Das Geständnis schockte die USA. Eine 19-Jährige wurde für den Mord an einem Bekannten verhaftet und gestand im anschließenden Verhör, dass sie dutzende weitere Menschen getötet habe: "Bei 22 habe ich aufgehört zu zählen." Ein Kriminologe, der sich auf Serienmörder spezialisiert hat, bezweifelt nun, dass es diese Mordserie tatsächlich gegeben haben kann.

Miranda Barbour sorgte für gehöriges Aufsehen, als sie bei einem Polizeiverhör nicht nur den Mord gestand, für den sie verhaftet worden war, sondern auch gleich noch die Tötung von mindestens 22 weiteren Menschen. Sie habe ihre Opfer über die Kleinanzeigen-Seite "Craigslist" kennengelernt und in die Falle gelockt. Der renommierte Kriminologe Jack Levin bezweifelt ihre Aussagen. In einem Interview mit dem Nachrichtensender CNN sagt er: "Es wäre ein unglaublich seltener Fall. Wenn Frauen töten - und es gibt ein paar weibliche Serienmörder - dann tun sie das meistens mit Gift."

Außerdem seien die Täterinnen "nicht 19 Jahre alt". "Sie sind älter und erfahrener, sonst könnten sie nicht so ohne weiteres davonkommen." Ein weiterer Grund für seine Skepsis ist der eine Mord, für den Barbour verhaftet wurde: "Den Körper einfach in einer Nebenstraße liegen zu lassen, wo er schnell entdeckt wird", sei nicht die Vorgehensweise von Serienmördern. "Sie würden alles tun, den Körper gut zu verstecken, um keine Beweise zu hinterlassen."

Als Grund für die falschen Behauptungen sieht er Geltungsdrang: "Leute, die falsche Geständnisse abgeben, haben tatsächlich viel mit Serienmördern gemeinsam. Sie haben dieselbe Motivation. Sie wollen sich mächtig fühlen, sie wollen das Gefühl, dass sie das Sagen haben. Ein Mord ist eine Story für eine Lokalzeitschrift, eine Mordserie ist ein Thema für CNN." Menschen, die falsche Geständnisse ablegen, "fühlen sich klein und machtlos. Sie wollen etwas Besonderes sein und Aufmerksamkeit bekommen."

Ob Miranda Barbour die Morde tatsächlich begangen hat oder nicht, wird sich recht schnell herausstellen. Sie hat angekündigt, der Polizei die Orte zu verraten, an denen sie die Leichen versteckt haben will. Wenn die Behörden dort nichts finden, ist der Fall wohl beendet. Eines hat Barbour aber schon erreicht: CNN und auch alle anderen großen Nachrichtenmedien haben ihr die Aufmerksamkeit verschafft, auf die sie es angelegt hat.