Bewaffnete Männer haben ein Touristenhotel in Ägypten angegriffen. Dabei wurden Urlauber aus Europa verletzt.

Bei einem Terrorangriff auf ein Touristenhotel in dem bei Deutschen beliebten ägyptischen Badeort Hurghada haben Bewaffnete mindestens drei Urlauber mit Messern verletzt. Zwei der Opfer seien Österreicher, das dritte stamme aus Schweden, teilte das ägyptische Innenministerium am Freitagabend mit.

Erste Berichte unter Berufung auf Angaben aus ägyptischen Sicherheitskreisen, denen zufolge ein Deutscher und ein Däne verletzt worden seien, bestätigten sich zunächst nicht. Hurghada liegt am Westufer des Roten Meeres.

Mit diesen Waffen kämpft die Bundeswehr in Syrien.

Das Auswärtige Amt in Berlin und die Deutsche Botschaft in Kairo nahmen mit den Behörden vor Ort und mit den deutschen Reiseveranstaltern Kontakt auf und bemühten sich mit Hochdruck um rasche Aufklärung. Gesicherte Erkenntnisse, ob deutsche Staatsangehörige betroffen sind, lagen zunächst nicht vor, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts.

Dem Innenministerium zufolge wurde ein Angreifer, ein 21 Jahre alter Student, von Sicherheitskräften getötet und der zweite schwer verletzt. Demnach griffen die Terroristen das Hotel "Bella Vista" am Roten Meer über ein an einer Straße gelegenes Restaurant an. Sie hätten die Touristen mit Messern bedroht.

Augenzeugen berichteten, die Angreifer seien vom Meer aus gekommen und in das Restaurant eingedrungen, wo die Urlauber gerade beim Abendessen waren. Einer von ihnen habe einen Touristen in seine Gewalt bringen können und versucht, ihn zu töten. Sicherheitskräfte konnten die beiden Terroristen demnach stoppen.

Anschläge in Ägypten häufen sich

In Ägypten kommt es seit Monaten regelmäßig zu Terroranschlägen. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat sich zu zahlreichen Angriffen bekannt. Im Oktober stürzte über der Sinai-Halbinsel ein russisches Passagierflugzeug nach dem Start im ägyptischen Badeort Scharm el Scheich ab, alle 224 Menschen an Bord kamen ums Leben.

Der russische Geheimdienst geht von einem Terroranschlag aus. Der IS bekannte sich dazu. Die Extremisten haben ihre Hochburg im Sinai.

Der Flugzeugabsturz versetzte der ägyptischen Tourismusindustrie, einem der wichtigsten Wirtschaftszweige des Landes, einen schweren Rückschlag. Mehrere europäische Luftlinien setzten ihre Flüge nach Scharm el Scheich aus. Auch in anderen ägyptischen Tourismusregionen gingen die Urlauberzahlen deutlich zurück.

Der Leiter des ägyptischen Fremdenverkehrsamts, Tamer Marzouk, hatte noch im September mitgeteilt, er rechne für 2015 mit insgesamt einer Million deutscher Touristen. Zwischen Januar und Ende September reisten nach seinen Angaben 736.590 Deutsche nach Ägypten. 2014 kamen insgesamt 877.228 deutsche Gäste.

Ägypten ist nicht das einzige nordafrikanische Land, das unter Terror leidet. Im vergangenen Sommer hatte ein Student in dem tunesischen Badeort Sousse 38 Touristen erschossen, bevor er selbst getötet wurde. Er hatte am Strand das Feuer auf die Urlauber eröffnet. Die meisten Opfer waren Briten, zwei Deutsche kamen ebenfalls ums Leben.

Bei einem Angriff auf das Bardo-Museum in der tunesischen Hauptstadt Tunis hatten Bewaffnete im März 2015 ebenfalls überwiegend ausländische Urlauber erschossen.© dpa