Günther Oettinger hat seine Äußerung über die AfD-Vorsitzende Frauke Petry, die am Dienstag für Empörung gesorgt hatte, nicht zurückgenommen, aber erklärt. Ihre Äußerungen seien "eine Schande für Deutschland", betonte Oettinger.

EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU) hat sein umstrittenes Zitat über AfD-Chefin Frauke Petry erneut gerechtfertigt.

EU-Kommissar Oettinger attackierte AfD-Chefin scharf. Nun kam der Konter.

Der "Bild"-Zeitung sagte Oettinger: "Ich bin einfach empört über Frau Petry. Das war ja keine Regierungserklärung von mir, sondern eine persönliche Stellungnahme, da ich finde, dass Frau Petry uns Schaden zufügt."

Er werde auch in Brüssel ständig darauf angesprochen. "Ich ärgere mich einfach maßlos über sie und ihre Äußerungen als Parteivorsitzende. Das ist eine Schande für Deutschland." Bereits am Dienstag hatte Oettinger seine Worte über Petry verteidigt.

"Würde ich mich heute Nacht noch erschießen"

Oettinger hatte am Montagabend am Rande einer Veranstaltung mit Blick auf Petrys Ansichten zum Schusswaffengebrauch an deutschen Grenzen gesagt: "Wenn die komische Petry meine Frau wäre, würde ich mich heute Nacht noch erschießen."

Auf Oettingers Äußerung wollte Petry am Dienstag zunächst nicht reagieren: "Nein, sie amüsiert sich still", sagte AfD-Sprecher Christian Lüth auf Nachfrage.

Dann aber setzte Petry doch zum Konter an: "Herr Oettinger, Ihr Kopfkino ist unappetitlich. Ich frage mich, was Ihre Frau wohl dazu sagt", meinte die AfD-Chefin zu "Bild.de". Die Ehe sehe man in der CDU nur noch als "Weg in den Selbstmord".

Petrys Lebensgefährte, der NRW-AfD-Landeschef Marcus Pretzell, schrieb bei Twitter: "Anders als Herr Oettinger, lehnt die AfD den Schusswaffeneinsatz gegen die EU-Kommission ab".

Petry wirbt seit Langem für eine harte Flüchtlingspolitik der geschlossenen Grenzen und hatte selbst für erhebliches Aufsehen und scharfe Kritik gesorgt, als sie sich dafür aussprach, Flüchtlinge notfalls mit Waffengewalt am Grenzübertritt zu hindern.

(sist/far/dpa)