Britta Steffen: "Ich bin nur ein dummes Sportlerchen"
Was sagen Ihnen Zeit und Platzierung über die 50 Meter Freistil?
Britta Steffen: "Die Zeit war in Ordnung, ich wäre gerne schneller geschwommen, das will man immer. Ich hätte gerne nach Edelmetall gegriffen, aber es sollte heute auch nicht sein. Das bestimmte Quäntchen Glück ist uns in dieser Woche nicht hold."
Also ein Platz vier mit einem weinenden Auge ?
Britta Steffen: "Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, es stört mich nicht, klar stört es mich. Ich freue mich, dass die beiden Niederländerinnen auf dem Treppchen stehen können, sie haben es verdient. Jetzt gehe ich erstmal in den Urlaub, nicht so richtig wohlverdient, und entscheide dann dort, was ich zukünftig möchte."
Wovon hängt diese Entscheidung ab?
Britta Steffen: "Das ist immer eine Frage der Leidenschaft, glaube ich. Und die Leidenschaft ist ungebrochen, auf jeden Fall. Sonst hätte ich mich die letzten Jahre nicht so motivieren können. Mir macht das Schwimmen immer noch richtig Spaß, aber man möchte vorne auch mitschwimmen. Bei den 50 habe ich mir bewiesen, dass ich es noch kann.
Für die 100 würde wahrscheinlich enorm viel Arbeit anstehen, da müsste ich die nächsten zwei Jahre über meine Grenzen trainieren und müsste beruflich zurückstecken müssen, deswegen weiß ich nicht genau, wie die Entscheidung aussehen wird. Aber das hat ja noch ein bisschen Zeit. Eine wirkliche Tendenz lässt sich noch nicht herausfinden."
Ihr Trainer Norbert Warnatsch ist 65 Jahre alt. Macht er weiter, wenn Sie es möchten?
Britta Steffen: "Wenn, dann hätten wir schon Interesse, gemeinsam weiter zusammenzuarbeiten, oder vielleicht auch jemand dazuzunehmen. Einen jüngeren Trainer, der von Norbert lernen kann. In verschiedenen Firmen ist es ja so, dass der Erfahrungsschatz verloren geht, wenn die Älteren in Rente gehen und die Jüngeren müssen die Fehler selber machen, obwohl sie lernen könnten von den Alten.
Deswegen wäre ich ein Freund von dem Modell, dass Norbert an die Hand eines Jüngeren gegeben wird, in beiderlei Sinne. Dass er von ihm die Frische hat und der andere von ihm die Erfahrung lernen kann. Ob das zukunftsmäßig passt, das entscheiden andere, da habe ich kein Wörtchen mitzureden, und mit der Leistung noch weniger. Von daher muss ich erstmal abwarten."
Was spricht für eine Karrierefortsetzung, was dagegen?
Britta Steffen: "Dafür spricht, dass ich große Lust habe, gerade die 50 anzugehen und die EM 2014 in Berlin ist. Dagegen spricht vielleicht, dass das Umfeld, die deutschen Medien sehr hart mit mir ins Gericht gehen, an vielerlei Stellen, wo ich denke, das ist Interpretation und Meinungsbildung und dass gewisse Experten eigentlich Sachverständige sein sollten, nicht wirklich von der Sache sprechen, sondern ihre Meinung kundtun. Und dann bin ich an mancher Stelle da etwas ratlos.
Haben Sie da jemand Bestimmtes im Blick?
Britta Steffen: "Nee, natürlich nicht, sind ja alles Experten hier (grinst)."
Warum steht das deutsche Schwimm-Team ohne Medaille da, zum ersten Mal seit 80 Jahren ?
Britta Steffen: "Wir hatten auch andere Systeme. Ich bin zum Beispiel ein Kind der Sportschul-Zeit. Heutzutage ist es ein bisschen schwieriger mit den Sportschulen. In Amerika ist man ein Held, wenn man im Sport gut ist, dann kann man sich sein Studium damit finanzieren. In Deutschland ist das nicht ganz so einfach. Man sollte vielleicht mit den ganzen Experten die Systeme analysieren. Aber ich bin nur ein dummes Sportlerchen an der Stelle, und will mich auch gar nicht aus dem Fenster hängen, weil mir das dann wieder eh nur wieder negativ ausgelegt wird."
Kam am Ende der Spiele der Spaßfaktor zurück?
Britta Steffen: "Trotz dieser schwierigen Situation, dass die Leistung nicht so gut war wie man sich sie erhofft hat, war die Mannschaftsstimmung super, jeder hat dem anderen die Daumen gedrückt. Wir hatten wirklich eine Teamstimmung, die es so noch nicht gegeben hat. Es ist schade, dass das nicht belohnt wurde. Aber vielleicht ist das ein Anfang, der für die nächsten Jahre Früchte trägt.
Sie hätten mit 28 Jahren die älteste Olympiasiegerin werden können...
Britta Steffen: "Das wäre doch mal gerecht gewesen.... (lacht und geht)"
158 Meinungen zu ""Nur ein dummes Sportlerchen""
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Hulk81
Mittwoch, 08.08.2012, 15:45 Uhr @iduna ...du redest,als wärst du ein EX-Ossi Kadermitglied.(LOL)Lies dir mal das Interview genau durch und versuch es mal zwischen den Zeilen zu verstehen.Und ja,Franzi war insgesamt erfolgreicher und ist ebenso wie Michael Gross Experte.Die Tatsache wie Fr. Steffen sich im Interview verhalten hat (Zitat:...ich freue mich das Finale von der Tribüne aus zu sehen),zeigt wie egal ihr das ist.Sie ist nicht auf Staatskosten zur Olympiade geschickt worden um auf der Tribüne zu sitzen.Also,wenn das nicht Zickig ist... Der Ruderachter besitzt deutlich mehr Niveau und tritt im Interview sehr positiv auf,das meinte ich damit.Offenbar kannst DU nicht richtig folgen,andere schon. -
iduna
Dienstag, 07.08.2012, 11:33 Uhr Amistad Diese Vergleiche mit früher sind purer Schwachsinn. Fragen Sie einmal Uwe Seeler, was die Fußballer damals bekommen haben. Über die heutigen brauche ich ja wohl nicht zu sagen. Es sollte auch bei Ihnen angekommen sein, dass die Amerikaner und die Chinesen unter wesentlich anderen Bedingungen trainieren. Aber das interessiert ja nicht. Wer Höchstleistungen im Sport bringen soll, der muss auch den Kopf frei haben, wie es mit ihm einmal weiter geht. Es geht darum, dass ich auch das Training auf Weltniveau bringen muss, wenn ich die entsprechenden Ergebnisse will. Also bitte erste denken und dann braucht man keinen Unsinn schreiben. -
Amistad
Montag, 06.08.2012, 17:45 Uhr hängt die leistung jetzt davon ab wieviel sone schwimmblase bekommt an kohle? als michael groß geschwommen ist und seine medallien gewonnen hat gabst auch keine kohle on mass, junge junge als wenn geld der treibstoff zum erfolg ist. selbst wenn sie mehr bekommen hätte wäre bs eine null bei olympia gebleiben, und was wäre dann die ausrede gewesen, vieleicht zuwenig beachtung? -
amoro
Montag, 06.08.2012, 17:26 Uhr Ganz OK, trotz allem. Es geht halt nicht immer so, wie man möchte. Weder im Sport noch im "normalen" Leben.
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