Tödliches Ende einer Skifahrt: Zwei Männer stoßen kurz vor der Talstation zusammen, beide sterben. Der tragische Zwischenfall am Feldberg gibt Rätsel auf.

Stefan Wirbser ist immer noch fassungslos. Die Sonne scheint wieder auf die schneebedeckten Hügel am Feldberg im Schwarzwald, doch am Tag nach dem tödlichen Zusammenstoß zweier Skifahrer sei die Stimmung gedrückt.

"Das ist unerklärlich. Wir können uns nur wundern, wie so etwas passieren konnte", sagt Wirbser, Vorsitzender der örtlichen Liftbetreiber, Präsident des Skiverbandes Schwarzwald und Bürgermeister der Gemeinde Feldberg mit knapp 2.000 Einwohnern.

Bei dem Unglück waren am Sonntagnachmittag ein 29-jähriger Mann aus dem Elsass und ein 30-Jähriger aus dem Landkreis Böblingen gestorben. Trotz einer 45-minütigen Reanimation konnte den beiden Männern nicht mehr geholfen werden.

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Wie konnte es zu dem Unfall kommen?

Soweit die tragischen Fakten - doch die Frage, wie der tödliche Unfall geschehen konnte, gibt der Polizei und der Bergwacht Rätsel auf.

Der Feldberg im Südschwarzwald und seine Umgebung bilden mit 55 Kilometern Skipisten und 35 Liften das größte und bedeutendste Wintersportgebiet in Baden-Württemberg. Im Durchschnitt kommen laut Liftbetreiber 400.000 bis eine halbe Million Skifahrer pro Saison.

"Das ist für alle ein Schock", sagt der Sprecher der Bergwacht Schwarzwald, David Vaulont. "Wir sind ratlos, weil wir einfach nicht wissen, wie es zu dieser Tragödie kommen konnte". Der Hang sei ein Anfängerhang und daher recht flach, schönes Wetter sorgte zudem für gute Sicht. Zudem sei die Piste zur Unfallzeit nicht überfüllt gewesen.

Skifahrer prallten heftig zusammen

Doch kurz vor Liftschluss passiert es: Rund 100 Meter vor der Talstation des Lifts prallen die zwei Skifahrer so heftig zusammen, dass beide kurz nach der Kollision an ihren schweren Verletzungen sterben. Bei beiden Skifahrern handelte es sich nicht um Anfänger, teilt die Polizei später mit.

In Anbetracht der Schwere der Verletzungen müsse mindestens einer der beiden Skifahrer deutlich zu schnell gewesen sein, sagt Bergwacht-Sprecher Vaulont. Laut Adrian Probst von der Bergwacht Schwarzwald kann man auf der Strecke auch hohe Geschwindigkeiten erreichen, wenn man will - bis zu 100 Kilometer in der Stunde.

Polizei tappt im Dunkeln

Wie kam es zu dem tragischen Zwischenfall? Bei der Aufklärung tappt die Polizei bislang noch im Dunkeln. Unmittelbar danach nahmen die Beamten die Ermittlungen auf dem 1.493 Meter hohen Feldberg auf. Die Feuerwehr leuchtete die Piste mit zwei Strahlern aus, damit die Kriminalpolizei ihre Ermittlungen fortsetzen konnte.

Neben der Polizei waren die Bergwacht Schwarzwald, der Rettungsdienst mit mehreren Fahrzeugen, zwei Rettungshubschrauber der Schweizer Rettungsflugwacht und die DRF Luftrettung sowie die Feuerwehr im Einsatz. Mehrere Menschen wurden vom Krisen-Interventionsteam des Rettungsdienstes betreut.

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Die zwei Skifahrer hätten sich ordnungsgemäß verhalten, hieß es von der Polizei am Montag. Derzeit weise nichts auf eine Verletzung der Sicherheitsvorschriften hin, sagt eine Sprecherin.

So hätten beide zum Beispiel Helme getragen. Auch gebe es keine Hinweise auf Alkoholeinfluss. Aktuell werde mit der Staatsanwaltschaft geprüft, ob eine Obduktion der Leichen vorgenommen werde könne.

"Wir haben am Feldberg immer wieder Unfälle, Todesfälle sind aber sehr selten", sagt Bergwacht-Sprecher Vaulont. So habe es im vergangenen Jahr mehr als zehn Kollisionen von Skifahrern gegeben. Der letzte Todesfall wurde laut Vaulont vor drei Jahren verzeichnet. Damals habe ein Mann auf der Piste einen Herzinfarkt erlitten.

Vor einem Jahr kamen bei Lawinenunglücken im Schwarzwald zwei Wintersportler ums Leben.

Die Sicherheit des Skisports will Liftbetreiber Wirbser wegen dieser Vorfälle aber nicht grundsätzlich infrage stellen.

"Am Ende kommt es immer auf die Eigenverantwortung des Einzelnen an", sagt er. Trotz aller Sicherheit bleibe beim Skifahren wie bei allen anderen Sportarten mit hohen Geschwindigkeiten immer ein Restrisiko. Unfälle auf der Piste ließen sich nie ganz verhindern.© dpa