Seitz Sechste am Stufenbarren - Mustafina holt Gold
Die deutsche Meisterin freute sich riesig über Platz sechs am Stufenbarren, während die 15 000 berauschten Zuschauer in der North Greenwich Arena die erste Einzelmedaille der britischen Frauen in der olympischen Turn-Historie feierten. Elizabeth Tweddle, die dreimalige Welt- und sechsmalige Europameisterin, belegte mit 15,916 Punkten Platz drei hinter der russischen Olympiasiegerin Alija Mustafina (16,133) und der Chinesin He Kexin (15,900). Durch ihre zwei Schritte beim Abgang vergab Tweddle sogar das erhoffte Gold.
"Ich war hier, um Gold zu gewinnen. Aber letztendlich ist es egal, welche Farbe die Medaille hat", tröstete sich die 27-jährige. Mit Sprechchören wurde der britische Darling bei der Siegerehrung bejubelt. Die Halle glich einem Fahnenmeer. Tweddle hatte Geschichte geschrieben, und auch Elisabeth Seitz strahlte über das ganze Gesicht. "Besser konnte es nicht laufen. Ich bin glücklich. Mehr war in diesem hochkarätigen Feld einfach nicht drin", meinte die Mannheimerin nach zwei Wochen der olympischen Anspannung erleichtert.
Perfekt turnte sie ihre Übung durch und erhielt mit 15,266 Zählern die bisher höchste Punktzahl ihrer Laufbahn. Nur mit ihrem Ausgangswert 6,7 kann die Elftklässlerin vom Ludwig-Frank-Gymnasium Mannheim noch nicht ganz mit den Besten mithalten, die mit ihren Schwierigkeiten schon die 7,0-Grenze übertroffen haben. Allein der Einzug ins Finale war für die 18-Jährige ein Riesenerfolg. Seitz war damit die erste deutsche Turnerin seit 24 Jahren, die wieder im olympischen Medaillenkampf am Stufenbarren stand. Zuletzt hatte es 1988 durch die Berlinerin Dagmar Kersten eine Silbermedaille für die DDR gegeben.
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