandals beim DTM-Rennen in Spielberg erhielt Audi die Rekordstrafe von 200 000 Euro und verlor alle bei dem Rennen geholten Punkte. Und auch insgesamt war es ein enttäuschendes Jahr für Audi beim Deutschen Tourenwagen Masters. Obwohl sie das beste Auto hatten, gab es für Ingolstädter sowohl in der Team- als auch in der Fahrerwertung keinen Titel.
WASSERSPRINGER: Die Deutschen fanden keinen rechten Schwung und mussten bei der WM in Kasan die schlechteste Sprung-Bilanz seit der Wiedervereinigung hinnehmen. Keine einzige Medaille gab es - beste WM-Platzierungen waren sechste Ränge in den Synchronwettbewerben. Europameister Martin Wolfram etwa scheiterte nach verkorksten Sprüngen im Turm-Halbfinale auf Platz 14.
HOCKEY-NATIONALTEAMS: Beim Hallenhockey führt selten ein Weg an deutschen Siegen vorbei. Doch bei der Heim-WM in Leipzig konnten sowohl Frauen als auch Männer nicht ihre Titel verteidigen. Bei der EM im Sommer in London scheiterten die Frauen im Halbfinale. Die Männer kamen dort zwar weiter, blamierten sich dann aber gegen den Dauerrivalen aus den Niederlanden mit 1:6 im Finale.
FRAUEN-NATIONALMANNSCHAFT: Bei der WM in Kanada lief es nicht rund für Fußballerinnen von Trainerin Silvia Neid. Nach dem Aus im Halbfinale gegen den späteren Weltmeister USA fokgte eine besonders enttäuschende Niederlage im Spiel um Platz drei gegen England. Einige Trainer aus der Frauenfußball-Bundesliga warfen der Bundestrainerin unter anderem taktische Fehler und zu wenig Flexibilität vor.
VOLLEYBALL-NATIONALTEAMS: Sowohl Frauen als auch Männer wurden ihren hohen Ambitionen nicht gerecht. Die Frauen kamen bei der EM im Oktober nur auf Platz fünf, der Verband und Bundestrainer Luciano Pedullà trennten sich daraufhin. Männer-Coach Vital Heynen blieb nach Platz acht bei der EM immerhin im Amt.