Der Karneval stellt die Kölner Polizei in diesem Jahr vor große Herausforderungen: Einerseits sollen Übergriffe wie in der Silvesternacht verhindert werden, andererseits gilt auch weiterhin eine abstrakte Terrorgefahr in Deutschland. Die Kölner Polizei appelliert deshalb auch in Sachen Kostümwahl an die Jecken.

Wie über jeder Großveranstaltung schwebt auch über dem Karneval in Köln die abstrakte Gefahr eines Terroranschlags. Dazu kommen die Angriffe vornehmlich nordafrikanischer Männer auf Frauen an Silvester.

Einigen Migranten wird ein fragwürdiges Frauenbild unterstellt - die Ursachen.

"Selbstverständlich müssen wir jetzt nach der klaren Zusage 'sowas darf nicht mehr vorkommen' all unsere Kräfte auf diese neue Herausforderung konzentrieren", sagte Stadtdirektor Guido Kahlen der Deutschen Presse-Agentur.

Cowboys, Piraten, Jedi-Ritter und Islamisten sollen zuhause bleiben

Die zuletzt stark kritisierte Kölner Polizei arbeitet derzeit daran, das erschütterte Vertrauen der Bevölkerung zurück zu gewinnen. Die Einsatzkräfte wollen die Karnevalisten bestmöglich schützen. Man wolle in nie gekannter Stärke auf den Straßen präsent sein, erklärt die Polizei.

Dabei appelliert Peter Römers, Leiter der Polizeiinspektion eins im Gespräch mit der "Bild"-Zeitung auch an die Bevölkerung, bei der Wahl des Kostüms in diesem Jahr besonders besonnen vorzugehen. Kostüme, zu denen Waffen gehören - wie zum Beispiel Cowboy, Pirat, Jedi-Ritter oder Islamist - könnten "Menschen sehr verunsichern".

Deswegen solle auf solche Kostüme am besten verzichtet werden, sagt Römers.

Polizei arbeitet an Sicherheitskonzept

Schon seit 2008 bereitet sich die Kölner Polizei darauf vor, wie sie bei einem Terroranschlag auf den Rosenmontagszug reagieren müsste.

Im diesem schlimmsten Fall würde der Zug "kontrolliert beendet" - logistisch eine Riesenaufgabe, wenn man bedenkt, dass der größte deutsche Karnevalszug mehr als 100 Prunk- und Persiflagewagen umfasst und über sieben Kilometer lang ist. Mehr als eine Million Feiernde säumen den Weg.

Beamte stehen nach Vorfällen in Köln als Sündenböcke da und wehren sich.

Die Kölner Stadtverwaltung arbeitet derzeit an einem Sicherheitskonzept für Großveranstaltungen. "Es laufen täglich Gespräche", sagt Stadtdirektor Kahlen.

Auch Angst vor Rockerbanden und Hooligans

Die Zeit drängt: "Die erste wirkliche und zwar massiv schwierige Bewährungsprobe wird von Weiberfastnacht bis Karnevalsdienstag sein." Eine der wichtigsten Neuerungen ist eine stärkere Videoüberwachung. Damit soll eine "Massierung gewaltbereiter Gruppen" möglichst früh erkannt werden.

Mit "gewaltbereiten Gruppen" sind auch Rockerbanden und Hooligans gemeint, die bereits angekündigt hatten, Frauen vor Übergriffen - wie sie in der Silvesternacht am Hauptbahnhof in Köln passiert sind - beschützen zu wollen. Das erklärte Römers ebenfalls in der "Bild".

"Wir werden diese Leute aufspüren, kontrollieren und gegebenenfalls Platzverweise aussprechen", sagte er.

(ska/dpa)