Nordstrand/Texel (dpa) - Messer, Bagger, Seile: Experten haben die Beseitigung der toten Pottwale in Deutschland und den Niederlanden fortgesetzt.

Insgesamt sind bislang elf der riesigen Meeressäuger entdeckt worden, die sich wahrscheinlich auf ihrer Wanderroute in die Nordsee verirrt hatten: zwei auf Wangerooge, einer vor Bremerhaven, zwei bei Helgoland, einer in der Nähe von Büsum und fünf in den Niederlanden.

Zwei etwa zwölf Meter lange Kadaver aus der schleswig-holsteinischen Nordsee wurden von Veterinären und Technikern im Hafen Holmer Siel auf Nordstrand zerlegt. Zunächst nahmen sie vorsichtige Schnitte an Rücken und Bauch vor, um einer möglichen Explosion vorzubeugen. Anschließend rückten sie den Kadavern mit scharfen Messern zu Leibe. "Es sind dabei keine äußerlichen Auffälligkeiten festgestellt worden", sagte der Sprecher des Landesbetriebes für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN), Hendrik Brunckhorst.

Ein Skelett wird an einen Natur- und Kulturverein auf der Nordseeinsel Amrum gehen, das andere eventuell von einer Universität übernommen. Am Freitag soll auf Nordstrand ein weiterer Kadaver beseitigt werden. Das nahe Büsum auf einer Sandbank entdeckte Tier sollte noch am Donnerstag in den Hafen geschleppt werden.

Auch auf der Nordseeinsel Wangerooge haben die Vorbereitungsarbeiten für den Abtransport der beiden toten Pottwale begonnen. Bagger waren am Donnerstag im Einsatz, um Rinnen ins Watt zu ziehen. Sie sollten beim Schleppen der Wale ins Meer als eine Art Führungslinie dienen. Die Unterspülung mit Wasser erleichtere zudem den Abtransport der tonnenschweren Kadaver, wie das niedersächsische Umweltministerium mitteilte. Sie sollten nach Wilhelmshaven gebracht werden.

Fünf Pottwale waren an der niederländischen Wattenmeer-Insel Texel verendet. Forscher hatten Gewebe- und Organproben entnommen. Bei den Tieren handele es sich um junge Bullen, sagte der Konservator des Naturkundemuseums Ecomare, Arthur Oosterbaan. Er wertete es als positiv, dass wieder mehr Pottwale an der Nordseeküste auftauchten. "Das ist ein Zeichen, dass sich die Population durch den internationalen Walschutz erholt hat." Die Kadaver sollten nach Harlingen im Norden des Landes transportiert und verbrannt werden.© dpa