Ein A380 wollte gerade in Los Angeles landen - da flog eine Drohne knapp an ihm vorbei. Laut einem Bericht gab es seit 2014 allein in Kalifornien fast 200 solcher Vorfälle.

Eine Lufthansa-Großraummaschine ist beim Landeanflug auf den internationalen Flughafen in Los Angeles beinahe mit einer Drohne zusammengestoßen. Das teilte die US-Luftfahrtbehörde FAA mit.

Der Airbus-Flieger vom Typ A380, Lufthansa-Flug LH456, war am Freitag aus Frankfurt in die kalifornische Metropole unterwegs gewesen. Der Zwischenfall habe sich etwa 22 Kilometer vom Flughafen entfernt ereignet, berichtet die FAA. Die Drohne sei nur rund 60 Meter über dem Flugzeug unterwegs gewesen.

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Crew bringt Maschine sicher zu Boden

Die Crew habe kein Ausweichmanöver veranlasst und die Maschine Minuten später sicher zu Boden gebracht, sagte ein Behördensprecher. Wie viele Passagiere sich an Bord befanden, war zunächst nicht zu erfahren; theoretisch hat ein A380 Platz für gut 500 Passagiere.

Wie es zu dem Vorfall kommen konnte, ist noch unklar. Eigentlich sind Drohnen in den USA in einem Umkreis von acht Kilometern um einen Flughafen verboten und dürfen nicht höher als 120 Meter über Boden fliegen. Die Drohne, die fast mit der Lufthansa-Maschine kollidierte, war aber auf etwa 1500 Metern unterwegs.

Durch den Drohnen-Boom kommt es immer häufiger zu solch gefährlichen Zwischenfällen. Laut "Los Angeles Times" gab es allein in Kalifornien zwischen April 2014 und Oktober 2015 gut 200 Situationen, in denen die kleinen Quadrokopter Flugzeugen gefährlich nahe gekommen sind.© SPIEGEL ONLINE