Seinem Spitznamen "König Midas" machte Juan Manuel Álvarez Inzunza alle Ehre: Er soll etwa 3,6 Milliarden Euro Drogengelder für das mexikanische Sinaloa-Kartell gewaschen haben. Jetzt wurde er gefasst.

Die mexikanische Polizei hat den mutmaßlichen Finanzchef des Sinaloa-Kartells festgenommen. Juan Manuel Álvarez Inzunza sei in Oaxaca gefasst worden, teilte die Polizei mit. Er soll an die USA ausgeliefert werden.

Verstümmelte Leiche in Mexiko weckt düstere Erinnerungen an "La Familia".

Der 34-Jährige mit dem Spitznamen "König Midas" soll die internationale Geldwäsche für das Drogenkartell organisiert haben. Medienberichten zufolge hat er jährlich 300 bis 400 Millionen US-Dollar gewaschen. In den vergangenen zehn Jahren sollen es etwa 3,6 Milliarden Euro gewesen sein. Die Geldwäsche fand den Ermittlern zufolge nicht nur in Mexiko, sondern auch in Kolumbien, Panama und den USA statt.

Mächtigste Drogenbande Mexikos

Das Sinaloa-Kartell gilt als die mächtigste Drogenbande Mexikos und wurde von dem mittlerweile wieder im Gefängnis sitzenden Joaquín "El Chapo" Guzmán geführt. Der zweite Kartellboss Ismael Zambada García ist noch immer auf freiem Fuß.

Kriminalexperten zählen das Syndikat nach wie vor zu den fünf größten Verbrecherorganisationen der Welt. Nach Erkenntnissen der US-Anti-Drogen-Behörde DEA ist das Kartell aus dem Nordwesten Mexikos der größte Rauschgiftlieferant der USA und dominiert dort den Markt für Kokain, Heroin, Marihuana und Amphetamine.

Diese mexikanischen Kartelle bekämpfen sich ohne Rücksicht auf Verluste.

Das Syndikat schickt seine Drogen auch nach Australien, Afrika, Asien und Europa. Neben dem Drogenschmuggel ist das Kartell auch in Produktpiraterie, Menschenhandel und Schutzgelderpressung verwickelt.

"El Chapo" Guzmán sitzt seit Januar wieder in Haft. Im Juli 2015 war er auf spektakuläre Weise aus dem Hochsicherheitsgefängnis Altiplano geflohen - durch einen anderthalb Kilometer langen Tunnel, der bis zu seiner Zelle gegraben worden war. Der Einstieg war für die Überwachungskamera nicht zu sehen, weil er im Waschbereich hinter einer kleinen Trennwand versteckt lag.

Bei Guzmáns Festnahme im Januar war es zu einem Feuergefecht kommen. Die USA haben seine Auslieferung beantragt.© SPIEGEL ONLINE