Russland hat nach eigenen Angaben Informationen über die Ankunft der ersten US-Soldaten im Westen der krisengeschüttelten Ukraine. Das Außenministerium in Moskau zeigte sich am Donnerstag mit Blick auf den Krieg in der Ostukraine besorgt. Derweil haben sowohl Russland als auch die Nato mit Militärmanövern in der Nähe der Ukraine begonnen.

Die Zahl der US-Soldaten in Lwiw (Lemberg) solle bis auf 300 steigen. "Es ist klar, dass sie dem Land keinen Frieden bringen werden", sagte Außenamtssprecher Alexander Lukaschewitsch der Agentur Interfax zufolge.

Die US-Amerikaner sollen ukrainische Soldaten beim Umgang mit Waffen schulen. US-Medien hatten zuletzt von Plänen für eine Ausbildungszeit vom 5. März bis 31. Oktober in der Westukraine berichtet. Das ukrainische Verteidigungsministerium in Kiew bestätigte die Anwesenheit der Truppen auf Anfrage zunächst nicht.

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Der US-Informationsdienst "Defense News" berichtete von einer geplanten Stationierung der Truppen auf dem Übungsgelände Jaworiw bei Lemberg an der polnischen Grenze. Dort befindet sich ein Internationales Zentrum für Friedenssicherung und Sicherheit - rund 1000 Kilometer vom Kriegsgebiet Donbass entfernt. Nach russischen Informationen gehören die US-Soldaten zu Einheiten, die in Italien stationiert sind.

Der russische Außenamtssprecher berichtete zudem vom Einlaufen mehrerer Nato-Kriegsschiffe im Schwarzen Meer. "Ich würde das ein ziemlich alarmierendes Signal und ein provozierendes Unterfangen nennen, das nicht zur Stabilität beiträgt", sagte Lukaschewitsch. Zudem könne die mögliche Lieferung von US-Waffen in die Ukraine die Sicherheit Russlands bedrohen, betonte er.

Derweil berichtet "Spiegel Online", dass sowohl Russland als auch die Nato am Donnerstag militärische Manöver in der Nähe der Ukraine begonnen haben. Demnach sollen mehr als 2.000 russische Soldaten - auch auf der Krim sowie in Armenien und Georgien - bis 10. April an Flugabwehrübungen teilnehmen. Die Nato absolviert ein Seemanöver im Schwarzen Meer, woran zunächst die bulgarische, rumänische und türkische Marine teilgenommen hat.