Islamabad/Neu Delhi (dpa) - Die schweren Überflutungen in Pakistan und Indien haben bereits rund 500 Menschen das Leben gekostet. In Pakistan bedrohen die Wassermassen mehr als 100 Dörfer. In Indien suchen Hunderte Menschen in Lagern Zuflucht und medizinische Hilfe.

In Zentralpakistan würden Tausende aus den überfluteten Dörfern in Sicherheit gebracht und mit Hilfsgütern versorgt, sagte der Zivilverwalter Zahid Saleem am Samstag. Laut Pakistan Television sind Tausende Polizisten, Soldaten und andere Helfer im Einsatz.

Rund um die historische Stadt Multan wurden die Uferdämme des Flusses Chenab durchbrochen, um das Wasser abzuleiten. Die "Stadt der Heiligen" mit ihren Moscheen und Basaren soll fast außer Gefahr sein.

Durch die Anfang September von tagelangem Starkregen im Himalaya ausgelösten Überflutungen sind laut der Katastrophenschutzbehörde (NDMA) bereits rund 280 Menschen in der ostpakistanischen Provinz Punjab und im pakistanischen Teil Kaschmirs ums Leben gekommen.

Auch die Region Gilgit-Baltistan im Norden des Landes ist von Überschwemmungen betroffen. Mehr als zwei Millionen Menschen im Punjab und Sindh seien geflohen. Die Fluten würden frühestens in einer Woche zurückgehen.

In Pakistans Nachbarland Indien drängten sich Hunderte Menschen in Krankenlagern. Viele von ihnen litten an Durchfall, Infektionen oder Ausschlägen, berichtete die Zeitung "Hindustan Times". Jetzt, da das Wasser allmählich zurückgehe, befürchten die Ärzte einen Ausbruch von Seuchen. Sauberes Trinkwasser sei knapp.

Insgesamt kamen im indischen Bundesstaat Jammu und Kaschmir bei den schlimmsten Überflutungen seit Jahrzehnten bereits mehr als 200 Menschen ums Leben. In einem Krankenhaus in Srinagar starben laut der Agentur IANS 14 Kinder, als das Wasser die Stromversorgung lahmlegte und medizinische Geräte ausfielen.© dpa