Die Nachrichten heute. Aktuelle Meldungen, Nachrichten und Hintergrundinfos des Tages kompakt auf einen Blick.

+++ Unbekannte werfen Handgranate auf Gelände einer Flüchtlingsunterkunft (08:30 Uhr) +++

+++ Tausende Flüchtlinge klagen gegen BAMF (06:52 Uhr) +++

+++ AfD bekommt Millionen von Spendern (06:25 Uhr) +++

10:00 Uhr: Damit verabschiede ich mich von Ihnen aus der Ticker-Woche und wünsche schon einmal ein schönes Wochenende

09:05 Uhr: Rekord-Zuwanderung lässt Bevölkerung auf knapp 82 Millionen steigen

Die starke Zuwanderung nach Deutschland hat die Zahl der Einwohner im vergangenen Jahr auf mindestens 81,9 Millionen Menschen steigen lassen. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag nach einer Schätzung mit.

Zwar wurden auch 2015 weniger Kinder geboren als Menschen starben, aber die Zuwanderung glich dieses Defizit mehr als aus.

Der sogenannte Wanderungssaldo aus Zuzügen nach Deutschland und Abwanderungen wird nach Schätzungen der Statistiker mindestens 900.000 Personen betragen. Damit habe diese Zahl einen neuen Rekord erreicht. Den bisher höchsten Wanderungssaldo hatte es 1992 mit knapp 800.000 Personen gegeben.

08:30 Uhr: Was heute wichtig wird

  • Nach fünf Jahren Bürgerkrieg in Syrien sollen in Genf neue Verhandlungen über ein Ende des blutigen Konflikts beginnen. UN-Sondervermittler Staffan de Mistura hatte am Dienstag Einladungen für die Friedensgespräche an die syrische Regierung und die Opposition verschickt. Allerdings wird das Oppositionsbündnis zum geplanten Auftakt nicht in Genf sein, weil es noch offene Fragen sieht. Die Verhandlungen sollen den Weg zu einer Übergangsregierung bahnen.
  • Der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi kommt zu Gesprächen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Berlin. Dabei steht die europäische Flüchtlingskrise im Mittelpunkt. Aber auch die zuletzt abgekühlten bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und Italien dürften Thema sein. Renzi hatte mehrfach Merkels Rolle in Europa infrage gestellt.
  • Flüchtlinge sollen von Februar an einen Ausweis bekommen, damit Doppel- und Mehrfachregistrierungen künftig vermieden werden. Bis Mitte des Jahres soll der Ausweis flächendeckend eingeführt werden. Der Bundesrat will eine entsprechende Initiative der Bundesregierung verabschieden. Im Zuge eines Pilotprojekts wurden bereits erste Ausweise ausgegeben.
  • Mit Empfehlungen an den Gesetzgeber geht der 54. Verkehrsgerichtstag zu Ende. Knapp 2.000 Experten diskutierten in Goslar aktuelle Themen des Straßenverkehrs und des Verkehrsrechts. Debattiert wurde unter anderem, ob Blutproben für Alkoholsünder künftig komplett entfallen, um eine Herabsetzung des Promillewertes für den Idiotentest und um die Frage, ob Bilder von Minikameras, sogenannten Dashcams, in Autos als Beweismittel vor Gericht zugelassen werden sollen.
  • Um Schmerzensgeld für eine Bahnreisende wegen einer kaputten Zugtoilette geht es in einem Berufungsverfahren vor dem Landgericht Trier. Die Frau hatte die Bahn auf Schmerzensgeld in Höhe von 400 Euro verklagt, weil in einer Regionalbahn von Koblenz nach Trier die einzige Toilette im Zug defekt war.
  • Die deutschen Handballer spielen am Abend (18:30 Uhr live im ZDF) bei der Europameisterschaft in Polen um den Einzug in das Endspiel. Die Mannschaft von Trainer Dagur Sigurdsson steht zum ersten Mal seit 2008 wieder in einem Halbfinale. In dem Vorschlussrundenspiel zweier Überraschungsmannschaften ist Norwegen der Gegner.

08:02 Uhr: Unbekannte werfen Handgranate auf Gelände einer Flüchtlingsunterkunft

Unbekannte haben in der Nacht zum Freitag einen Anschlag mit einer Handgranate auf eine Flüchtlingsunterkunft in Villingen-Schwenningen verübt. Nach dpa-Informationen landete eine scharfe Handgranate auf dem Gelände der Unterkunft im Schwarzwald-Baar-Kreis.

Der Sicherheitssplint war gezogen, die Granate explodierte jedoch nicht. Sicherheitskräfte entdeckten den Sprengkörper rechtzeitig. Entschärfer sprengten die Handgranate. Menschen kamen nicht zu Schaden. Einzelheiten wollte die Polizei im Laufe des Tages mitteilen.

07:44 Uhr: Wenn man muss, aber nicht kann - Rechtsstreit um kaputte Zugtoilette

Hat man ein Recht auf eine Toilette im Zug? Darum dreht sich nun ein Rechtsstreit zwischen einer Triererin und der Deutschen Bahn. Die Frau verlangt Schmerzensgeld, weil sie im Oktober 2014 in der Regionalbahn zwischen Koblenz und Trier nicht auf die Toilette konnte. Diese war defekt.

Sparfüchsen könnten bei Zugreisen sehr harte Zeiten bevorstehen.

Wegen der fehlenden Möglichkeit, Wasser zu lassen, habe sie Schmerzen erlitten, sagt ihr Anwalt Michael Lang. Am Ende habe sie nicht mehr einhalten können - und es nach der Ankunft am Trierer Hauptbahnhof nicht mehr auf die nächste Toilette geschafft.

Wegen der schmerzlichen und unangenehmen Erfahrung verklagte die Triererin die Deutsche Bahn auf Schmerzensgeld - in Höhe von 400 Euro. In erster Instanz hat die Frau im Juli vergangenen Jahres recht bekommen.

Die Deutsche Bahn Regio AG wurde vom Amtsgericht Trier zu 200 Euro Schmerzensgeld verurteilt. Begründung: Sie habe sich in zweifacher Hinsicht einer Pflichtverletzung schuldig gemacht.

Zum einen, weil es im Zug keine funktionierende Toilette gegeben habe, und zum zweiten, weil nicht dafür gesorgt wurde, dass die Fahrgäste eine zumutbare Alternative bekommen hätten.

07:40 Uhr: Polnischer Justizminister wird zugleich Chefankläger

Geografisch trifft das auf Polen zu, doch politisch ist die Lage komplexer.

Nach stürmischer Debatte hat das polnische Parlament die Zusammenlegung von Justizministerium und Generalstaatsanwaltschaft beschlossen. Für die entsprechende Gesetzesänderung stimmten 236 Abgeordnete bei 209 Gegenstimmen und sieben Enthaltungen.

Die nationalkonservative Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) hat im Parlament die absolute Mehrheit. Am Freitag soll das Gesetz im Senat, der zweiten Kammer, beraten werden.

Das Gesetz reiht sich ein in eine Serie umstrittener Reformen wie etwa das neue Mediengesetz, dass der Regierung die Entscheidung über Leitungspositionen in den öffentlich-rechtlichen Medien gibt. Die EU-Kommission hat ein Prüfverfahren zur Rechtsstaatlichkeit in Polen eingeleitet.

07:29 Uhr: ManCity-Star Kevin De Bruyne fällt rund zehn Wochen aus

Schlechte Nachrichten für den früheren Bundesliga-Star Kevin De Bruyne und Manchester City: Der belgische Nationalspieler wird rund zehn Wochen ausfallen und steht den Citizens damit auch nicht im Ligapokal-Finale gegen den FC Liverpool am 28. Februar sowie im Champions-League-Achtelfinale gegen Dynamo Kiew nicht zur Verfügung.

De Bruyne hatte sich beim 3:1 gegen den FC Everton im Ligapokal-Halbfinale am Mittwoch am rechten Knie und am rechten Knöchel verletzt. "Gerade zurück vom Spezialisten. Ich werde rund zehn Wochen ausfallen", twitterte De Bruyne selbst.

07:27 Uhr: Dutzende Bewohner müssen wegen Feuer ihre Wohnungen verlassen

Wegen eines Feuers in einer Tiefgarage haben mehr als 40 Anwohner in Mönchengladbach ihre Wohnungen verlassen müssen. Vier Autos hatten in der Nacht zum Freitag in der Tiefgarage gebrannt, wie die Feuerwehr mitteilte.

Dabei zog der Rauch in die Hausflure von fünf angrenzenden Mehrfamilienhäusern. Mehrere Dutzend Wohnungen wurden deshalb vorsorglich evakuiert. Sanitäter versorgten eine ältere Frau wegen Atembeschwerden, verletzt wurde jedoch niemand.

Das Feuer war nach ersten Erkenntnissen an einem der Wagen ausgebrochen und hatte auf die weiteren übergegriffen. Über die Brandursache machte die Feuerwehr zunächst keine Angaben. Alle Bewohner konnten nach dem Einsatz in ihre Wohnungen zurückkehren.

07:26 Uhr: Verkäuferin treibt Räuber in die Flucht

Eine 47 Jahre alte Verkäuferin hat durch Schreie und angedrohte Schläge einen verdutzten Räuber in Berlin in die Flucht geschlagen.

Der Unbekannte hatte sich am Donnerstagabend in einem Zeitungsgeschäft im Prenzlauer Berg zunächst als Kunde ausgegeben, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Plötzlich zog er eine Schusswaffe und forderte die Herausgabe von Bargeld. Die Frau verweigerte dies, begann zu schreien und drohte dem Räuber.

Daraufhin flüchtete der Mann ohne Beute. Die Überfallene blieb unverletzt.

07:21 Uhr: Donald Trump forderte laut Fox News für TV-Auftritt fünf Millionen Dollar

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump (69) hat nach Angaben des US-Senders Fox News Spenden in Höhe von fünf Millionen Dollar für eine Teilnahme an der jüngsten TV-Debatte gefordert. Dies teilte Fox News mit.

Das Geld sollte an Trumps Stiftungen gezahlt werden. Der Sender habe das Anliegen zurückgewiesen, weil Gegenleistungen für Fernsehauftritt nicht möglich seien, hieß es. Trump äußerte sich bislang nicht zu den Vorwürfen.

Trump war der letzten TV-Debatte der Republikaner vor Beginn der Vorwahlen am 1. Februar im US-Bundesstaat Iowa ferngeblieben. Stattdessen trat der Immobilienunternehmer zur gleichen Zeit an einem anderen Ort in Iowas Hauptstadt Des Moines auf, um Geld für Veteranen zu sammeln.

Auf Twitter teilte Trump später mit, er habe bei dieser Veranstaltung sechs Millionen Dollar eingesammelt.

06:52 Uhr: Tausende Flüchtlinge klagen gegen BAMF

Viele Flüchtlinge sind mit der schleppenden Bearbeitung ihrer Asylanträge unzufrieden und ziehen deshalb vor Gericht. Zum Jahresende 2015 waren deutschlandweit 2.299 sogenannte Untätigkeitsklagen von Asylbewerbern gegen das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) bei den Verwaltungsgerichten anhängig.

Das berichtet die "Thüringer Allgemeine" unter Berufung auf eine Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage berichtet. Demnach wurden die meisten Klagen von Asylsuchenden aus Afghanistan (560), dem Irak (337), Eritrea (217) und Syrien (207) eingereicht.

Das Ministerium erklärte dem Bericht zufolge, zur Beschleunigung der Verfahren sei das Personal des BAMF im vergangenen Jahr um etwa 40 Prozent aufgestockt worden. Zudem habe die Behörde 20 neue Außenstellen eröffnet und 400 Sonderentscheider in den Entscheidungszentren eingesetzt, die dort ausschließlich entscheidungsreife Altfälle bearbeiteten.

Was passiert, wenn jeder Bürger vom Staat einmal monatlich ein bedingungsloses Grundeinkommen überwiesen bekommt? Die Antwort hängt entscheidend von der Höhe des Einkommens für alle ab. In Europa werden zur Zeit zwei vollkommen gegensätzliche Modelle diskutiert. Ein Überblick.

06:45 Uhr: "Wohlstandskranker" Teenie von Mexiko an USA ausgeliefert

Ethan Couch, der betrunken vier Menschen totgefahren hat und wegen "Wohlstandskrankheit" mit Bewährung davon kam, ist zurück in den USA. Die mexikanischen Behörden schoben ihn am Donnerstag nach Texas ab, wie die Migrationsbehörde mitteilte.

Frauen tragen Mitschuld an Übergriffen in Köln? Abu-Yusuf will relativieren.

Der Texaner hatte im Alter von 16 Jahren vier Menschen totgefahren, war aber einer Gefängnisstrafe entgangen. Das Gericht urteilte damals, er sei "wohlstandskrank", als verwöhntes Kind reicher Eltern seien ihm nie Grenzen aufgezeigt worden.

So kam Couch mit zehn Jahren Bewährung davon - ein Urteil, das in den USA für Unverständnis sorgte. Couch floh mit seiner Mutter nach Mexiko, nachdem ein Video aufgetaucht war, das ihn auf einer Party zeigen soll. Falls er dort Alkohol getrunken hat, hätte er gegen die Bewährungsauflagen verstoßen. Beide wurden Ende Dezember festgenommen.

Nach einem Bericht der Zeitung "Star Telegram" wurde Couch in eine Jugendarrestanstalt gebracht, wo er auf seine Anhörung wartet. Die US-Staatsanwaltschaft strebt an, den Fall von einem Jugendgericht zu einem Gericht für Erwachsene zu verlegen.

06:38 Uhr: Kölner Übergriffe zeigen "Krise des moslemischen Mannes"

Für den Schriftsteller Feridun Zaimoglu (51) muss die Aufarbeitung der sexuellen Übergriffe in der Silvesternacht in Köln schonungslos offen auch innerhalb der islamischen Gemeinschaft geführt werden.

Aus Sorgen um Wahlkampffinanzierung fordert der Vorstand Spenden.

"Wir Moslems müssen in unserem eigenen Saustall aufräumen, denn wir haben einen Saustall", sagte der Kieler Schriftsteller türkischer Herkunft der Deutschen Presse-Agentur. Köln sei kein Ausreißer gewesen. Es handle sich nicht um eine Krise des Islam, "sondern wir haben eine Krise des moslemischen Mannes. Wir haben ein Krise moslemischer Männer mit Minderwertigkeitskomplexen."

"Wenn ein Mann unfähig ist, die starke mündige Frau als gesellschaftliche Realität zu sehen und sich in seiner Herrlichkeit beeinträchtigt fühlt, dann lege ich ihm professionelle Hilfe nahe", sagte Zaimoglu.

06:25 Uhr: AfD bekommt Millionen von Spendern

Die AfD hat mit ihrem Spendenaufruf nach der Änderung des Parteiengesetzes im Dezember 2015 innerhalb weniger Wochen 3,1 Millionen Euro eingenommen. Das berichtet "Bild" unter Berufung auf eine der Zeitung vorliegenden internen Mail von Parteischatzmeister Klaus Fohrmann.

CDU/CSU und SPD legen Streit bei und verständigen sich auf Kompromiss.

Darin heißt es, man habe den Angriff der etablierten Parteien "auf unsere finanzielle Grundlage gründlich zunichte gemacht". Insgesamt habe die Partei unter Berücksichtigung der mittlerweile erfassten Geldeingänge bei den Kreis- und Landesverbänden "rund € 3.100.000,00 erhalten".

Bislang hatte die AfD lediglich Spendeneingänge bei der Bundespartei in Höhe von 2,1 Millionen Euro bestätigt.

Fohrmann betont in der Mail: "Damit stehen wir im Vergleich zur alten Gesetzgebung besser da als vorher." Ein Parteisprecher bestätigte der "Bild", dass die AfD inklusive der staatlichen Zuschüsse nunmehr insgesamt 6,4 Millionen Euro zur Verfügung habe. Das seien 1,4 Millionen Euro mehr als ursprünglich geplant beziehungsweise über Zuschüsse für den Umsatz des Goldshops zu erzielen gewesen wären.

06:22 Uhr: US-Riesen-Drohne überquert Deutschland

Die US-Riesen-Drohne "Global Hawk" hat erstmals in einem eigens dafür vorgesehenen Korridor Deutschland überquert. Bereits am vergangenen Montag hielt sich das unbemannte Aufklärungsflugzeug zwei Mal für je 85 Minuten im deutschen Luftraum auf, wie das Verteidigungsministerium erst jetzt mitteilte.

Die Drohne ist praktisch identisch mit der Skandal-Drohne "Euro Hawk", die keine Zulassung für den deutschen Luftraum bekommen hat. Die US-Drohnen sind auf Sizilien stationiert und überqueren Deutschland, um ihr Einsatzgebiet über der Ostsee zu erreichen.

Die "Global Hawk"-Flüge zählen zur Nato-Unterstützung für die östlichen Bündnispartner im Zuge der Ukraine-Krise.

06:15 Uhr: Angela Merkel will Asylpaket II schnellstmöglich umsetzen

Am Donnerstag haben sich die Koalitionsspitzen auf eine Ergänzung zum Asylgesetz verständigt, das sogenannte Asylpaket II. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will den Beschluss nun so schnell wie möglich umsetzen. Der Weg sei nun frei, dass das Paket sehr schnell in die Gesetzgebung kommen könne, sagte Merkel.

Mit Blick auf die Flüchtlingskrise hob die Kanzlerin hervor, "dass die Koalition, aber auch alle staatlichen Ebenen sehr handlungsfähig sind und auch handeln angesichts vieler Probleme".

Zu dem von Bayerns Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) an sie gesandten Protestbrief für eine Kurswende in der Flüchtlingspolitik äußerte sich Merkel nicht. "Briefe werden beantwortet und nicht öffentlich diskutiert."

06:00 Uhr: Guten Morgen und einen schönen Start in den Freitag. Bis 10:00 Uhr versorgt Sie Christian Aichner hier mit den wichtigsten Themen des Tages.

Mit Material von dpa und afp