Leichenfunde geben der Polizei in Oberösterreich Rätsel auf. Nach der Entdeckung von zwei Koffern mit Körperteilen einer Frau im Traunsee fanden Taucher der Spezialeinheit "Cobra" dort am Montag auch noch die Leiche eines Mannes.

Zudem sei eine Tasche im entdeckt worden, teilte die Polizei mit. Über deren Inhalt machte sie zunächst keine Angaben. Laut "Kurier" soll war am Handgelenk des Toten eine schwarze Reisetasche gefüllt mit Granitsteinen befestigt. Der Mann sei etwa fünf Meter vom Ufer entfernt gefunden worden, hieß es vom Landeskriminalamt (LKA) Oberösterreich.

Die Todesursache sowie die Identität der etwa 70-jährigen Frau seien noch völlig unklar, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wels. Bei der Obduktion habe bisher nur das Geschlecht und das mögliche Alter bestimmt werden können. Nun müssten weitere Untersuchungen Klarheit bringen.

Kein Kommentar zu Zustand der Leichen

Details zur Art und zum Zustand der Leichenteile wollten die Behörden aus ermittlungstaktischen Gründen nicht nennen. Die beiden Koffer waren binnen weniger Stunden im Uferbereich des Traunsees in Gmunden in Oberösterreich gefunden worden.

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Mord oder Selbstmord?

Auf den ersten, im Wasser treibenden Hartschalenkoffer war ein Passant gestoßen, den zweiten erschnüffelte Polizeihund "Tarzan" wenig später in der Nähe. Die Leichenteile aus beiden Koffern sind laut Polizei noch unvollständig. Etwa fehle der Kopf der Frauenleiche, erklärte der Chef des LKA, Gottfried Mitterlehner, in der TV-Sehsendung "Oberösterreich heute". Er zog dabei sowohl Mord als auch erweiterten Selbstmord in Betracht. Als Tatzeitpunkt geht die Polizei von der Silvesternacht aus.

"Es gibt in der Region keinen Vermisstenfall, der auf die Person passt", sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Es werde in alle Richtungen ermittelt. Die Behörden wollen Dienstagvormittag in einer Pressekonferenz aktuelle Erkenntnisse mitteilen.

(dpa/af)