In Köln ist es am Sonntagabend zu zwei Attacken auf Ausländer gekommen: Eine Gruppe Unbekannter griff sechs Pakistaner an, wenig später wurde ein Syrer verletzt. Die Polizei ermittelt in beiden Fällen wegen gefährlicher Körperverletzung.

Mehrere Gewalttäter haben in Köln gruppenweise Menschen mit pakistanischer und syrischer Staatsangehörigkeit angegriffen und verletzt. Wie die Polizei mitteilte, ging eine Gruppe von etwa 20 Menschen am Sonntagabend gegen 18.40 Uhr in der Nähe des Hauptbahnhofs auf sechs Pakistaner los. Zwei der Angegriffenen wurden demnach verletzt ins Krankenhaus gebracht, konnten inzwischen aber wieder entlassen werden.

Nach Attacken in Köln blicken USA mit Sorge auf Bundesrepublik.

Etwa 20 Minuten später hätten fünf Täter einen 39-jährigen Syrer angegriffen und leicht verletzt. Die Polizei ermittelt den Angaben zufolge in beiden Fällen wegen gefährlicher Körperverletzung. Ob ein Zusammenhang zwischen den Taten besteht, ist bisher unklar.

Nach Informationen des Kölner "Express" hatte sich eine Gruppe aus Rockern, Hooligans und Türstehern über Facebook verabredet, "um in der Kölner Innenstadt "auf Menschenjagd" zu gehen. Dies wollte ein Polizeisprecher in der Nacht zu Montag nicht bestätigen.

Bereits am Nachmittag habe die Polizei Hinweise "auf Personengruppen erhalten, die gezielt Provokationen suchen würden", hieß es in der Mitteilung vom Sonntagabend. Daraufhin sei die Polizei in der Innenstadt "mit starken Kräften" im Einsatz gewesen.

In der Nacht sei die Präsenz nach mehreren Personenkontrollen dann wieder zurückgefahren worden, sagte ein Polizeisprecher. Bei den Kontrollen seien vier Menschen vorübergehend in Gewahrsam genommen worden, die ausgesprochene Platzverweise nicht befolgt hätten. Ob diese Personen zu den Angreifern gehörten, werde noch ermittelt. Es wurden zwei Strafanzeigen gestellt.

Umfrage zur Silvesternacht in Köln

In Köln war es in der Silvesternacht zu zahlreichen Übergriffen auf Frauen gekommen, inzwischen liegen 516 Strafanzeigen vor. Zahlreiche Opfer und Zeugen sprachen von Tätern nordafrikanischer oder arabischer Herkunft.

Einer aktuellen Forsa-Umfrage zufolge sieht die Mehrheit der Deutschen nach den Übergriffen in der Silvesternacht Ausländer nicht negativer als zuvor: 60 Prozent der Befragten gaben an, ihre persönliche Einschätzung von Ausländern sei nicht kritischer geworden.

37 Prozent sagten jedoch, sie hätten nach den Vorfällen eine kritischere und negativere Einschätzung von Ausländern bekommen. Vor allem AfD-Anhänger (72 Prozent) trafen diese Aussage. Von den CDU/CSU-Anhängern äußerten sich 43 Prozent entsprechend, bei den FDP-Anhängern waren es 39 Prozent. Für die Forsa-Umfrage im Auftrag der Sendung "RTL Aktuell" wurden 1002 Menschen am 7. und 8. Januar 2016 befragt.© SPIEGEL ONLINE