Der flüchtige "Strohballenmörder" aus Bayern hält sich nach Justizangaben in Brasilien auf. Der verurteilte 34-Jährige habe Kontakt mit deutschen Beamten vor Ort aufgenommen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Straubing.

Der Mann habe seine Unschuld beteuert. Gestellt habe er sich jedoch nicht. Unklar sei weiterhin, wo genau sich der Flüchtige aufhält. Der Mann sollte Mitte August eine lebenslange Haftstrafe wegen Mordes an seinem Onkel antreten. Er setzte sich offenbar ab, während er für die Zeit seiner Revision vor dem Bundesgerichtshof vorläufig auf freien Fuß gesetzt worden war.

Als Polizisten den 34-Jährigen aus seiner Wohnung abholen wollten, war er bereits verschwunden. Offenbar erfuhr der Mörder früher als die Staatsanwaltschaft in Straubing, dass er nun tatsächlich lebenslang ins Gefängnis muss. Das Landgericht Regensburg hatte es im Dezember 2012 nach einem Indizienprozess als erwiesen angesehen, dass der Mann seinen Onkel, einen 48 Jahre alten Automechaniker, im Februar 2007 aus Habgier erdrosselte. Der Fall wurde als "Strohballenmord" bekannt, weil die Leiche des Opfers neben einem Strohballen gefunden wurde.

In einem ersten Verfahren 2008 war der Angeklagte freigesprochen worden. Doch der Bundesgerichtshof hob das Urteil auf und wies den Fall an das Landgericht Regensburg zur Neuverhandlung zurück. Im März kam der zu lebenslanger Haft verurteilte Straubinger nach einer erfolgreichen Haftbeschwerde seines Anwalts Michael Haizmann beim OLG Nürnberg wieder auf freien Fuß. Es ist nicht bekannt, wann sich der nun rechtskräftig verurteilte Mörder abgesetzt hatte. (jfi)