Wieder großes Pech für Chinas Hürdenstar Liu
Im Rollstuhl verließ er schließlich den Ort des erneuten Dramas. Damit ist der 29-Jährige aus Shanghai zu einem der großen Pechvögel in der olympischen Geschichte geworden.
"Er ist gestürzt, aber er ist wieder aufgestanden. Das ist der wahre Sportsgeist bei Olympischen Spielen", sagte der chinesische Leichtathletik-Cheftrainer Feng Shu Yong. Eine genaue Diagnose der Verletzung von Liu gebe es noch nicht, aber es handele sich wohl wieder um seine chronisch lädierte Achillessehne. "Für ihn ist die Saison möglicherweise zu Ende", so Feng. Liu habe große Wettkämpfe vor Olympia gemacht. "Diesen Druck hält nicht jeder aus. Er ist und bleibt der Beste", meinte der Chefcoach.
"Es war fürchterlich und ist tragisch, dass es Liu passiert ist, gerade ihm, einem der besten Hürdensprinter, die es jemals gab", kommentierte der US-Läufer Aries Merritt, der als Vorlauf-Bester 13,07 Sekunden schnell flitzte, den kapitalen Fehler. "Ich denke nicht, dass irgendetwas nicht richtig war vor dem Rennen. Er sah okay aus." Nicht nur der Weltjahresbeste (12,93 Sekunden) flog fehlerlos über die Hürden, auch die weiteren Gold-Kandidaten kamen weiter. Peking-Olympiasieger Dayron Robles (Kuba) meisterte die Pflicht ebenso wie Weltmeister Jason Richardson (USA) in 13,33 Sekunden.
Nach seinem Sturz im Olympiastadion von London vor 80 000 Zuschauern humpelte Liu auf einem Bein neben der Laufbahn ins Ziel und wurde gestützt von Vorlauf-Konkurrenten ins Stadioninnere geführt. Von dort wurde er mit einem Rollstuhl zur Behandlung gefahren - ohne eine Wort zu sagen.
Liu erlebte schon bei den olympischen Heimspielen 2008 in Peking eine der bittersten Stunden seiner Karriere. Nach einem nicht von ihm verursachten Fehlstart im Vorlauf musste er wegen einer Achillessehnenverletzung zum Entsetzen einer ganzen Nation aufgeben. Der Lauf-Millionär Liu genießt im "Reich der Mitte" eine ähnliche Popularität wie einst der Basketball-Spieler Yao Ming.
Schon vor seinem Auftritt in London hatte sein Trainer Sun Haiping angedeutet, dass Liu wieder Probleme mit seinem Fuß habe. "Wir sind trotz der Verletzung zuversichtlich und nur ein wenig besorgt", hatte der Coach gesagt. Liu ließ sich nach den Peking-Spielen in den USA behandeln und feierte 2010 bei den Asien-Spielen mit dem Titelgewinn im Hürdensprint ein Comeback. Bei der WM 2011 in Daegu/Südkorea gewann er Silber. Und in der aktuellen Weltjahresbestenliste liegt er mit einer Zeit von 12,97 Sekunden an zweiter Stelle.
Chinas Lauf-Star hatte sich zuletzt in Leverkusen auf die London-Spiele vorbreitet, weil die Wetterbedingungen in den zwei Wochen vor dem Olympia-Beginn in England nicht optimal waren.
Ausgeschieden ist im Vorlauf das deutsche Hürden-Trio. Der Leipziger Alexander John belegte als Bester im Gesamtklassement in 13,67 Sekunden den 28. Platz. Matthias Bühler (Offenburg) erreichte mit 13,68 Sekunden den 30. Rang. Erik Balnuweit (Leipzig) wurde in 13,77 Sekunden nur 36. von 45 Startern.
8 Meinungen zu "Drama um Chinas Hürdenstar "
-
Mao5
Dienstag, 07.08.2012, 16:11 Uhr Ich lebe und arbeite in China seit Jahren. Als Liu Xiang ausgerechnet 2008 bei der Olympiade in China gepatzt hat, waren meine Mitarbeiter entsetzt, enttaeuscht. Die dachten im Vorfeld der Mann sei pures Gold! Und jetzt, 2012 das! Ich als Chinakenner behaupte: Er hat sich verletzt, hat versucht, trotz Verletzung - ausserhalb der Wertung- ins Ziel zu kommen. Er hat nach chinesischer Kultur versucht sein Gesicht zu waren! Das ist fuer uns Westler schwer zu verstehen, die chinesische Bevoelkerung wird ihn respektieren. Ich denke, Liu ist ein hervorragender Sportler. Er ist den ganzen Bimborium herum nicht gewachsen gewesen. Der wurde in China wie ein Michael Jackson des Pops verehrt und kam damit nicht zurecht. Er ist eine tragische Gestalt. In China wird man ihn verehren, bei den chinesischen Funktionaeren ist er leider durchgefallen. Und er weiss das. -
Petersen72
Dienstag, 07.08.2012, 16:11 Uhr Drama um Chinas Hürdenstar DRAMAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA oh Gott, sowas ist noch nie passiert in der Geschichte des Sports! -
derSteuerknecht
Dienstag, 07.08.2012, 15:55 Uhr Diesmal war also nicht der berühmte Sack Reis ;-) -
Freigeistheit
Dienstag, 07.08.2012, 15:23 Uhr Wie geht man in China.. sagen wir mal.. angemessen damit um? Richtig, er wird erschossen.. oder zumindest in's Arbeitslager gesteckt. So wie die dort gedrillt werden gilt diese Niederlage quasi als Ehrenverlust. -
Petersen72
Dienstag, 07.08.2012, 14:39 Uhr ''"Es war fürchterlich und ist tragisch, dass es Liu passiert ist, gerade ihm, einem der besten Hürdensprinter, die es jemals gab", kommentierte der US-Läufer Aries Merritt'' Die Chinesen halte nsich für die allergrössten auf der Erde und der Rest der Welt plapperts nach. Kein Wunder das die abheben. Die haben 20% der Erdbevölkerung und treten wirklich in jedem Sport an, vom 10m Luftgewehrschiessen der Frauen bis zum 1 Meter Turmspringen. Und jedesmal sind Chiensen im Finale, da sind die Chancen ewig höher als für die paar Deutschen die dann unbedingt gewinnen müssen. Kommunisten trainieren härter, jetzt wo die Ossis fehlen gibts füruns keine MEdaillien mehr. Und wenn man auf dem letzten Platz im Synchronspringen landet kann man nicht mit ausreden über Doping kommen, dann ist man einfach nicht gut. -
Shenlong
Dienstag, 07.08.2012, 14:03 Uhr Tragisch, aber er hats ja mit Fassung genommen. Schöne Szenen als er nachher die letzte Hürde küsste und ihn seine Kollegen anschließend gestützt haben. Sowieso bin ich begeistert von den olympischen Spielen, so viele verschiedene Nationen, so eine hohe Leistungsdichte, so viele sportlich faire Gesten. Schade, dass es nicht wie bei den alten Griechen ist, während der Spiele wurde kein Krieg geführt. -
babuschka1972
Dienstag, 07.08.2012, 13:26 Uhr Na ja ist ja kein Weltuntergang China räumt ja wieso fast alle Medaillen ab.Gönnen wir es mal auch anderen Nationen.
- Olympia Live-Ticker
- Medaillenspiegel
- Usain Bolt
- Leichtathletik
- Olympia Zeitplan
- Beachvolleyball
zu Olympia
































