Steffen: "Schlechter kann es nicht werden"
Sie können trotz des Staffel-Ausscheidens noch lächeln...
Britta Steffen: "Wieder. Nach dem enttäuschenden Lauf muss man sich auf das konzentrieren, was jetzt kommt. Das war heute bestimmt nicht zufriedenstellend, wir haben vielleicht im Gesamten die Konkurrenz unterschätzt. Das ist das, was wir schon immer gesagt haben: Die Konkurrenz in der Welt rückt immer dichter zusammen. Teilweise kennt man die Namen nicht, aber die schwimmen dann plötzlich auch das Niveau von uns. Mit der Bronzemedaille vom letzten Jahr haben wir eigentlich gedacht, dass wir sicher ins Finale kommen. Aber es hat heute nicht gereicht."
Daniela Schreiber sagte, das Team hat sich so ein bisschen verpokert. Es sollte nicht voll schwimmen, um noch Reserven zu haben...
Steffen: "Man kann jetzt natürlich die Nadel im Heuhaufen suchen, letztendlich haben wir es verbockt. Wir sind mündig, wir hätten selber wissen, wie wir das schwimmen sollen. Aber wir haben gedacht, wenn wir da mitschwimmen und Daniela hinten raus, ist ja eine Bank, dass das eine sichere Kiste wird. Das hat leider nicht funktioniert. (...) Mit so einer Leistung von haben wir im Finale nichts zu suchen. Hätte, wäre, könnte - jetzt ist es vorbei und wir gucken weiter nach vorne. Es war der erste Tag, schlechter kann es nicht werden, schauen wir mal."
Welche Zeit war für Sie angedacht?
Steffen: "54 Sekunden flach, nachmittags entsprechend schneller. Das ist für einen Vorlauf eigentlich eine ganz gute Zeit, und ich bin ja auch Zweite gewesen. Das ist eigentlich total in Ordnung. Ich wollte da auch nicht 53-Komma schwimmen, um mich am Abend noch mal als Überraschungsgast hervorzutun, aber nun muss ich in der Torte sitzen bleiben."
Also haben Sie sich nicht wie ein Trabi gefühlt wie bei der WM in Shanghai nach der Staffel?
Steffen: "Nee, gar nicht. Es war ein gutes Gefühl."
Wie haben Sie das Rennen ihres Freundes Paul Biedermann mitbekommen?
Steffen: "Live in der Halle. Er hat das gemacht, was er machen wollte und sollte. Den Rest muss er halt selber entscheiden und analysieren mit seinem Trainer. Da wäre es von mir auch vermessen, wenn ich hier eine Aussage dazu treffen würde."
Jetzt müssen Sie sich ja gegenseitig trösten. Können Sie ihn eher trösten als er Sie, weil Sie lockerer sind?
Steffen: "Ich war überrascht von seiner Haltung. Er hat mich ganz klar angeguckt und gesagt, das war scheiße, jetzt gucke ich aber, was ich daraus lernen kann. Da war er für mich ein ganz Großer in dem Moment. Ich glaube, dass er das schon machen und meistern wird, denn Niederlagen gehören eben genauso dazu wie der Sonnenschein."
Was war das Große an ihm in dem Moment?
Steffen: "Dass er nicht irgendwie wütend war und die Schuld bei anderen gesucht hat, sondern dass er ganz klar gesagt hat, das war Mist. Das war mein Ding, das habe ich verbockt und mehr nicht. Weil es ist so leicht, dann zu sagen, wie Sie es jetzt wollen, es war eine Ansage von oben und wir können nichts dafür. Wenn man aber selber für seine Fehler einsteht, finde ich, ist es immer was Großes."
Was kann jetzt das Rezept sein nach dem verpatzten ersten Tag, um in die Erfolgsspur zu kommen?
Steffen: "Es war ja eigentlich nicht nur schlecht. Yannick (Lebherz) war zufrieden und ist ein super Rennen geschwommen. Dann die kleine Wenk, die war auch super zufrieden, ist das zweite Mal überhaupt in ihrem Leben unter 59 Sekunden geschwommen. Paul war traurig, wir waren traurig. Na gut, das ist Olympia, das sind die Geschichten, die bei Olympia geschrieben werden. Jetzt müssen wir gucken, dass wir einfach analysieren, woran es lag, unsere Lehren draus ziehen und morgen fröhlich, frischen Mutes weitermachen."
81 Meinungen zu "Steffen: "Haben es verbockt""
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peterp46
Sonntag, 29.07.2012, 10:39 Uhr so traurig das ganze auch ist, es gibt doch auch was gutes zu vermelden : es ist niemand ertrunken :-D -
EvenFlush
Sonntag, 29.07.2012, 09:18 Uhr Ich glaube, dass etliche Sportler mit dem Druck der Aufmerksamkeit nicht klar kommen. Dann passiert sowas eben. Alle, ähnlich wie die dt. Frauenfussball-Nationalelf, die sich mehr Öffentlichkeit für ihren Sport und sich selbst wünschen, versagen dann auf einmal, wenn sie sie bekommen. -
skatprofi
Sonntag, 29.07.2012, 07:52 Uhr Diese Olympischen Spiele - wie auch andere sportliche Großveranstaltungen - werden von folgenden Kommentierungen geprägt sein: 1.) Das Finale fand ohne deutsche Beteiligung statt 2.) Die deutschen Teilnehmer schieden bereits in den Vorläufen/Vorkämpfen aus 3.) Die deutschen Starter blieben weit entfernt von ihren Bestleistungen. In unserer Spaß- und Freizeitgesellschaft sind der Leistungsgedanke und die Leistungsbereitschaft weitgehend verloren gegangen. An dieser Erkenntnis werden einzelne Erfolge in Randsportarten nichts ändern können - leider! -
Bullrunner
Samstag, 28.07.2012, 17:59 Uhr kein wunder bei so viel verteilten kondomen haben die nur matratzensport im kopf keine sportlichen leistungen -
Konsumer2010
Samstag, 28.07.2012, 17:53 Uhr ...macht euch nichts draus,Frau Merkel in Berlin geht auch unter....
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