Douglas ist Mehrkampf-Olympiasiegerin - Seitz Zehnte
Auch Elisabeth Seitz darf sich nach einem guten Mehrkampf als Gewinnerin fühlen. Die deutsche Meisterin aus Mannheim kam im Konzert der Weltelite mit zwei kleinen Fehlern und 57,6265 Punkten auf den zehnten Platz. Silber ging an die Qualifikations-Beste Victoria Komowa (Russland) mit 91,973 Zählern, Bronze an ihre Teamgefährtin Alija Mustafina (59,566).
"Wir haben hart gearbeitet für dieses Ziel und das ist jetzt der Lohn. Mein Ziel war eine Medaille und ich bin natürlich total happy, dass ich in dieser Super-Atmosphäre den Sieg mit nach Haus bringen konnte", sagte Douglas mit einem breiten Grinsen. Rund 4000 amerikanische Fans unter den 16 500 Zuschauern in der ausverkauften North Greenwich Arena feierten den Publikumsliebling aus Virginia mit "USA, USA"-Rufen und schwenkten berauscht "Stars and Stripes"-Fahnen, als sie ihre Bodenshow durchgeturnt hatte.
Das neue Covergirl des US-Turnens musste bis zum Schluss zittern, ehe sie als erste dunkelhäutige Olympiasiegerin der Turngeschichte feststand. Komowa hielt stark dagegen, schrammte aber knapp am erhofften Olympiasieg vorbei. Mit einem Kopfschütten reagierte sie auf die Enttäuschung.
Für Elisabeth Seitz war die Welt dagegen in Ordnung. "Ich habe insgeheim immer davon geträumt, in die Top Ten zu kommen. Das habe ich geschafft. Deswegen bin ich sehr zufrieden", analysierte die Blondine, "wenn es jetzt im Barrenfinale nochmal so läuft, waren es Super-Spiele für mich." Ihr linker Fuß war wegen der langwierigen Sehnenverletzung erneut getapt, schien sie aber nicht behindert zu haben.
Im rot-schwarzen Outfit startete sie brillant in ihren Vierkampf und wiederholte dank einer Klasse-Übung am Stufenbarren mit 15,166 Punkten ihre Wertung aus dem Vorkampf - und sammelte Selbstvertrauen für das Finale an ihrem Spezialgerät. Trainerin Claudia Schunk klatschte erleichtert in die Hände, als ihr Schützling die schwierige Übung inklusive des Def-Saltos in den sicheren Stand gebracht hatte.
Dass die 18-jährige Schülerin aus Mannheim ihren grandiosen fünften Rang in der Zwischenwertung am Schwebebalken nicht halten konnte, war abzusehen. Dennoch huschte ein Lächeln über ihr Gesicht, als sie ihr Zittergerät ohne Absturz - wenn auch mit drei Schritten beim Abgang - hinter sich gebracht hatte. Ihre Note: 13,80. Im Vorkampf war sie noch abgestiegen und hatte 1,1 Punkte weniger kassiert.
Auch am Boden kämpfte Deutschlands beste Mehrkämpferin ausdrucksstark um jeden Zehntelpunkt. Einmal musste sie das Geviert verlassen und 0,1 Zähler Abzug in Kauf nehmen. Seitz ließ sich nicht beirren. Am Sprung setzte sie schließlich einen erfolgreichen Abschluss unter eine gelungene Darbietung. Als Anerkennung gab's ein Schulterklopfen ihrer Heimtrainerin. "Ich bin natürlich sehr zufrieden, aber die zwei kleinen Wackler haben mich etwas gestört, weil sie den achten Platz gekostet haben", sagte Schunk, "dann wäre sie bei der Siegerehrung dabei gewesen."
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