Das letzte Geld-Versteck des Entführers von Jan Philipp Reemtsma, Thomas Drach, ist offenbar entdeckt worden. Einem Medienbericht zufolge wurde in Uruguay sein letztes Depot sichergestellt.

Thomas Drach erpresste einst Millionen durch die Entführung des Hamburger Mäzens Jan Philipp Reemtsma. Von dem Geld ist offenbar nichts mehr da. Wie die "Welt vom Sonntag" berichtet, wurde auch das letzte Geld-Versteck des Erpressers ausgehoben.

Wie erst jetzt bekannt wurde, fanden Ermittler das letzte Depot bereits 2013 in Uruguay. In einem Schließfach mit der Nummer B2-38 bei der Banco Républica sollen 459.900 Dollar sichergestellt worden sein.

Das Hamburger Landeskriminalamt (LKA) und die Sicherheitsfirma Espo seien sich sicher, dass das verbliebene Lösegeld sichergestellt wurde. Damit sei die Jagd nach den verbliebenen Reemtsma-Lösegeldmillionen beendet.

15 Millionen Euro Beute

Insgesamt hatte Drach 1996 15 Millionen D-Mark und 12,5 Millionen Schweizer Franken erpresst. Nach Informationen der "Welt am Sonntag" ist der Verbleib von sechs Millionen D-Mark und sechs Millionen Schweizer Franken unklar geblieben.

Man geht davon aus, dass das Geld ausgegeben wurde.

Nach Ermittlungen des Hamburger LKA, der Staatsanwaltschaft Aachen und Espo Million sollen Helfer und Mitwisser von den Millionen profitiert haben.

Ein Großteil des Geldes soll durch Geldwäsche geschrumpft worden sein. Familie, Bekannte und Anwälte verschlangen offenbar weitere zwei Millionen, so das Blatt.

Wertloses Geld

Die letzten vermissten sechs Millionen Schweizer Franken sind nach "Welt"-Informationen völlig wertlos geworden. Die Banknoten gehörten zu einer zurückgezogenen Serie. Wer sie umtauschen wolle, würde erkannt und verfolgt werden.

Der Hamburger Millionenerbe Jan Philipp Reemtsma wurde 1996 in einem Verlies in Garlstedt bei Bremen von einer vierköpfigen Bande festgehalten. Nach 33 Tagen ließen die Täter den Sozialwissenschaftler für umgerechnet rund 15 Millionen Euro frei. (far)