In der Silvesternacht stirbt ein Mädchen durch einen Schuss. Die Hintergründe sind noch völlig unklar. Inzwischen hat sich die Mutter des getöteten Mädchens geäußert und den Ablauf der Todesnacht geschildert.

Drei Tage nach dem tödlichen Schuss auf eine Elfjährige an Silvester sucht die Polizei nach einer Spur. "Wir arbeiten die Hinweise aus der Bevölkerung nach und nach ab und arbeiten mit Hochdruck an der Aufklärung des Falles", sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Unterfranken am Montag.

Mädchen aus Bayern stirbt in Silvesternacht - Polizei ermittelt.

Das Mädchen war in Oberaurach eine Stunde nach Mitternacht von einem Projektil aus einer Kleinkaliberwaffe am Kopf getroffen worden. Wenige Stunden später starb sie im Krankenhaus. Laut Polizei ist weiter unklar, ob es sich um ein vorsätzliches oder ein fahrlässiges Tötungsdelikt handelt.

Inzwischen hat sich die Mutter des Mädchens, Magdalena M., zu Wort gemeldet und die Ereignisse der Silvesternacht geschildert. Dem Internetportal "infranken.de" sagte die 36-Jährige, dass Janina das erste Mal ohne ihre Mutter ins neue Jahr starten durfte.

"Dachte noch, dass es nichts Schlimmes sein kann"

Das Mädchen habe bei zwei Freunden in Unterschleichach im Landkreis Haßberge feiern dürfen und sich kurz nach Mitternacht bei ihrer Mutter gemeldet. "Mama, ich habe sehr viel Spaß. Ich erzähle dir alles morgen beim Frühstück. Ich habe dich lieb", soll die Elfjährige ihr am Telefon gesagt haben.

Dass Janina kurz danach ins Krankenhaus gebracht wurde, habe sie von ihrer Freundin erfahren. "Ich dachte noch, dass es nichts Schlimmes sein kann und wenn ich im Krankenhaus bin, dass ich sie in den Arm nehme und ihr sage, dass sie mir nicht solche Angst machen soll", sagte die Mutter "infranken.de".

Schrecklicher Unfall hat sich am Neujahresabend ereignet.

Der Arzt habe der Familie nach einer mehr als fünfstündigen Not-Operation dann mitgeteilt, dass ein Metallsplitter aus dem Kopf der Elfjährigen entfernt worden sei.

Zu diesem Zeitpunkt kämpfte das Mädchen noch ums Überleben. Zwei Stunden später dann die schreckliche Nachricht: Janina sei verstorben.

Ihre Mutter, die erst vor neun Wochen einen Jungen entbunden hat, ist fassungslos. "Ich kann nicht glauben, dass das passiert ist. Ich denke die ganze Zeit, dass Janina gleich heimkommt und mir alles erzählt", sagte sie dem Internetportal.

Jemand habe "mit einer Spielerei" das Leben ihrer Tochter ausgelöscht und auch ihres.

"Ich weiß bis heute nicht, was passiert ist. Aber diejenigen, die das waren, sollen wissen, dass sie mir meine Tochter, mein Leben weggenommen haben und ich weiß nicht, wie es weitergehen soll."

Sonderkommission soll Tat aufklären

Die Kriminalpolizei hat mittlerweile eine Sonderkommission gegründet. Dieser gehören rund 50 Beamte und zwei Gutachter des Bayerischen Landeskriminalamtes (LKA) an.

Die beiden LKA-Gutachter sollen unter anderem anhand der Wunde die Richtung bestimmen, aus der der tödliche Schuss kam.

Polizei spricht von "abstrakter Gefahr". Noch 100 zusätzliche Beamte präsent.

"Ob es ein Querschläger gewesen sein könnte, ist offen. Da können wir noch nichts Belastbares sagen", so der Polizeisprecher.

In den kommenden Tagen wollen die Ermittler an zahlreiche Türen klopfen: "Wir überprüfen die Menschen in der näheren Umgebung, die eine Waffenbesitzkarte haben", sagte der Sprecher.

Eine Waffenbesitzkarte muss jeder haben, der eine Waffe daheim hat. Wer sie in der Öffentlichkeit führen will, braucht einen Waffenschein. (far/dpa)